Themen:

Der Pharao v. Ägypten und König Abimelech v. Gerar

Sara und Hagar

Isaak und Ismael

Lot (mehr über ihn in eigenem Artikel)

Ketura

Melchisedek

Der Reichtum von Abraham und Lot



Abraham, ein Mensch wie Du und ich

Abraham, ein Mensch wie Du und ich. Auf der zwischenmenschlichen Ebene verhält er sich auch nicht anders als wir. Und da schauen wir uns Kapitel für Kapitel bzw. die verschiedenen Personen in seinem Umfeld an.

Dazu gehören:

·         3 Könige:    

o   Pharao, der König von Ägypten

o   Abimelech, der König von Gerar

o   Melchisedek, König von Salem

·         Im familiären Bereich:

o   Sara, seine Frau

o   Hagar, die Magd seiner

o   Isaak, sein Sohn, geboren von Sara

o   Ismael, sein Sohn, geboren von Hagar

o   Lot, sein Neffe (ausführlicher unter eigenem Artikel)


Der Pharao von Ägypten und König Abimelech von Gerar

In seiner Lebensgeschichte finden wir 2 Könige und ihre unterschiedlichen Reaktionen auf eine „Lüge“ von Abraham.

·         Pharao, König von Ägypten > Name unbekannt

·         Abimelech, König von Gerar

Lexikon zur Bibel S. 910

Die Bezeichnung Pharao wird in der Bibel als der Titel des ägyptischen Königs gebraucht. In Ägypten selbst wurde mit diesem Wort allerdings zunächst nur der königliche Palast bezeichnet, und erst ab dem 15. Jh. v. Chr. (unter Thutmosis III) auch der König. Als Titel vor dem Thronnamen tritt Pharao erst ab dem 10.Jh. v. Chr. Auf (unter Schischak).

Wie dem auch sei, wenn uns auch kein Name bekannt ist, kommen wir evtl. über die Bedeutung der hebräischen Buchstaben weiter.

PONS S. 269

Pharao

 

פַּרְעֹה

Wir lassen den letzten Buchstaben, das „He“ weg, und kommen mit veränderter Vokalisation zu folgendem Ergebnis:

Führer

 

פֶּרַע

Das Verb ist führen

 

Ein König ist auch ein Führer, der Führer eines Volkes. Soviel ist klar.

Abimelech > PONS S. 2/3

Abimelech

 

אֲבִימֶלֶךְ

Abi

Mein Vater

אָבִי

Melech

König

מֶלֶךְ

Abimelech bedeutet „Mein Vater ist König“

Ja, unser Vater ist König. 

Das wäre der Bezug zum Vater im Himmel. Es gibt dennoch hier verschiedene Aspekte, die mir beim Übersetzen aufgefallen sind.

In Kapitel 12 und Kapitel 20 behauptet Abraham sowohl dem Pharao als auch dem König Abimelech gegenüber, Sara sei seine Schwester. Die Reaktionen der beiden ist recht unterschiedlich. Der Pharao ist noch nicht einmal geneigt, eine Erklärung zu hören. Bei Abimelech bekommt Abraham die Chance, seine „Lüge“ zu erläutern.


Ich stelle hier beide Reaktionen einander gegenüber:


Pharao (Kapitel 12)


Aber JHWH schlug den Pharao mit großen Leiden und sein Haus wegen der Sache Sarais, Abrams Frau

Und der Pharao rief den Abram und sprach:

Was hier hast du getan mir?

Warum nicht mitgeteilt hast du mir, daß deine Frau sie ist?

Warum hast du gesagt, meine Schwester ist sie, und ich habe sie mir genommen zur Frau, und nun siehe, deine Frau nimm und geh!

Und der Pharao bestellte wegen ihm Männer und sie vertrieben ihn und seine Frau und mit allem, was ihm gehörte


Abimelech (Kapitel 20)


Und Elohim kam zu Abimelech im Traum in der Nacht und sprach zu ihm:

Siehe deinen Tod wegen der Frau, die du in Besitz genommen hast, sie ist Verheiratete eines Herrn

Aber Abimelech, nicht nähergekommen ist er hin zu ihr, und sprach:

Herr, das gerechte Volk willst du erschlagen?

