JESUS - Sein Leben und Wirken

Das Gebet



Themen:

Der Ort unseres Betens

Vater-unser-Gebet (Seite 1)



Über das Gebet, und wie wir beten sollen, ist bereits viel geschrieben worden. Doch ich glaube, wir müssen uns da selbst auf den Weg machen. Wie wir beten sollen, das hat Jesus schon ausgiebig im Matthäus-Evangelium erklärt.

Und dahin kehren wir wieder zurück, an den Ursprung. Wir halten uns an die Lehre von Jesus. Bitte verwundert euch nicht, wenn ihr so manchen Text nochmals lest. Ich habe diesen nur aus einem anderen meiner Artikel übernommen


Mt 6,5-6 > Im Verborgenen 

Beten im Verborgenen . Im stillen Kämmerlein, wie wir sagen. Ja, das hat etwas für sich. Wir können da ungestört so beten, wie es unserem Herz danach ist, und wie halt eben die Worte, aus uns fließen. Wir müssen uns nicht verbiegen, wenn wir in der Kirche laut beten , und zudem dann noch so, damit es den Ohren der Ältesten und einigen anderen angenehm ist.

In unserer eigenen Wohnung, da sind wir innerlich frei. Und wenn wir noch eine Stufe weiter gehen, ist damit auch unser eigenen Herz gemeint.  Wir beten im Stillen, wir beten im Herzen. Unser Herz ist die Wohnung unseres Vaters im Himmel. Und hier im eigenen Herzen finden die Gespräche statt zwischen dem Vater im Himmel und mir selbst bzw. zwischen ihm und jedem einzelnen von euch. 

Hier in der eigenen Wohnung und im eigenen Herzen können wir immer dann beten bzw. reden mit dem Vater im Himmel, wann immer uns danach ist.

Mt 6,7-8 > ohne viel Worte

Hier erhalten wir die nächste Weisung: nicht viele Worte machen. Interessant dabei ist der Hinweis, daß unser Vater im Himmel schon im Voraus weiß , was wir brauchen. Da könnte man meinen, dann bräuchten wir erst gar nicht mehr beten.

Doch dem ist nicht so.  Der Abschnitt in Kapitel 7, 7-11 gehört zum Beten dazu, ebenso der nachfolgende Teil, in dem es um den Willen unseres Vaters im Himmel geht und wir dann diesen auch tun. 

Denn im „Vater-unser-Gebet“ heißt es unter anderem: „Dein Wille geschehe wie im Himmel auch auf Erden

Vater-Unser-Gebet


nach meiner Übersetzung

Übersetzt habe ich das ja schon für einen anderen Artikel in der Jesus-Reihe. Hier nehmen wir nochmals Satz für Satz vor und vertiefen diese.

Vater unser, der du bist in den Himmeln

Besser gesagt: Unser Vater, der du bist in den Himmeln.

Welche Worte haben wir denn da? „unser“ ; „Vater“ ; „der“; „du bist“ ; „in den Himmeln

Unser, der , du bist

Wir haben es, wenn wir es genauer definieren wollen , mit verschiedenen Pronomen zu tun, mit Fürwörter

·         Unser = besitzanzeigendes (Possesivpronomen: unser)

·         Der = hinweisendes (Demonstrativpronomen: Der)

·         Du = persönliches  (Personalpronomen: Du 

·         Vater = fragendes (Interrogativpronomen: Wer)

In den 

Die Präposition = das Verhältniswort  „in den /im“  weist uns darauf hin, wo sich der Vater im Himmel befindet.

Wir haben einen Vater. Und an ihn richten sich unsere Worte. Wir haben mit ihm also einen Adressaten für unsere Gebete.

Geheiligt werden möge dein Name

Besser gesagt: Heilig ist dein Name. „Geheiligt werden möge dein Name“ basiert auf meiner Übersetzung – nach Wort für Wort.

Welche Worte haben wir denn da? „Heilig“ ; „Name“ 

Hm. Heilig, dieses Wort haben wir ja schon oft genug gehört. Und daß der Vater im Himmel einen Namen hat, wohl auch.

Mose hat bereits danach gefragt. Und dann diese Auskunft: 

2 Mo 3,14 Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: So sollst du zu den Israeliten sagen: »Ich werde sein«, der hat mich zu euch gesandt.
15 Und Gott sprach weiter zu Mose: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der HERR, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name auf ewig, mit dem man mich anrufen soll von Geschlecht zu Geschlecht.

