Themen:

Die Opfergaben

Der Brudermord

Das Urteil

 

Das Kainszeichen

Kajins neue Heimat

Kajins Nachkommen

 

Lamech brüstet sich mit seinen Taten

Schet - ein Nachkomme von Adam u. Chawwa

Der Name des Herrn



KAJIN und HEVEL

1 Mose 4


Zwei unterschiedliche Charaktere

 


Vorspann

Das Leben geht weiter. ADAM und CHAWWA  (ich verwende ab jetzt den hebräischen Namen) bekommen ihre ersten beiden Söhne.

Ihren ersten Sohn nennt sie KAJIN. Die Bedeutung seines Namens erschließt sich aus dem ersten Vers: „Ich habe gewonnen / erworben einen Mann mit Hilfe von JHWH.“

Was meint  CHAWWA denn mit „Ich habe gewonnen / erworben“?

Wir machen uns auf den Weg und besuchen die neue kleine Familie und fragen sie selbst. Denn CHAWWA weiß am allerbesten, warum sie diesen Satz ausgesprochen hat. Das Gespräch könnte so aussehen:

Ich:                       Hallo Chawwa!

Chawwa              Hallo! Das ist ja eine nette Überraschung! Adam und ich bekommen Besuch in dieser tristen Einöde.                                     Das freut mich bzw. uns.

Ich:                       Chawwa, mir bzw. uns ist zu Ohren gekommen die Bedeutung des Namens für deinen Erstgeborenen. Der Kleine ist doch nicht                                         dein Ehemann?

Chawwa             Nein, durch die Geburt des Kleinen ist ADAM zu meinen Ehemann geworden. Vorher war er, also                   Adam, so etwas wie ein Bruder, ein Freund.

                             Und mit Hilfe von JHWH, damit ist gemeint, daß der Vater im Himmel dafür sorgt, daß wir                               Frauen den richtigen Partner an die Seite bekommen.

Ich                       Und umgekehrt. Nur der Vater weiß ja, wer mit wem am besten zusammenpasst

Adam                 Ganz genau.

Kurze Zeit später bekommt Chawwa ihren zweiten Sprößling, den Hevel. Dieser Name wird übersetzt mit „Hauch, Nichts“.

Nanu, was ist denn da passiert? Ein anderes hebräisches Wort für Hauch sind näfäsch und ruach. Es hilft nichts, darüber den eigenen Kopf zu zerbrechen, sondern Chawwa direkt zu fragen. Sie muß es ja schließlich am allerbesten wissen.

Ich:                      Hallo, Chawwa!

Chawwa:            Hallo, schön dich wieder zu sehen!

Ich:                      Ja, ich bin gekommen, um dir zum zweiten Sohn zu gratulieren. Aber wieso hast du ihn Hevel genannt.           Das ist relativ ungewöhnlich, wenn man die Bedeutung hinzuzieht. Die beiden Jungs   können wohl                 gegensätzlicher nicht sein.

Chawwa:            Hm. Stimmt. Du hast ja recht. Er ist ja auch etwas zart besaitet, er kommt wohl mehr nach mir, während Kajin sehr            nach seinem Vater kommt. Für die Landwirtschaft, vor allem für den Ackerbau wird er wohl kaum geeignet sein.                Zumal der Boden so hart und steinig ist, daß er nur spärlich seinen Ertrag abgibt.

Ich:                       ich bin sicher, auch für Hevel wird sich die richtige Aufgabe und Arbeit finden.

Chawwa:            Ja, das glaube ich auch.

Viele weitere vergehen, und zwischenzeitlich sind die beiden, Kajin und Hevel, zu stattlichen jungen Männern herangewachsen.  Beide haben ihren Beruf, ihre Aufgabe gefunden, um die Familie zu ernähren. Kajin ist zu einem Ackermann geworden, Hevel hütet Schafe und Ziegen.


Die Opfergaben

Ab diesem Punkt erhalten wir ausführlichere Informationen. Die Bibel berichtet erstmalig von Opfern, die die beiden dem JHWH bringen. Wie wir dem Bericht entnehmen bringt KAJIN von den Früchten des Erdbodens ein Speisopfer, der Hevel von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett.

Wir haben hier zwei verschiedene Arten von Opfergaben. Diese finden sich ab dem 3. Mose immer wieder bei den Opfergaben, die später das Volk Israel dem JHWH bringen mußte.

Lexikon zur Bibel S. 876

Beim Speisopfer (3 Mo 2), das mit dem Trankopfer zusammen das Brandopfer ergänzte (4 Mo 28,4-6), wurden Feldfrüchte, kein lebendes Tier, dargebracht.