Verhält es sich nicht vielmehr so, daß er gesagt hat zu mir, meine Schwester ist sie? Und sie hat auch gesagt, mein Bruder ist er.

Mit meinem aufrechten Herzen und mit meinen unschuldigen Handflächen habe ich dies getan.

Und Elohim sprach zu ihm im Traum: Ich habe gewußt, daß mit deinem aufrechten Herzen du dies getan hast. Aber ich werde dich retten, sogar ich, dich vor seiner Sünde in bezug auf mich. Deshalb habe ich nicht zugelassen, daß du sie berührst.

Und jetzt: bringe zurück die Frau des Mannes, denn ein Prophet ist er und bitten wird er um deines Lebens willen, aber wenn du nicht bist zurückbringend, wisse, daß du des Todes bist.

 

Du und was von dir ist.

Und Abimelech ... rief seine Diener und sprach all diese Worte

... rief den Abraham und sprach zu ihm:

Was hast du uns getan?

Und was ist meine Sünde in bezug auf dich?

Denn du hast gebracht über mich und über mein Königreich eine große Sünde

Taten, die nicht getan werden, hast du getan mit mir



Wir stellen fest:

>>  Der Pharao wartet nicht auf eine Antwort von Abraham

>> Abimelech läßt Abraham antworten

Tatsache ist, daß unser Vater im Himmel sich zu Abraham bekennt, trotz seiner Verfehlung. Abimelech hat im Traum erkannt, wer da zu ihm spricht. Und weiß wohl auch um die Existenz einer lebendigen höheren Macht, wie mancher sich so auszudrücken pflegt.

Daher hört Abimelech dem Abraham zu, anstatt ihn anzupflaumen, anders als der Pharao es tut. Denn diesem fällt es nicht einmal im Traum ein, nach den Gründen zu fragen, warum Abraham behauptet hat, Sarai sei seine Schwester.

Wir haben hier zwei Personen: einer hört zu, der andere will erst gar nicht zuhören. Unsereins erlebt dies ja selbst auch immer wieder. Und wir verhalten uns je nach Situation wie die beiden Könige. Mal reagieren wir unwirsch, barsch auf das Verhalten eines Menschen, ein anderes Mal öffnen wir unsere Herzen und Ohren zum zuhören.

Fragenblock 7 > der Pharao und König Abimelech

·         Wann reagierst du wie der Pharao?

·         Wann handelst du wie König Abimelech?

·         In welchen Bereichen taucht in dir dein Pharo auf?

·         In welchen Bereichen hört dein innerer König Abimelech zu?


Sara und Hagar

Zwei Frauen. Sara ist die Frau Abrahams. Hagar ist eine ägyptische Magd. Diese kam wohl zu den beiden, als Abraham mit seiner Frau in Ägypten weilte.

Zwei Frauen.  Abraham steht zwischen diesen beiden Frauen, vor allem ab dem Zeitpunkt, als Sara voreilig selbst dafür sorgen wollte, endlich den verheißenen Sohn zu bekommen. Hagar wurde auf Anordnung von Sara zur Leihmutter auserkoren. Schließlich war Sara  unfruchtbar bzw. nicht mehr im gebärfähigen Alter (aus menschlicher Sicht gesehen).

Sara sollte eigentlich den Sohn gebären, mit dem unser Vater im Himmel seinen Plan fortsetzen will. Aus Liebe zu Sara gehorcht Abraham und schwängerte Hagar. Das Ergebnis: Hagar verachtet nun ihre Herrin, womit nun Sara ihrerseits nicht klar kommt und die Schuld für das Verhalten der Magd auf Abraham überträgt.

Abraham soll daher als Richter einschreiten. Statt seinerseits mit Hagar zu sprechen, überläßt er die Entscheidungsgewalt seiner Sara. 

Hagar flieht zunächst, hochschwanger, wird jedoch durch einen Engel des Vaters im Himmel zurückgeschickt, mit einer Verheißung, um im Schutz des Lagers ihr Kind zu gebären. 

Welche Verhaltensweisen entdecken wir hier? Da ist einmal Sara mit ihrem voreiligen Handeln, weil sie die Sache mit dem Nachwuchs selbst in dir Hand. Sie glaubt sehr wahrscheinlich nicht selbst daran, daß sie selbst noch schwanger werden könnte, denn sie war immer noch unfruchtbar.

