Tamar


Wir begegnen ihr in 1 Mose 38. Ihr Name bedeutet „Palme, Dattelpalme“.  Was berichtet die Bibel über sie? Sie ist die Schwiegertochter von Juda, verheiratet mit seinem Erstgeborenen, bleibt aber kinderlos. Den Grund dafür lesen wir in Vers 7. 

1 Mose 38,7 Aber Er war böse vor dem HERRN, darum ließ ihn der HERR sterben.

Mit anderer Vokalisation bedeutet sein Name Feind

PONS S. 251

Er

עֵר

PONS S: 251

Feind

עָר

Der nächste macht es auch nicht besser, er weigert sich sogar, mit seiner Schwägerin Kinder zu zeugen.

1 Mose 38,9       Aber da Onan wusste, dass die Kinder nicht sein Eigen sein sollten, ließ er's auf die Erde fallen und verderben, wenn er                          einging zu seines Bruders Frau, auf dass er  seinem Bruder nicht Nachkommen schaffe.
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Dem HERRN missfiel aber, was er tat, und er ließ ihn auch sterben.

PONS S. 8

Onan

אוֹנָן

PONS S. 8

Kraft, Zeugungskraft, Vermögen, Reichtum

אוֹן

PONS S. 8

Übel, Unheil, Unglück, Unrecht, Trug, Lüge, Täuschung, Mühe

אָוֶן

Ich schätze, Tamar war nicht gerade glücklich über diese Situation. Trotzdem vermittelt dieses Kapitel auch uns einige Botschaften für unser eigenes Leben und Verhalten.  Tamar macht das Beste daraus und greift zu einer List. Sie verkleidet sich als Hure und schläft mit ihrem Schwiegervater Juda. Warum er sie trotzdem nicht erkannt hat, bleibt ein Rätsel. Doch sein Herz war groß genug, schließlich kannte er ihren Leidensweg. Er selbst war ja auch erfreut über das Verhalten von Er und Onan. So konnte der Stamm Juda weiter existieren.


Tamar, die Gewinnerin in mir

Frau in mir: Tamar, auch du wirst integriert.

Tamar: Das ist schön. Es war wirklich nicht schön, daß gleich zwei Söhne von Juda mich nicht schwängern wollten.

Frau in mir: Hast du vielleicht eine Ahnung, warum sie nicht wollten?

Tamar: Der Erstgeborene Er war böse. Und mit anderer Vokalisation bedeutet sein Name „Feind“.

Frau in mir: Warum war er denn feindlich gesinnt? Was bedeutet Feind oder Feindschaft?

Tamar: Eine gute Frage.

Lexikon zur Bibel S. 334

 

Die Feindschaft auf der Erde hat ihren Ursprung im Sündenfall (1 Mo 3,15) und gehört zu den Werken des Fleisches (Gal  5,20). Wenn die Bibel von Feind und Feindschaft redet, meint sie in erster Linie Feindschaft gegen Gott (Mt 13,25.39; Apg 13,10; Röm 8,7; Phil 3,18; Jak 4,4), der auf menschlicher Ebene der Hass gegen das Gottesvolk (Est 3,8; Hes 35,5) und die Gläubigen entspricht (Mt. 10,22,36; Joh 15,18-20; 16,2).

Frau in mir: Was machen wir nun?

Tamar: Wir fragen sie nochmals selbst, warum sie nicht wollten. Mir hat das in meiner Seele ganz schön weh getan.

Er: Nun, ich wollte nicht, weil du nicht aus dem eigenen Volk bist.

Tamar: Du meinst, weil ich keine Israelitin bin?

Er: Ja, ich wollte nicht mit einer Kanaaniterin verheiratet sein.

Tamar: Dabei bist du selbst der Sohn einer Kanaaniterin.

Er: Was hat das mit mir zu tun?

Tamar: Du bist zur Hälfte ein Kanaaniter und hast etwas gegen eine Vollblut-Kanaaniterin.

Er: Ich wollte keine Mischehe!

