Am Berg Sinai

Weisungen und Gebote



Die 10 Gebote und ihre Bedeutung



Weisungen und Gebote. Sie sind notwendig, um vor allem in einer Gemeinschaft das Zusammenleben und Miteinander zu regeln, die für alle gelten. Viele finden sich heutzutage in unseren Gesetzbüchern wieder.


Unsere Grundlage bilden die 10 Gebote (2 Mose 20,2-17), die der Vater selbst auf 2 Steintafeln gemeißelt hat. Diese lassen sich in 4 Bereiche einteilen: 

Bereich Bibelstelle
JHWH (unser Vater im Himmel) 2 Mo 20,2-7
Schabbat 2 Mo 20,8-11
Vater und Mutter (unsere Eltern) 2 Mo 20,12
Bürgerliche Gesetze 2 Mo 20,13-17

Gebot Nr. 1


Ich bin JHWH, dein Elohe


der dich herausgeführt hat aus Mizraim, weg vom Sklavenhaus,


nicht werden gehen andere Elohim neben meinem Angesicht



> der Vater stellt sich vor mit seinem Namen

> der Vater teilt mit, wer er für mich ist


> Mizraim = Bild für gefallene Welt, Knechtschaft, gefangen in Ängsten


> andere Elohim = andere Gottheiten; alles, was ich an die Stelle Elohims (des Vaters im Himmel) setze



Ich bin JHWH! 

Unser Vater im Himmel stellt sich vor, macht sich bekannt. Er ist also nicht irgendwer, nicht irgendein Gott.  „Ich bin JHWH“.  Das ist der erste Name, den er vor uns offenbart. Wir erhalten also konkret einen Namen,  mit dem wir ihn rufen und ansprechen können.  Unter diesem Namen erkennen wir ihn wieder. Zudem verknüpfen wir im Laufe der Zeit mit dem Namen Charaktereigenschaften, Taten und einiges mehr. 

Natürlich auch mit all den anderen Namen. Bei Jesus taucht der Name JHWH nicht mehr auf. Stattdessen  nennt er ihn „Abba“, auf deutsch Vater, Papa, in Englisch Daddy. Dieser Name – Abba – gilt auch für uns. Wir dürfen ihn ebenso mit Abba ansprechen.

Ich bin ….  – mit diesen 2 Worten  offenbart der, der sie ausspricht etwas über sich selbst. Er  offenbart nicht nur seinen Namen, sondern auch weitere Eigenschaften, einen IST-Zustand. Dieses ICH BIN ist daher ein IST-Zustand, ein Zustand in der Gegenwart. Es ist weder die Vergangenheit, das sich durch das Wörtchen „war“ sich verrät, noch durch die Zukunft, das mit „werden / wird“ verdeutlicht wird.

dein Elohe

Elohe ist die Pluralform von Elohim. Lt. Lexikon zur Bibel S. 835 will elohim eine ehrerbietige Ausdrucksweise sein (vgl.: Wir, König von …; Eure Majestät).  

So gesehen, gebührt ihm allein die Ehre. Das betont auch Mose in seinem Gebet:

5 Mo 32,3 Denn ich will den Namen des HERRN preisen. Gebt unserm Gott allein die Ehre!

Die Bezeichnung „Elohe“ bzw. „dein Elohe“ wird erst im Zusammenhang mit der Handlung „der dich herausgeführt hat aus Mizraim“ verständlich. Unser Vater ist nicht irgendwer. Er ist eine Person, die Macht hat und diese auch an dem Pharao, dem König von Ägypten gezeigt hat. 

der dich herausgeführt hat 

seine Handlung: er führt dich und mich heraus. Ich kann nur herausgeführt werden, wenn ich vorher in etwas drin gesteckt bin

aus Mizraim

Mizraim steht für Angst, Bedrängnis. Es ist das Land, in dem wir in Knechtschaft gelebt haben, eine Welt, die andere unterdrückt und uns arbeiten läßt, ohne daß wir uns genügend erholen können. Aus diesem Gebiet hat uns der Vater in seiner Funktion als Elohe bzw. König u. Majestät herausgeholt. Heute gilt das vorzugsweise für unseren inneren Menschen, den wir gerne selbst versklaven. Dazu mehr in der Rückblick-Reihe.