Voreilig Handeln. Da geht’s uns auch nicht anders. Ein Seelenanteil in uns ist ungeduldig, glaubt nicht so recht an die Erfüllung der Verheißung und setzt sich selbst in Bewegung, um der Erfüllung der Verheißung nachzuhelfen. Unsere Eigenmächtigkeit bleibt nicht ohne Folgen. Wir müssen diese dann ausbaden und die Konsequenzen tragen, zumal sie nicht gerade angenehm sind.

Dann ist da noch der „Stand “ der beiden Frauen. Sara ist eine Herrin, Hagar eine Magd. Die Konflikte sind vorprogrammiert. Vor allem, als sie (Hagar), dazu auserkoren wurde, den Sohn zu gebären, der so schon sehnsüchtig erwartet wurde. Auf einmal fühlt sich Hagar als eine Herrin. Und Abraham sitzt zwischen allen Stühlen.

Mehr Erkenntnis bringt uns ein Gespräch mit ihnen.

Unser Gespräch

Wir:                 Abraham, wie ist das denn so mit Hagar?

Abraham:          Sie begehrt ganz schön auf, seit sie weiß, daß sie schwanger ist. Und bekannt ist ja  auch, daß meine Frau Sara nach                             wie vor unfruchtbar bleiben wird.

Sara:                            Jetzt hält sie sich für die Frau an Abrahams Seite. Dabei ist sie nur meine Magd und  als Leihmutter auserkoren.

Wir:                 Aber du, Sara, trägst du doch die Schuld daran.

Sara:                            Welche Schuld?

Wir:                 Es war deine ureigenste Idee, daß Abraham deine Magd schwängern soll.

Sara:                            Ja, und? Das gibt ihr aber noch lange nicht das Recht, sich als die Frau an Abrahams  Seite zu stellen, und mich stattdessen zu                                                      erniedrigen.

Wir:                 Ähm.

Sara:                            Es gibt hier noch immer klare Arbeitgeber-Sklaven-Verhältnisse. Schließlich hat sie  nur als Leihmutter für meinen Sohn zur                                                            Verfügung zu stehen. Nicht mehr und nicht   weniger.

Wir:                Und Abraham soll dein Problem mit der Hagar jetzt regeln.

Sara:                           Genau. Er sollte sie so ermahnen, daß sie mir wieder gehorcht.

 

Wir:                Den geschichtlichen Aufzeichnungen nach ist sie erst einmal geflohen.

Sara:                          Ja. Und das noch bevor ich sie maßregeln konnte.

Wir:                Eine andere Frage: Was hat dich eigentlich dazu bewogen, daß deine Magd Hagar den Sohn für dich                                    gebären sollte?

Sara:                           Na ja. Ihr wißt ja, daß ich einfach zu alt und überhaupt unfruchtbar gewesen bin.

Wir:                Abraham, was hast du von dieser Idee gehalten?

Abraham:        Genau genommen: ich habe nichts davon gehalten. Aber meiner Frau Sara  zuliebe habe ich dann eben halt mit                                   Hagar geschlafen.

Wir:               Wenden wir uns dir, Hagar, zu. Du wurdest ja von Abraham geschwängert.

Hagar:          Ja, das war schön. Und trotzdem mußte ich weiterhin eine Magd bleiben. Das war                                            ganz schön demütigend für mich. Aber dank der Verheißung des Engels an dem                                              Brunnen „der mich sieht“, konnte ich das aushalten. Mein Sohn Ismael wurde von                                            dem Vater im Himmel ebenfalls gesegnet.

Abraham:         Auch wenn mein Sohn Isaak als mein eigentlicher Sohn gilt.

Wir:                Also, der Vater im Himmel macht aus unseren Fehlern und voreiligen Fehlentscheidungen noch etwas                                  Gutes daraus.

Abraham:         Das ist auch so.

Wir:                Wie war das so für dich, zwischen den Stühlen zu sitzen, und die Konflikte der beiden Frauen auszuhalten?