In einem anderen Artikel habe ich das mit dem „Namen“ untersucht. Alles hat einen Namen bekommen. Und ein Name ist nichts anderes als eine Information über eine Person oder einen Gegenstand. 

Unser Vater im Himmel, damit sprechen wir ihn ja an. Auch „Vater“ ist ein Name. Er gibt Auskunft darüber, in welchem Verhältnis wir zu einem Wesen stehen, das  das höchste überirdische Wesen ist.

Wir gehören zu diesem Wesen. Er nennt uns Kinder, wir dürfen ABBA zu ihm sagen. Ist das nicht toll? Da muß unser Herz geradezu jubeln. Wir gehören zu jemanden, der uns wahrhaftig liebt.

Doch da ist noch das Wort „heilig“.  Was ist das nun wieder?

Lexikon zur Bibel S. 503-505:

1)   Heilig (hebr. qadosch, griech. hagios) bezeichnet etwas vom Gewöhnlichen Getrenntes oder Ausgeschiedenes; geweiht, unverletzlich; abgegrenzt vom Kreaturhaften bei deutlichem Wesensunterschied. Ferner bezeichnet es den Besitz einer das Irdische überragenden Macht, die aber durch bestimmte Verbindung mit Heiligkeitsträger auch von Menschen erlangt werden und Dingen innewohnen kann. Daraus ergibt sich eine Erweiterung des Wortsinns und die Gleichsetzung von Heiligkeit mit Reinheit und Makellosigkeit vor Gott im Gegensatz zur Sündhaftigkeit.

Der Begriff der Heiligkeit ist in der Bibel ausschließlich auf Gott bezogen und seinem Wesen von Gott her bestimmt. 

Heiligkeit bezeichnet die in sich ruhende, nicht abgeleitete Existenzweise Gottes und drückt sein Anderssein den Geschöpfen und dem Geschaffenen gegenüber aus (2 Mo 15,11: „Wer ist dir gleich, der so mächtig, heilig, schrecklich, löblich und wundertätig?“.

Gottes Andersartigkeit zeigt sich als unverletztliche, unnahbare, drohende und schreckliche Majestät, aber auch als anziehende, beglückende, gütige und segnende Macht, als Gericht und als Gnade, als Gerechtigkeit und als Liebe.

2)   Die Begründung der Heiligkeit in der Schöpfung geschieht durch Gott, der heilig ist (Jes 6,3) und der heilig macht (Hes 37,28). Eine Person, Sache oder Zeit wird erst dann heilig, wenn Gott sie zu eigen nimmt und sie dadurch heiligt. Nicht der Mensch schafft die Heiligkeit, sondern alle Heiligkeit geht von Gott aus (3 Mo 11,44f; 19,2).

3)    Alles, was außer Gott, dem Urquell und Urheber aller Heiligkeit, als heilig bezeichnet wird, ist es nur in Verbindung mit ihm.

So ist das Volk Israel besonderes Eigentum Gottes und soll darum ein „Königreich von Priestern und ein heiliges Volk“ sein (2 Mo 19,6)

Die Priester sind durch Sonderwahl und Weihe heilig (3 Mo 21,1-9), insbesondere der Hohepriester, auf dessen goldenem Stirnblatt geschrieben steht: „Heilig dem Herrn“ (2 Mo 28,36)

Die Stätten der Gottesoffenbarung sind heilig, weil von Gott in Besitz genommen, so das „heilige Land“ um den brennenden Busch (2 Mo 3,5). Jerusalem ist als Gottes Wohnsitz heilige Stadt (Jes 48,2; 52,1)

Gottgeweihte Zeiten sind heilig, so der Sabbat (2 Mo 35,2), die Feste des Herrn und die Festversammlungen (3 Mo 23,4ff).