Nicht werden gehen andere Elohim neben meinem Angesicht

Unser Vater spricht ein Verbot aus. Er will nicht, daß andere Elohim, was auch mit Götter übersetzt wird, auf gleicher Stufe mit ihm stehen.

Andere  Elohim, das sind all die Dinge und auch Menschen, einschließlich mich selbst an die erste Stelle setze. Und da Vater nicht einer von vielen „Göttern“ sein will, verbietet er uns, ihn mit allen anderen  auf eine Stufe zu stellen.

Unser Vater lebt in der Gegenwart, ist mächtig und ihm ist alles möglich


Gebot Nr. 2


Nicht wirst du produzieren ein Götzenbilder, und ganze Bildnisse


die im Himmel und auf der Erde unten, und im Wasser unten auf der Erde


nicht sollst du sie anbeten und nicht ihnen dienen



> keine Bilder


> keine Anbetung


> der Vater im Himmel ist eifersüchtig



Nicht wirst du produzieren ein Götzenbild, und ganze Bildnisse,

Götzenbilder, ganze Bildnisse. Wir Menschen brauchen gerne etwas Sichtbares, damit wir es fassen bzw. erfassen können, sogar anfassen. Deshalb stellen wir Skulpturen in Menschen- und Tiergestalt her, bauen dafür noch Altäre und verehren diese.  

Doch es geht nicht nur darum, daß unser Vater eifersüchtig wird. Vielmehr geht es darum, daß unser Vater ein lebendiger Vater ist. Bei nüchterner Betrachtung sind diese Figuren nur tote Gebilde. Sie antworten nicht, sie hören nicht. 

Psalm 115,4 Ihre Götzen aber sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht.

5 Sie haben Mäuler und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht,

6 sie haben Ohren und hören nicht, sie haben Nasen und riechen nicht,

 

7 sie haben Hände und greifen nicht, / Füße haben sie und gehen nicht, und kein Laut kommt aus ihrer Kehle.

Unser Vater läßt sich nicht in irgendwelchen Figuren finden, die von unseren menschlichen Hände gemacht sind. Aus der Sicht des Vaters sind diese Figuren tote Dinge, denn er ist ein lebendiger Vater. Dennoch möchten wir ja nur allzu gerne wissen, wie unser Vater im Himmel ist, was ihn ausmacht, sein Wesen. 

Röm 1,20 Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt  ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, sodass sie keine Entschuldigung haben.

Hebr  11,3 Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, sodass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist.


Ja, in der gesamten Schöpfung können wir ihn finden und bestaunen. Dazu müssen wir nur die Tiere und die Pflanzen beobachten, und auch die Naturelemente. Darin offenbart er sich uns, zeigt er uns sein ganzes Wesen.  Viele verschiedene Tiere und Pflanzen, die in der Bibel genannt werden, sind mit diversen Eigenschaften beschrieben. 

Grundsätzlich ist unser Vater im Himmel viel zu groß, um ihn überhaupt zu erfassen. Aber gelingt uns das überhaupt, wenn auch nur stückweise? Nein, nicht wirklich. Alles ist wirklich nur Stückwerk. Wir sehen unseren Vater immer nur ausschnittsweise, je nach Situation, in der er uns begegnet. Mal als Kämpfer, der für uns kämpft; mal als Arzt, der uns von Krankheiten heilt. Und wie bereits erwähnt, zeigt er sich uns in den Tieren und Pflanzen, in allem, was er geschaffen hat.

Unser Vater ist sichtbar in seiner gesamten Schöpfung


Gebot Nr. 3


nicht sollst du tragen den Namen Elohim in Bezug auf das Nichtige



> mit seinem Namen respektvoll umgehen

> nicht auf seinen Namen schwören



Nicht sollst du tragen den Namen JHWHs, ….