Abraham:         Das war kein angenehmes Gefühl. Und das gilt auch für euch. Nämlich die eigenen inneren Konflikte aushalten

Wir:                Als Ismael etwas größer war, hast du ihn mit seiner Mutter fortgeschickt.

Abraham:         Ja. Er hat Isaak zu sehr zugesetzt.

Wir:                Sara, um nochmals auf dein voreiliges Handeln zurück zu kommen. Du warst diejenige, die Abraham zu                              Hagar geschickt hat. Und er hat dir aus Liebe nicht widersprochen.

Sara:                          Ja, und?

 

Wir:                Daher war es nicht richtig, daß du zu deinem Mann sagst, es soll Unglück über ihn kommen.


1 Mose 16,2       Und Sarai sprach zu Abram: Siehe, der HERR hat mich verschlossen, dass ich nicht gebären kann. Geh doch zu meiner Magd, ob ich vielleicht durch sie zu einem Sohn komme. Und Abram gehorchte der Stimme Sarais.



1 Mose16,5        Da sprach Sarai zu Abram: Das Unrecht, das mir geschieht, komme über dich! Ich      habe meine Magd dir in die Arme gegeben; nun sie aber sieht, dass sie schwanger   geworden ist, bin ich gering geachtet in ihren Augen. Der HERR sei Richter zwischen mir und dir.                                                                                         
6 Abram aber sprach zu Sarai: Siehe, deine Magd ist unter deiner Gewalt; tu mit ihr, wie dir's gefällt



Wir sehen, Sara bleibt uneinsichtig, obwohl wir versuchen, sie daran zu erinnern, daß es ihre idee war, den verheißenen Erben auszutragen.  Vielleicht ist die Uneinsichtigkeit auch altersbedingt. Sara hat die voreilige Entscheidung selbst getroffen. 

Da uns das genauso passiert bzw. geschehen kann, ist es wohl ratsam, jede wichtige Entscheidung aufzuschreiben, handschriftlich in ein „Entscheidungsbuch“(eine Idee von mir). Schließlich sind wir ja doch des öfteren vergesslich. Und wir vermeiden dadurch, anderen die Schuld für die nachfolgende „Misere“ zu geben.

In welche Situation kommen wir, wenn wir jetzt in der Position von Hagar wären? Wir spielen die Szenen nach. Sara nimmt uns mit und gibt uns dem Abraham. Wie hat sich Hagar dabei gefühlt? Wie fühlt ihr euch dabei? Erhöht, weil ihr die Ehre zuteil wurde, mit dem Mann ihrer „Arbeitgeberin“ zu schlafen und ein Kind von ihm zu bekommen. Das macht uns stolz. Andererseits aber fühlen wir uns erniedrigt und mißbraucht, da sich in der bisherigen Stellung nichts verändert (hat). 

Wir bleiben nach wie vor in der Position einer Magd. In dieser Stellung werden wir  schnell zum Aufbegehren verleitet. Als Sara neigen wir dann zu Hochmut und sehen auf die Seelenanteile herab, die wir nicht so an uns mögen und eher verachten.

So wird klar, welche Seelenanteile in uns schlummern: ein Wesen, das sich erhöht fühlt wie Sara. Eine andere Person wie Hagar, die immer erniedrigt und gedemütigt wird. Und die dritte Gestalt in uns Abraham. Er steht zwischen den Stühlen, in diesem Fall zwischen zwei Frauen. Der einzige Ausweg, um in keine der beiden Positionen zu geraten: wir bleiben in Verbindung mit dem Vater im Himmel, und so in unserer inneren Mitte.

Statt die Magd, d. h. unsere inneren Seelenanteile später in die Wüste zu schicken, holen wir sie in unsere Mitte. Dasselbe machen wir mit denen, die höher positioniert sind und holen sie herunter auf die Ebene, damit alle in gleicher Augenhöhe miteinander agieren.

Fragenblock 8 > Sara und Hagar

·         Welche Entscheidungen hast du voreilig getroffen?

·         In welchen Bereichen kommt bei dir eine Hagar zum Vorschein?

·         In welchen Bereichen dominiert bei dir die Sara?

 

·         In welchen Bereichen bist du zentriert und bist mit dem Vater im Himmel in Verbindung, so daß beide Charaktere im Gleichgewicht sind?