Das Speisopfer ist durch Folgendes gekennzeichnet:

a)   Die Opfergabe bestand aus feinem, d.h. dem besten, Mehl (3 Mo 2,1), dessen weiße Farbe die Reinheit symbolisierte.

b)   Man fügte dem Opfer „Weihrauch“ hinzu (V 1.2), der das Gebet versinnbildlicht (vgl. Ps 141,2; Lk 1,10; Offb 5,8);   Gebet und Danksagung sollten das Opfer begleiten

c)   Das Opfer sollte frei von Sauerteig sein (3 Mo 2,11), der sündige Verderbtheit bezeichnet (vgl. 1 Kor 5,6-8)

d)  Es mußte im Gegenteil mit Salz gewürzt werden (3 Mo 2,13), das bewahrt und allem Verderben entgegenwirkt. Ebenso gehört „Öl“ zum Speisopfer (2 Mo 29,40)

e)   Der Rest des Opfers, der nicht verbrannt wurde, fiel dem Priester zu (V. 3)

S. 306: Das Beste und Vorzüglichste von den Erstlingen von Öl, Wein, Korn, von allen Baumfrüchten und vom Honig war in das Haus des Herrn zu bringen (2 Mo 23,19; 4 Mo 18,12)

Lexikon zur Bibel S. 305

Wie bereits Abel von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett geopfert hatte (1 Mo 4,4), waren in Israel alle Erstlinge der reinen Tier dem Herrn darzubringen (2 Mo 22,29; 3 Mo 22,27; 4 Mo 18,17). Diese Opfer durften nur an der erwählten Stätte vollzogen werden.

Keines dieser Erstlinge durfte zur Arbeit herangezogen oder geschoren werden (5 Mo 12,6.17; 15,19-23). Hierbei handelt es sich ausdrücklich nur um fehlerfreie Tiere.

Doch warum überhaupt Opfer? Was bewegt die beiden Söhne dem JHWH Opfergaben zu bringen?

Lexikon S. 875

Opfer haben von jeher in den Gottesdiensten der Völker eine wichtige Rolle gespielt. Dabei legten die Menschen den Opfern jedoch verschiedene und oft auch sehr subjektive Bedeutungen bei, von dem primitiven Wunsch, der Gottheit durch das Darbringen von Nahrung gefällig zu sein, bis zum Ausdruck des Dankes, der eigenen Nichtigkeit und der Hingabe. Nach dem Zeugnis der Bibel brachten Abel, Kain, Noah, Abraham, Isaak, Jakob und Hiob Opfer dar. Kains Opfer war unblutig (Feldfrüchte). Die übrigen Opfer waren blutige Opfer eines Tieres.

 

Die Liste der wichtigsten Opfer umfasst:

·         Brandopfer (3 Mo 1)

·         Speisopfer (3 Mo 2)

·         Dankopfer (3 Mo 3)

·         Sündopfer (3 Mo 4,1-5,13)

·         Schuldopfer (3 Mo 5,14-26).

Unter diesen Opfern ist nur eins unblutig, das Speisopfer, das als Ergänzung zum Brandopfer dargebracht wird (3 Mo 9,16.17).

Die verschiedenen Anlässe, aus denen die Opfer dargebracht wurden, ergeben sich z.T. schon aus ihren Bezeichnungen.

Aus den Versen  4 und 5 erfahren wir, wie unser Vater im Himmel die beiden Opfergaben anschaut. Das Speiseopfer von Kajin betrachtet er ungnädig, während er sich über Hevels Opfergaben freut. Warum dieser unterschiedliche Blick?

Wir lesen nochmals die Merkmale eines Speisopfers durch. In dem Wort SAUERTEIG steckt das Gefühl SAUER drin. Warum wohl ist Kajin sauer? Fragen wir ihn doch selbst!

Ich:                                     Hallo Kajin!

Kajin (grimmig)             Hallo, was gibt es denn?

Ich:                                    Weshalb bist du denn so sauer?

Kajin (noch saurer)       Weil, weil, ach das geht dich gar nichts an!

Ich                                      Schade.

Kajin                                  Na ja. Ich rackere mich halt ab, ringe dem harten und unfruchtbaren Boden eine einigermaßen gute                         Ernte ab. Und dann das! Dem Hevel gelingt alles, und er macht noch nicht einmal den Finger krumm. Da               finde ich ein wenig Anerkennung vom Vater im Himmel schon ganz gut.