Den Namen des Vaters im Himmel tragen. Als Kinder unserer Eltern tragen wir auch ihre Namen, d.h. den Nachnamen. 

Ein Familienname ist ein Teil des Namens eines Menschen. Er ergänzt den Vornamen und drückt die Zugehörigkeit des Namensträgers zu einer Familie aus. Gleichbedeutend sind die Bezeichnungen Nachname und Zuname. (wikipedia.org)

Den Namen JHWH. Demnach gehören wir zu JHWH, zu unserem Vater im Himmel. Wir sind seine Kinder und gehören somit zu seiner Familie. Deshalb dürfen wir seinen tragen. Allerdings gibt es hier eine Einschränkung, vielmehr macht er einen Unterschied, in welchem Zusammenhang wir seinen Namen tragen bzw. nicht tragen dürfen.

in bezug auf das Nichtige

Nichtig, Nichtigkeit. Was ist nichtig? Nichtig ist wohl alles, was nicht nützt, nicht nützlich ist und nicht hilft. Das Gegenteil hiervon ist „bedeutend, wesentlich, wichtig“. Aber wie finden wir heraus, was nichtig und was bedeutend ist ?

Es hängt wohl damit zusammen, alles was wichtig und nützlich ist, den Namen JHWH trägt. Das ist so ähnlich wie „Made in Germany“ oder „Made in USA“  und ist ein Gütesiegel, wie wir es von den Produkten aller Art her kennen.

Im Umkehrschluss heißt das: Alle Produkte, auf dem nicht der Name JHWH steht, sind nichtig. Bei den  Produkten handelt es sich um das, was unser Herz, unsere Gedanken produzieren

Mt 15,19 Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung.

Mk 7,21 denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen heraus böse Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord,
          
22 Ehebruch, Habgier, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Missgunst, Lästerung, Hochmut, Unvernunft.
          23 Alle diese bösen Dinge kommen von innen heraus und machen den Menschen unrein.


Wer / Was  ist nichtig? Oder was kann nichtig sein?

Nichtig  
Götzen sie erretten nicht
Götzenmacher sie hängen ihr Herz an etwas, was nicht nützt
Hoffnung  Wer Weisheit und Zucht verachtet
Menschen Die nichts von Gott wissen und Naturelemente für Götter halten
Gottesdienst Wer seine Herz betrügt, seine Zunge nicht im Zaum hält
Reichtum Wer sein Geld mehr liebt
Träume Bilder ohne Wirklichkeit / Illusionen
Törichte Fragen  
Streit und Zank über das Gesetz  
Geschlechtsregister  

Das sind nur ein paar Beispiele aus der Bibel.  Unsere Aufgabe ist nun, jetzt uns selbst und unsere Lebensbereiche dahingehend zu überprüfen, was nichtig ist, was wertvoll. Was nun bedeutungslos ist bzw. geworden ist, das entfernen wir aus unserem Leben, aus unseren Sinnen: Wo steht der Name des Vaters drauf? Und auf was gibt es nicht sein Gütesiegel?

Auf das sich Sorgen machen, da ist sein Name nicht drauf. Darin bin ich spezialisiert. Obwohl wir vereinbart hatten, daß er sich um alles kümmert.  Aber sein Name JHWH, und auch seinen anderen Namen stehen auf den Bereich der Fürsorge. Er kümmert sich wirklich um alles, während wir uns darum kümmern, seine Aufträge zu erfüllen.

Der Name unseres Vaters ist ein Gütesiegel


Gebot Nr. 4

Denke an den Tag des Ruhens in Bezug auf seine Heiligkeit

> der Vater selbst hat geruht von all seiner Arbeit

> als sein Abbild sollen wir uns ausruhen, und diesen Tag ganz mit ihm verbringen >> Papa-Sohn/Tochter-Tag


Denke an den Tag des Ruhens

Nach 6 Tagen kreativen Schaffens legt unser Vater im Himmel seine Hände in den Schoß und macht am 7. Tag quasi gar nichts. „Wie geil ist das denn?“ So oder so ähnlich denkt so manch einer von euch. Der Schöpfer des Himmels und der Erde legt eine Pause ein. Warum eigentlich? Warum legt unser Vater im Himmel eine Pause ein?