Isaak und Ismael

Zwei Söhne. Den einen von seiner Frau Sara. Den anderen von Hagar, der Magd von Sara. 

Zwei Söhne. Mit sehr unterschiedlichen Charakteren. Ismael ärgert immer wieder seinen kleinen Bruder Isaak. 

Ich vermute, Abraham mußte die beiden dann regelmäßig ermahnen und zur Räson ziehen.  Bei den Müttern steht er auch zwischen den beiden Jungen wie ein Fels in der Brandung. 

Jischmael, sein Name bedeutet: „Gott wird erhören“, wenn wir es wörtlich übersetzen. Unser Vater im Himmel gibt ihm einen Namen. 

1 Mose 16, 11    Weiter sprach der Engel des HERRN zu ihr: Siehe, du bist schwanger geworden und wirst einen Sohn                  gebären, dessen Namen sollst du Ismael nennen; denn der HERR hat dein Elend erhört.

Und er liefert gleich noch eine Charakterbeschreibung dazu:

1 Mose 16, 12    Er wird ein wilder Mensch sein; seine Hand wider jedermann und jedermanns Hand wider ihn, und er                             wird wohnen all seinen Brüdern zum Trotz.

Ja, unser Vater im Himmel erhört uns. Ein Zeugnis davon geben uns auch die Psalmisten, die oft  zunächst ihre schlechte Situation beschreiben und dann den Vater loben, der sie daraus errettet hat.

Jizchak, sein Name bedeutet: „er wird lachen“, denn Sara hat gelacht über die Aussage unseres Vaters, sie werde im folgenden Jahr selbst Mutter sein. Doch wir wissen, unser Vater im Himmel steht zu seinen Zusagen. 

Beide Charaktere existieren in uns: das wilde ungezähmte und das brave, liebe Kind. Oder anders ausgedrückt, die raue und die sanfte Seite. Das raue bekämpft das sanfte Wesen, weil es dessen Gegenwart wohl nicht aushält.

1 Mose 21,9       Und Sara sah den Sohn Hagars, der Ägypterin, den sie Abraham geboren hatte, wie er Mutwillen trieb.
10 Da sprach sie zu Abraham: Treibe diese Magd aus mit ihrem Sohn; denn der Sohn dieser Magd soll nicht erben mit meinem Sohn Isaak.
11 Das Wort missfiel Abraham sehr um seines Sohnes willen.

Für Abraham war es ein leichtes, ihn mit seiner Mutter Hagar in die Wüste zu schicken. Wir dagegen müssen lernen,  mit dem ungezähmten in uns zu leben. Das gelingt uns am besten, wenn wir diesen ungezähmten Teil in uns annehmen und integrieren. Für das brave, sanfte, gezähmte Kind gilt die Annahme ebenso.  

Fragenblock 9 > Ismael und Isaak

·         Treibst du Mutwillen mit dir selbst?

·     Bekämpfst du dich selbst?

·     In welchen Bereichen leidet dein innerer Isaak unter deinem inneren Ismael?

·     In welchen Bereichen lebst du mehr den Ismael und lehnst unbewußt den Isaak ab?

·     In welchen Bereichen mußt du noch die beiden Charaktere in dein Leben integrieren?

 

·     In welchen Bereichen verhältst du dich wild und ungezähmt wie Ismael?


Lot

Was wissen wir von ihm?

·         ER ist der Sohn von Haran, der in Ur verstorben ist

·     ER ist der Enkel von Terach, der mit seiner ganzen Familie nach Haran gezogen ist

·     ER ist der Neffe von Abraham und zieht mit diesem weiter ins Land Kanaan

·     Eine Frau und zwei Töchter, wohl erst in Sodom, seine Frau war wohl von dieser Stadt, sonst hätte sie sich vermutlich die Vernichtung nicht angeschaut und infolgedessen zur Salzsäule erstarrt.

 

 

Mehr über ihn gibt es in einem eigenen Artikel unter dem Titel „Lot


Ketura

Abrahams zweite Frau nach dem Tod von Sara.  Von ihr wissen wir nur, daß sie ihm 6 Söhne geboren hatte. Zusammen mit den Söhnen von Sara und Hagar hat er also 8 Söhne gezeugt. Der Haupterbe ist sein Sohn Isaak. Doch sie gehen nicht leer aus: er beschenkt sie und schickt sie fort, damit sie ihr eigenes Leben leben.