Ich                                      Stimmt schon. Wer will das nicht, ich meine die Anerkennung meiner Leistungen durch den Vater im Himmel, durch die                Eltern.

Kajin                                  Stimmt.

Ich                                      Du sagst, daß dem Hevel alles gelingt. Kann es sein, daß du eifersüchtig bist, ja sogar neidisch?

Kajin                                  Und wenn schon!! (weiterhin sauer verbleibend)

Ich                                      Nun ja, ich glaube, ich frage lieber nicht weiter.

Kajin                                  Das wäre für dich auch besser so!!

Das klingt schon recht bedrohlich. Wir ziehen uns zur eigenen Sicherheit zurück und überlassen dem Vater im Himmel das Feld. Vielleicht kommt er besser heran an Kajin und sein Verhalten. In dessen Herzen ist etwas, was zu keinem guten Ende führt.

Auch der Vater im Himmel kommt nicht an ihn heran. Kajin hat sich komplett verschlossen anstatt mit unserem Vater über das zu reden, was ihn so sauer macht. Doch im weiteren Nachdenken, warum er sich so und nicht anders verhält, das liegt wohl auch in der Bedeutung des Namens begründet.

Chawwa sprach von „erwerben, gewinnen“. Durch Leistung, Anstrengung soll Anerkennung erworben, gewonnen werden.  Da liegt also der Hase im Pfeffer begründet.

Wenden wir uns dem Hevel zu.

Ich                Hallo Hevel!

Hevel           Hallo, das ist aber schön, dich bzw. euch zu sehen. Ich habe ja schon von euch gehört. Ihr habt unsere Eltern besucht, als wir  noch ganz klein waren, der Kajin und ich.

Ich                Das mit deinem Opfer. Du gibst dem Vater im Himmel deine Erstlinge. Was meinst du denn damit?

Hevel           Erstlinge, das sind, das sind die Schönsten und die Besten Früchte bzw. makellosen Tiere, die ich dem Vater im Himmel gebe,  und zwar freiwillig und mit ganzem Herzen.

Ich                Und warum?

Hevel           Weil ich dankbar bin. Und ich meine Herde aus seiner Hand bekommen habe.

KAJIN         Ja, ja. Und ich darf mich einfach abrackern. Ist das fair?

Nein, eigentlich ist das nicht fair. Aber durch die Namensgebung wird etwas in uns hineingelegt, dem wir uns gar nicht so recht entziehen können. Da haben wir noch einiges zu lernen.  Mit meinem eigenen Namen hatte ich genug selbst Probleme.

Vorname Silke - Bedeutung

Der Vorname Silke ist die friesische Kurzform des Namens Cäcilia, abgeleitet vom römischen Familiennamen Caecilius. Das lateinische Wörtchen caecus übersetzt sich mit „blind“.

Im Römischen gibt es das Wörtchen caelum was „Himmel“ heißt. Deshalb spricht man dann bei Silke gern von „der Blinden“ oder „der Himmlischen“.

 In Dänemark gibt es eine weitere Übersetzung des Namens Silke. Dort heißt Silke, Seide.

Mit der Deutung „blind“ konnte ich gar nichts anfangen. „Blind“ – für was, blindes Vertrauen zum Vater im Himmel usw.? und mit der gegensätzlichen Bedeutung „die Himmlische“ – na ja. Mittlerweile komme ich mit meinem Namen ganz gut zurecht, nachdem ich in meiner inneren Mitte angekommen bin. Wie sieht es mit deinem Namen aus?

Schauen wir uns die Namensbedeutung von Hevel an.

Hevel bedeutet Hauch. Andere hebräische Wörter für Hauch sind nefesch und ruach.  Nefesch wiederum: Seele,  Atem; was beseelt ist: Geschöpf, Mensch, Tier; Person, Personalität; das Ego, Selbst; seelische Stimmung, Wunsch, Gefühl; stofflich: Körper, Liebe; Hals;

Ruach: was einen bewegt: Atem, Geist, Sinn, Temperament, Wind.


Der Brudermord

Inzwischen gehen wir auf das Feld hinaus, wo wir uns mit Kajin verabredet haben

Ich:                Hevel, wie geht’s dir mit der Bedeutung deines Namens?

Hevel:           Nun, ich komme ganz gut klar damit. Ich bin sanft, was sich auch in meiner Arbeit, meinem Beruf als Schaf- und Ziegenhirte       auswirkt. Ich bin einfach da, und habe acht auf meine Schaf- und Ziegenherde.