Tamar: Das ist wahrlich eine faule Ausrede. Schließlich stammst du selbst aus einer Mischehe. Es kommt in einer Ehe nicht auf die Herkunft an, sondern auf das Herz.

Er: Wenn das so ist, dann habe ich kein Herz.

Tamar: Kein Herz, das bedeutet, du hast keine Liebe.

Er: So ist es.

Kein Herz haben, oder ein HERZ besitzen, das aus zwei Teilen besteht, so wie bei Er. Ich meine damit, seine Seele besteht aus zwei Welten – der weltlichen Welt von seiner Mutter her, und der geistlichen Welt von seinem Vater Juda her, der zum Volk Gottes gehört. 

Da kann es durchaus sein, daß sein Verhalten die Folge daraus ist, weil er nicht weiß, wohin er tatsächlich gehört. Oder es liegen noch ganz andere Gründe vor. 

Vom menschlichen Gesichtspunkt aus können wir, objektiv betrachtet, das Verhalten von Onan durchaus verstehen. Die Kinder, die er zeugt, sind nicht seine eigenen Kinder, sondern werden seinem Bruder Er zugeordnet. Um das zu vertiefen, benötigt es einen eigenen Artikel über die Söhne von Juda. Dazu gehören ja auch die beiden, die Tamar geboren hat.

Doch zurück zu Tamar. 

Tamar: Wie dem auch sei. Um doch noch zu eigenen Kindern zu kommen, und um den dritten Sohn von Juda vor dem Tod zu bewahren, habe ich eine List angewandt.

Frau in mir: Du hast dich voll verschleiert. Zugegeben, da konnte dich Juda nicht erkennen. Aber spätestens dann, als er dir beiwohnte, hätte er dich doch erkennen müssen.

Tamar: Das hat er nicht, weil mein Gesicht weiterhin verdeckt geblieben ist. Erst durch die 3 Pfandstücke, die er mir zuvor als Bezahlung gegeben hat und die ich ihm dann zeigte, hat er erkannt, mit wem er da geschlafen hat. Aber da er wußte, was seine beiden ältesten Söhne mir antaten, sah er dies als nur als gerecht an.

Frau in mir: Das ist schön. Wenn wir jetzt das Siegel, die Schnur und den Stab im übertragenen Sinne betrachten, was hätten sie im Einzelnen zu bedeuten?

Tamar: Das Siegel – wir sind versiegelt mit dem Geist des Vaters im Himmel. Die Schnur, mit ihr können wir vermessen und etwas festbinden. Der Stab ist der Stab eines Hirten

Markus 4,24   Und er sprach zu ihnen: Seht zu, was ihr hört! Mit welchem Maß ihr messt, wird man euch wieder                                    messen, und man wird euch noch dazugeben.

Tamar: Es geht um das Maß, mit dem wir gemessen werden. In meinem Fall das Maß der Gerechtigkeit.

Frau in mir: Und der Stab des Hirten. Jesus ist unser Hirte.

Tamar: In meinem Fall Juda, der sich um mich kümmert, mich mit eigenen Kindern versorgt hat. Und daß ich überhaupt versorgt bin.

Frau in mir: Was ist nun genau deine Berufung, wenn du wieder integriert bist?

Tamar: Mein Name wird übersetzt mit ‚Palme‘

Frau in mir: Eine Palme kann Schatten spenden. Lt. Lexikon zur Bibel S. 229: Als Siegeszeichen dienen Palmzweige beim Einzug Jesu in Jerusalem (Joh 12,13) und in den Händen der großen Schar aus allen Völkern (Offb 7,9).

 

Tamar: Du als Frau in mir wirst du wieder zu einer Siegerin, Gewinnerin.

Frau in mir: Ich bin ganz gerührt, das ist wunderbar. Und genau genommen, sind wir doch alle Gewinnerinnen und Gewinner.

Tamar: Stimmt. Wir gewinnen das Leben, das wahre und echte Leben.

Frau in mir: Amen.


 Nach der Integration:

Die Tamar in uns wird nun wieder zu einer Gewinnerin im Herzen des Vaters im Himmel


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