Zu guter Letzt. In der Bibel gibt es noch eine Person, die zu den herausragenden Persönlichkeiten gezählt werden kann:

 

Melchisedek

PONS S. 176 / 177 / 274

 

Melchisedek

Malki-Zedek

מַלְכִּי־צֶדֶק

Malki

Mein König

מַלְכִּי

Zedek

Gerechtigkeit, Recht

צֶדֶק

1 Mose 14,18     Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein heraus. Er war Priester des Höchsten                                     Gottes.

Das deutet bereits auf Jesus hin. Er ist nicht nur Königssohn, sondern auch unser Hohepriester

Hebr. 6,20          Dahinein ist der Vorläufer für uns gegangen, Jesus, der ein Hohepriester geworden ist in Ewigkeit                                    nach der Ordnung Melchisedeks.

Diese Stelle liefert hier folgend Informationen: Salem, im hebräischen eigentlich „Schalem“   שָׁלֵם

Dasselbe Wort wird übersetzt mit „unversehrt, heil, sicher; vollständig, vollendet, friedlich; ungeteilt, ganz; unbehauen“. (PONS S. 343)

Eine andere Vokalisation führt uns zu „Schalom“ שָׁלֹם : Friede, Ganzheit, Unversehrtheit; Wohlstand, Erfolg, Wohlergehen; Freundschaft, Freund. (PONS S. 340)

Wir haben es also zum einen mit Frieden zu tun. Zum anderen auch mit Freundschaft. Abraham ist ein Freund unseres Vaters im Himmel (Jakobus 2,23). 

Johannes 15, 13        Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.
14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.
15 Ich sage hinfort nicht, dass ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, dass ihr Freunde seid; denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan.

Wir sind ebenso seine Freunde, weil wir tun, was der Vater im Himmel bzw. Jesus uns gebieten. Und Jesus hat uns alles von unserem Vater mitgeteilt.

Melchisedek bringt Brot und Wein. Das erinnert uns wiederum an das Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern gehalten hat. 

Doch beides ist hat hier eine andere Bedeutung. Brot und Wein nach dem Lexikon zur Bibel S. 200 > Brot im übertragenen Sinne: 

Brot in der Kombination mit Wein (1 Mo 14,18) ist Hinweis auf ein reichliches Freudenmahl , in der Kombination mit Wasser (Spr 25,21; He 12,18) Hinweis auf die gerade noch ausreichende Nahrung.

In unserer Bibelstelle handelt sich wirklich um ein Freudenmahl. Es ist die Freude über den Sieg, den Abraham über diese Könige errungen hat.  Das konnte ihm nur gelingen, weil er in einer  gefestigten Beziehung mit dem Vater im Himmel lebt. Und sich vollkommen sicher ist, daß dieser mit ihm ist.

Wer sind diese Könige? Vor allem diese Könige in uns? Ein König ist ein Herrscher über ein Land und seine Bewohner. Und in uns leben auch solche „Pappenheimer“, die auf dem Thron sitzen und über uns herrschen bzw. herrschen wollen, damit wir nach deren Pfeife tanzen.

4 Könige ziehen in den Krieg und besiegen ein Bündnis, das aus 5 Königen besteht. Eigentlich hätte das doch umgekehrt sein müssen. Der 5er-Bund sollte dem 4er-Bund eine Niederlage beibringen.  Was lernen wir daraus, aus dieser Episode? Wie kommt es dazu?

Die 5er-Gruppe kannte unseren Vater im Himmel nicht. Wir ebenso wenig, vor allem dann, wenn wir auf eigene Faust losziehen. Wie diese erleiden wir zunächst eine Niederlage. Daran haben wir ja ganz zu knabbern, nicht wahr? Doch das ist nur scheinbar. Die Psalmisten können davon ebenso ein Lied singen.  Sie liegen zunächst am Boden, weil die Feinde ja so übermächtig scheinen.  Wir liegen ebenso am Boden.