Im Umkehrschluß würde es heißen, warum legen wir eine Pause ein? Wir schauen zurück auf unser Werk. Das macht auch der Vater. Und er ruht. Das heißt, sein Erschaffen ruht für einen Tag. Er hört auf für einen Tag, etwas zu erschaffen. Da wir sein Geschöpf sind und sein Wesen in uns tragen, machen wir dasselbe.

Und da er ja in seiner Schöpfung sichtbar wird und sich auf diese Weise offenbart, so können wir hinausgehen in die freie Natur und dort die Tier- und Pflanzenwelt beobachten, mit all unseren Sinnen nachspüren. Wer Lust hat und es sich auch zutraut, der kann einen Baum umarmen. Sofern sie nicht mit Insekten befallen sind, die für uns Menschen gefährlich sind.

Eine Pause einlegen, das ist wichtig, um auch unser Energiereservoir wieder aufzufüllen. Dafür sorgt unser Vater im Himmel mit diesem Gebot, auf das er ausdrücklich wert legt. Und generell: An diesem einen Tag haben wir mehr Zeit für den Vater im Himmel. Wir werden nicht von der alltäglichen Arbeit abgelenkt.

Unser Vater im Himmel ist also ein liebender Vater und fürsorgender Arbeitgeber. Er achtet darauf, daß wir mit unserer Energie, unserer Kraft gut haushalten. Wer jedoch an den Sonntagen arbeiten muß, weil es vom Beruf her nicht anders möglich ist, der hat ja ohnehin an einem anderen Tag frei.

Unser Vater ist nicht nur ein „Arbeitstier“


Gebot Nr. 5

Ehre deinen Vater und deine Mutter …

> ehren = respektieren, achten, anerkennen, Gutes über sie denken


Ehre deinen Vater und deine Mutter, ....

Ehre. Was ist Ehre? 

Der kleine Brockhaus A-Z / S.292

Ehre, die auf der Selbstachtung beruhende, daher als unverzichtbare erlebte Achtung, die der Mensch von seinem Mitmenschen beansprucht. Als innere, auf dem Bewußtsein der eigenen Unbescholtenheit begründete Haltung, die sich auch durch äußere Mißachtung und Verunglimpfung nicht angefochten fühlt, kann Ehre zu einem rein sittlichen Begriff werden.

Es geht schlichtweg um die Haltung, die innere Haltung der Selbstachtung. Wer sich selbst achtet, der achtet auch den anderen. Im Umkehrschluss heißt das, wer sich selbst verachtet, der verachtet seinen Nächsten. 

Warum sollen wir denn unsere Eltern  achten? In den Sprüchen lesen wir

Spr 4,1 Hört, meine Söhne, die Mahnung eures Vaters; merkt auf, dass ihr lernt und klug werdet!

Spr 6,20 Mein Sohn, bewahre das Gebot deines Vaters und lass nicht fahren die Weisung deiner Mutter.


Unsere Eltern haben die meiste Lebenserfahrung.  Aber wie es meistens so ist: häufig schlagen wir in unseren Jugendjahren ihre Mahnungen meistens in den Wind. Und machen stattdessen unsere eigenen Lebenserfahrungen, die zu unserer eigenen Weiterentwicklung notwendig sind. 

In dieser Hinsicht braucht nun niemand ein schlechtes Gewissen habe. Während wir unseren Alltag bewältigen,  sollten wir uns allerdings trotzdem an ihre Mahnungen zu erinnern und anfangen, den einen oder anderen Rat zu beherzigen.

Vater und Mutter achten. Um unsere Eltern zu achten, dazu fangen wir an, uns selbst zu achten und zu respektieren. Wir beginnen mit unseren inneren Eltern; wir fangen an, unsere inneren Eltern zu achten.


Fortsetzung

Weisungen und Gebote 2 - Die 10 Gebote und ihre Bedeutung (Seite 2)


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