Kajin             Da braucht man ja so gut wie nichts zu tun. So was fieses. Und ich „reiße mir den A…. auf“, damit unsere Familie genug    zum Essen hat.

Hevel             Nun mach mal halb lang. So schlimm ist deine Arbeit nun auch wieder nicht.

Kajin              O doch. Der Boden ist steinhart. Ich komme mit dem Pflug da kaum durch. Der Samen bleibt kaum liegen, die Vögel        kommen und picken es wieder weg. Zusätzlich die Dornen und Disteln, die alles wieder überwuchern.

                        Und du? (schon fast schreiend). Du liegst auf der faulen Haut den ganzen lieben langen Tag und tust nichts.

 

Kajin nimmt sich einen Stein und schlägt mehrmals auf seinen Bruder ein.

 

Kajin              Da, ich habe genug von dir. Jetzt zeig ich dir, wer der Herr im Hause ist.

Kajin rast vor Wut. Er gibt seinem Zorn freien Lauf. ER ist kaum zu bremsen, und so kommt es, daß er zum Mord oder Totschlag an seinem eigenen Bruder fähig ist. Seine Wut, bzw. die Intensität seiner Wut setzt mörderische Kräfte frei.


Das Urteil

Auch wenn unser Vater im Himmel nicht immer direkt persönlich anwesend ist, bekommt er doch alles mit. Damals kam er noch selbst direkt und sichtbar in die Welt zu den Menschen. So auch hier. Unser Vater im Himmel spricht sein Urteil.

(11)Und nun: Verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen Händen empfangen.

(12)Wenn du den Acker bebauen wirst, soll er dir hinfort seinen Ertrag nicht geben. Unstet und flüchtig sollst du sein auf Erden.

Was haben wir denn alles an den Konsequenzen?

·         Verflucht                             d. h., der Segen ist entzogen und der Acker bringt keinen Ertrag mehr

·         Unstet u. flüchtig            ganz was neues. D. h. ständig unterwegs, keine Seßhaftigkeit, keine                                                              feste Bleibe

Ein solches Leben, wer will schon ein solches Leben führen? Doch es ist tatsächlich so. Es gibt ein derartiges Leben. Vor allem, wenn du auf der Flucht vor dir selber bist, und dich weigerst, auf dich zu schauen und auf das, warum du beispielsweise dich so abrackerst wie Kajin.

Stattdessen stürzt du dich von einem Job in den anderen. Ebenso möglicherweise in Beziehungen. Dieser Lebensstil durchzieht alle Lebensbereiche. Überall suchst du Anerkennung. Das wird zur Sucht. In Sucht steckt das Wort Suchen drin.

Um dem Suchen endgültig ein Ende zu bereiten, hilft nur eines: Innehalten, sich anschauen, Bilanz ziehen und dann die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. Und wie immer ist es die eigene Entscheidung, ob ich meinen bisherigen Lebensstil verändern möchte.


Das Kainszeichen

Kajin akzeptiert seine Strafe, äußert aber gewisse Bedenken.

(14)Siehe, du treibst mich heute vom Acker, und ich muß mich vor deinem Angesicht verbergen und muß unstet und flüchtig sein auf Erden. So wird mir's gehen, daß mich totschlägt, wer mich findet.

Er hat Angst, daß er dasselbe Schicksal erleidet wie sein Bruder. Aber der Vater im Himmel steht trotzdem nach wie zu ihm. Denn er schützt ihn durch ein Zeichen.

(15)Aber der HERR sprach zu ihm: Nein, sondern wer Kain totschlägt, das soll siebenfältig gerächt werden. Und der HERR machte ein Zeichen an Kain, daß ihn niemand erschlüge, der ihn fände.

Hes 9.6                Erschlagt Alte, Jünglinge, Jungfrauen, Kinder und Frauen, schlagt alle tot; aber die das Zeichen an                                  sich haben, von denen sollt ihr keinen anrühren.  Fangt aber an bei meinem Heiligtum! 

                               Und sie fingen an bei den Ältesten, die vor dem Tempel waren.

 

Offb 7,3               Tut der Erde und dem Meer und den Bäumen keinen Schaden,

                               bis wir versiegeln die Knechte unseres   Gottes an ihren Stirnen.

Ah ja, es geht um das Siegel des Vaters im Himmel.

Jerusalemer Bibellexikon (Multimedia-Bibel)

In der Antike diente ein Siegel zur Bezeichnung des Eigentümers von Gegenständen und zur Bestätigung der Echtheit von Dokumenten