Was hilft uns da: Wir nehmen uns diese zum Vorbild: sie rufen zum Herrn, zum Vater im Himmel und harren / warten auf ihn. Denn ihnen ist trotz allem bewußt, daß sein Arm nicht zu kurz ist, um zu helfen und einzugreifen. Unsere Hilfe kommt immer „von außen“. Er , der Vater schickt uns die Hilfe, die wir brauchen. Wie er uns hilft, das ist seine ganz eigene Art. Es kommt stets auf die Situation und die jeweilige Person an. D. h. er hilft jedem auf eine andere Weise, weil wir ganz selbst unterschiedlich sind.

Und nach jedem Sieg dürfen wir ein Freudenmahl zu uns nehmen.

Fragenblock  10 > Melchisedek

·         Gibt es bereits Anlässe, ein Freudenmahl entgegenzunehmen und zu genießen?

·     In welchen Bereichen bist du gerade am Boden?

·     In welchen Bereichen hast du schon Siege erlebt, Erfolge gefeiert?

·     Hast du in den verschieden Lebensbereichen schon das wunderbare Eingreifen unseres Vaters im  Himmel erfahren, so daß es doch noch zu einem Guten Ende gekommen ist?

 

·    Wie steht es mit deiner Geduld, auf sein Eingreifen zu warten?


Der  Reichtum von Abraham und Lot

In 1 Mose 13,2 lesen wir, daß Abraham sehr reich war an Vieh, Silber und Gold. Üblich an Vieh waren Schafe, Rinder, Esel und Kamele (s. 1 Mose 12,16), die für den Lebensunterhalt benötigt wurden. Einen gewissen Reichtum hatte Abraham mit seiner Familie bereits, als sie noch in UR in Chaldäa gelebt hatten. 

Im Artikel „Die Schöpfungswoche“  habe ich das Vieh als Bild für Bodenständigkeit identifiziert. Silber und Gold haben ebenfalls eine gewisse Bedeutung. 

Das Gold wird (Lexikon zur Bibel S. 433) in der Bibel oft zum bildlichen Vergleich mit geistlichen Gütern herangezogen. Der Wert auch des feinsten Goldes ist gering, verglichen mit göttlicher Weisheit (Spr 3,14; 8,10.19), dem Gesetz des Herrn ( Psalm 119,72.127), einem vernünftig redenden Mund (Spr 20,15), einem anziehenden Wesen (Spr 22,1), dem Glauben der Christen (1 Petr 1,7) und dem Erlösungsblut Christi (1 Petr 1,18)

Silber wird (Lexikon zur Bibel S. 1081) zum Vergleich mit geistlichen und himmlischen Gütern herangezogen (Hiob 28,15; Psalm 119,72; Spr 2,4; 10,20; 16.16; 22,1; 1 Kor 3,12; 1 Petr 1,18).


Gold >> Weisheit

Sprüche 3, 14              Denn es ist besser, sie zu erwerben, als Silber,                                          und ihr Ertrag ist besser als  Gold.

Sprüche 8, 10              Nehmt meine Zucht an lieber als Silber und                                              achtet Erkenntnis höher als kostbares Gold.          

Sprüche 8,19              Meine Frucht ist besser als Gold und feines Gold,                                     und mein Ertrag besser als erlesenes Silber.


Gold >>  Glauben

1 Petrus 1,7      damit euer Glaube als echt und viel                                                 kostbarer befunden werde als das                                 vergängliche Gold, das durchs Feuer                                               geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre,                                 wenn offenbart wird Jesus Christus.


Gold >> Gesetz des Herrn

Psalm 119,72       Das Gesetz deines Mundes ist mir lieber als                                      viel tausend Stück Gold und Silber.

Psalm 119, 127    Darum liebe ich deine Gebote mehr als Gold                                    und feines Gold.


Gold und Silber 

1 Kor 3,12    Wenn aber jemand auf den Grund baut                               Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Stroh,                     

                      13 so wird das Werk eines jeden offenbar                              werden.



Für Abraham war der Glaube wichtiger als der weltliche Reichtum. Er setzt mehr auf das, was tatsächlich Bestand hat im Leben. 