Gegenstände sind heilig, wenn sie im Dienste des heiligen Gottes stehen, so die Lade (2 Chr 35,3; 2 Sam 6,6f) und überhaupt die heiligen Geräte (4 Mo 31,6), Opfer (Hes 42,13), Brote (1 Sam 21,5), Wasser (4 Mo 5,17), Zehnte (3 Mo 27,32), Priesterschmuck (1 Chr 16,29) und  -kleider (2 Mo 28,2)

In Bezug auf Gott den Vater nimmt das NT die Aussage des AT (Jes 6,3) auf: „Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige“ (Offb 4,8). Jesus selbst betet: „Heiliger Vater“ (Joh 17,11). „Heilig“ steht dann als Ausdruck des übernatürlichen Ursprungs Jesu. Der „heilige Geist“ ist über Maria gekommen, darum wird das von ihr geborene „Heilige“ Sohn Gottes genannt (Mt 1,18; Lk 1,35). Dieses Wesen Jesu wird ebenfalls deutlich, wenn die Dämonen ihn abwehrend den „Heiligen Gottes“ nennen Mk 1,24).

Heilig werden die Engel genannt, die Begleiter des in Herrlichkeit kommenden Menschensohnes (Mt 25,31); ferner Propheten, weil Gott durch ihren Mund geredet hat (Lk 1,70); die Apostel und Propheten, denen die Geheimnisse Christi offenbart sind durch den Geist (Eph 3,5). Johannes der Täufer wird als „frommer und heiliger Mann“ bezeichnet (Mk 6,20).

Im NT steht die Teilnahme des Menschen an der Heiligkeit als Wesenseigenschaft Gottes im Mittelpunkt (Eph 4,24), heilige Gegenstände kommen im Gegensatz zum AT nicht mehr vor. Nur „heilige Stätte“ (Apg 6,13) und „heilige Stadt“ (Mt 27,53) werden gelegentlich genannt, jedoch im atl. Sinne. 

Im Geiste der Heiligkeit, dem schöpferischen Lebensprinzip innerhalb des Gottesvolkes, erweist sich Jesus als Gottessohn, als Messias und Herr seiner Gemeinde (Röm 1,4), die jetzt der heilige Tempel Gottes ist (1 Kor 3,17)

Unser Vater im Himmel allein ist heilig, und wen er in seine Gegenwart beruft, den macht er heilig. Und wir werden heilig, wenn wir Jesus als den neuen Menschen in uns angenommen und aufgenommen haben.

Und als seine Kinder sind wir durch ihn bereits geheiligt. Wir müssen uns nicht noch mehr heiligen. Durch Jesus, dank Ihm haben wir wieder Zugang zu ihm. Wir dürfen, ja sollen sogar zum Vater kommen, gerade so wie wir sind, ohne uns zu verstellen und zu verbiegen. 

Und als seine Kinder sind wir durch ihn bereits geheiligt. Wir müssen uns nicht noch mehr heiligen. Durch Jesus, dank Ihm haben wir wieder Zugang zu ihm. Wir dürfen, ja sollen sogar zum Vater kommen, gerade so wie wir sind, ohne uns zu verstellen und zu verbiegen. 

Das würde sowieso nichts bringen. Denn er kennt unsere Herzen und unsere Gedanken.Das einzige, was wir tun müssen, solange unser Herz beschneiden lassen, daß sein Wort zu uns, in unser Herz dringen kann. 

Kommen möge dein Königreich

Königreich, Himmelreich. Nach meiner Übersetzung in den Kapiteln zuvor heißt es sogar „Königreich der Himmel“ , „Königreich des Himmelreichs“.

Welche Worte haben wir denn da? „Königreich“ ; „König“ und „Reich

·         Was ist ein Königreich? Das ist ein Reich, ein Gebiet, das von einem König regiert wird.

·         Was ist ein König?           König oder weiblich Königin ist die Amtsbezeichnung für den

      höchsten monarchischen Würdenträger in der Rangfolge eines souveränen Staates. [wikipedia]

·         Was ist ein Reich?           Herrschaftsbereich eines Königs

Wir bitten hier um das Kommen dieses Königreiches, seines Königsreiches. Der Vater ist König, unser König. Und eine Zeile zuvor haben wir gebetet „in den Himmeln“ oder „im Himmel“.

Dieses  Königreich ist also nicht auf der Erde, sondern in den Himmeln. Hm.  Sein Reich. Aber wie ist sein Reich? Jedenfalls muß es ja komplett ganz anders sein als diese Königreiche auf dieser Erde. Sonst würden wir ja nicht um sein Kommen bitten.

Über das Wesen dieses Reiches hat Jesus in Gleichnissen gesprochen. Darüber gibt es dann einen vollkommen eigenen Artikel. Hier nehmen wir ja das Beten, das Gebet unter die Lupe.



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