Wenn wir die Bedeutung seines Namens mit dem von Lot vergleichen, so stellen wir fest, daß Abraham sein Leben vermehrt und ausgefüllt hat, während das Leben seines Neffen leer und oberflächlich geblieben ist. Der Reichtum von Lot bestand aus Schafen, Rindern und Zelten, so erwähnt in 1 Mose 13,5. Diesen Besitz hat er durch das Gericht unseres Vaters im Himmel verloren

Die jeweilige unterschiedliche Aufzählung steht nicht ohne Grund da. Was meint der Vater im Himmel mit Schafen, Rindern und Zelten. Abraham besaß dieses ja auch. 

Lexikon zur Bibel S. 1012/ Schaf

In der Bibel wird das Schaf oft als Bild für den der Leitung, der Pflege und des Schutzes bedürftigen Menschen gebraucht, der, sich selbst überlassen, verloren geht (2 Sam 24,17; 1 Kön 22,17; Jes 53,6; Hes 34; Mt 9,36; 10,6; 15,24; 26,31). Er ist Gegenstand der göttlichen Erbarmung und Fürsorge (Ps 77,21; 78,52; 95,7; 100,3; 119,176; Hes 34,11-16) und der Liebe Jesu, der als der gute Hirte sein Leben für die Schafe läßt (Joh 10,2-16; 21,16f; 1 Petr 2,25).

 

Im übertragenen Sinne ist zum Rind nichts zu finden. Eine Möglichkeit wäre, die Aufgabe eines Rindes auf uns zu übertragen 

Lexikon zur Bibel S. 974 / Rind

Als Zugtiere waren je zwei Rinder ins Joch gespannt vor dem Wagen (4 Mo 7,4ff; 1 Sam 6,7; 1 Chr 13,9), dem Pflug (5 Mo 22,10; Ri 14,18; 1 Kön 19,19-21) oder dem Dreschschlitten (5 Mo 25,4; 2 Sam 24,22). Gelegentlich verwendete man sie auch als Lasttiere (1 Chr 12,41).

Lexikon zur Bibel S. 1286 / Zelt

Im übertragenen Sinn bedeutet „Zelt“ zum einen die Wohnung und den Wohnort überhaupt, besonders in der Redewendung „Israel floh, ein jeder zu seinem Zelt“ (1 Sam 4,10; 2 Sam 18,17); ferner die Wohnung Gottes im Heiligtum (Ps 76,3). „Die ewigen Zelte“  (Lk 16,9;  Hebr 9,11)  sind Bild für den Himmel. Der Schutz und die Hilfe Gottes werden ebenfalls unter dem Bild des Zeltes gesehen (Ps 27,5; Jes 4,6); andererseits auch der menschliche Leib und das irdische Leben (2 Kor 5,1-4; 2 Petr 1,13,14), die eines Tages abgebrochen werden.

Auf das Leben von Lot wird uns nun einiges klar: er verläßt den Schutz, den er bisher in der Familie hatte und geht quasi in die Welt hinaus. Was mit Lot dann geschehen ist,  diese Geschichte kennen wir. 

Wer in sich nicht gefüllt und erfüllt ist, gerät sehr schnell unter das Joch der Welt, die ihn vor ihren Karren, vor ihren Pflug spannt. Als Lot rackern wir ab, stellen wir uns der Welt gleich. Unsere Zelte sind unser irdisches Leben, das wir uns bequem eingerichtet. Unser irdisches Leben lebt das Leben der Welt, an dem wir hängen. 

Vor einem Wechsel haben wir Angst, weil wir glauben, wir stehen mit nichts mehr da. Verlust- und Existenzängste machen sich in uns breit. Doch was haben wir zu verlieren, wenn wir anfangen auf die irdischen Reichtümer zu verzichten, die schließlich der Vergänglichkeit angehören, und die wir nicht mit ins Grab nehmen können.

Fragenblock  11 > Reichtum

·         Woran hängt dein Herz?

·         Wenn es „eng wird“ – wohin flüchtest du? In dein irdisches Leben?

·         Oder hast du den Mut, die Anfechtungen auszuhalten und auf den Glauben zu setzen?

·         In welchen Bereichen rackerst du dich ab, und kommst trotzdem nicht vorwärts?

·         Wo fehlt es dir doch an der nötigen Bodenständigkeit?


Lot


Copyright:  Silke Maisack