Themen:

Himmlische Begegnungen (mit dem Vater im Himmel und mit Engeln)

Menschliche Begegnungen (Jakob zwischen 2 Schwestern, die um ihn kämpfen)



Jakob, ein Betrüger und Betrogener

1 Mose 28-35

Einleitung

Jakob, hebr. Jaakob.  Im Artikel Esau und Jakob konnten wir einiges über das Verhalten der  beiden (vor allem zueinander)erfahren, und Möglichkeiten aufzeigen, wie wir uns entsprechend anders verhalten können.

Nachdem Jakob den Erstgeburtssegen sich auch noch angeeignet hat, ist es ja nicht verwunderlich, daß Esau Rache schwört. Wer von uns täte das nicht? Es gibt sicher den einen oder anderen unter euch, der ebenso sauer darüber geworden wäre.

Nichtsdestotrotz, wir setzen ein in der Auseinandersetzung mit Jakob und seinen verschiedenen Erlebnissen in 1 Mose 28, als er auf Anordnung seiner Mutter und dem Segen seines Vaters sich aufmacht nach Charan (Haran), um erst einmal in Sicherheit zu sein vor seinem Bruder.

Seine Lebensgeschichte umfaßt einige Kapitel mehr als seine Vorfahren. Daher sammeln wir zuerst einmal alles, was über ihn aufgeschrieben wurde, um uns einen Spiegel vorzuhalten. Schließlich sind auch seine Erlebnisse und Begegnungen richtungsweisend, wie wir uns so verhalten und fühlen.

Die Bibel soll uns helfen, über uns nachzudenken und um Schritt für Schritt unser Herz an den Stellen zu verändern, wo es notwendig ist, sowie alles auszuräumen, was einer tiefen Vater-Kind-Beziehung im Wege steht.

Seine Stationen /die wichtigsten  Ereignisse

·         Begegnungen mit dem Vater im Himmel und Engeln

o   Im Traum: Die Himmelsleiter                                1 Mose 28, 11-22                   Bet-El (Lus)

o   Auf seinem Weg: Heerlager der Engel                  1 Mose 32,2.3

o   Am Jabbok: Kampf  und neuer Name                    1 Mose 32,23-33                

·         Begegnung mit Rachel, einer  der Töchter Labans,

o   Am Brunnen                                                            1 Mose 29                               Charan          

·         Rachel und Lea (die Geliebte und Ungeliebte)

o      Dienen um zwei Frauen 2x 7 Jahre                      1 Mose 29/30      

o   Kampf der beiden Frauen um Jakob

o   Zeugung von 11 Söhnen und einer Tochter

·         Jakob wird belohnt

o   Jakob erwirbt sich mit List seine eigene Herde      1 Mose 30

·         Versöhnung

o   Jakob und Esau versöhnen sich                            1 Mose 33

·         Reinigung und neuer Segen

o   Ablegen von fremden Göttern                                 1 Mose 35

o  Debora, Amme von Rebekka

o  Benjamin, der zweite Sohn von Rahel


Himmlische Begegnungen

Die Leiter zwischen Himmel und Erde

Als erste Station steht die persönliche Begegnung mit dem Vater im Himmel an, auch wenn es „nur“ in einem Traum ist. Der Vater im Himmel ist in der Lage, auf unendlich verschiedene Weise mit uns zu kommunizieren.

Eine Leiter zum Himmel – wow! Wie sie wohl ausgesehen haben mag? Leider hat Jakob uns keine Beschreibung geliefert. Und über das Aussehen der Engel gibt es auch keinerlei Auskunft. Unsereins stellt sie ja gerne mit Flügeln dar.

Was tut unser Vater? Er stellt sich hin zu Jakob. Er bleibt nicht am oberen Ende auf der Himmelsleiter, sondern kommt zu ihm, also zu uns. Wir brauchen daher nicht selbst die Leiter hochklettern.

Unser Vater im Himmel erneuert quasi seinen Bund, den er mit Abraham, dem Großvater von Jakob, geschlossen hat. Seit Adam und Eva besucht er uns auf verschiedene Weise. Ihr seht also: unser Vater im Himmel ist ein Vater, der uns sehr nahe ist und sein will. 

Fragenblock 1 > Begegnung mit dem Vater

·         In welcher Weise begegnet dir der Vater?

·     Wie spricht er zu dir?

·     Ist das, was er dir schon offenbart hat, inzwischen eingetroffen?

·     Wie war deine erste Begegnung mit ihm?

·     Wie ist er dir beim ersten Mal begegnet?

Engel Elohims, diese sind mit den unterschiedlichsten Aufträgen unseres Vaters im Himmel ständig unterwegs. Näher möchte ich hier jetzt nicht darauf eingehen. Schließlich geht’s um Jakob und seine Erlebnisse. Aus eigener Erfahrung weiß, daß Engel mich in allem unterstützen.  Du kannst sie um alles bitten, wozu du sie brauchst.

Das Heerlager

Da wir schon beim Thema  Engel sind.  Auf dem Weg in sein Heimatland sieht er ein Heerlager. Mit einem Heer verknüpfen wir kriegerische Auseinandersetzungen. Und wie immer gibt es einen Grund, warum das mit ein / zwei kurzen Sätzen diese Begebenheit erwähnt wird. Ein Tipp von mir, den auch selbst beherzigen will: Auf die kleinen Dinge achten, die scheinbar nur nebensächlich sind, und gerne überlesen werden.  Kurze Sätze, die auf den ersten Blick nur am Rande erscheinen, und doch ein ganz schönes Gewicht haben.

Gottes Heerlager. Das bedeutet, wenn wir uns auf den Vater im Himmel voll und ganz verlassen, setzt er sich mit aller Kraft und mit allen seinen Mitteln für uns ein. Dazu stellt er uns eine Gruppe von Engel an unsere Seite, die im Kampf ausgebildet ist und für uns kämpft. Das allerdings nicht auf unsere menschlich-irdische Weise, sondern mit dem Schwert des Geistes, dem Wort des Vaters im Himmel. Und sie kämpfen auch aufgrund unserer Gebete.

Fragenblock 2 > Erfahrung mit Engeln

·         Hattest du schon Begegnungen mit Engeln?

·     Wie begegnet ihr euch?

·     Konnten sie dir schon in schwierigen Situationen helfen, wo du selbst nicht mehr weiter wußtest?

·     Hast du persönliche Engel, die dich ständig begleiten?

·     Kennst du deine Engel mit Namen?

Der Kampf

Nicht nur das. Es kommt wohl noch dicker. Jakob kämpft mit dem Vater im Himmel. Auffällig ist hier auch, wenn wir beim Namen Jakob die Buchstaben umordnen, dann kommt Jabbok heraus.

Doch zurück zum Kampf. Hast du schon einmal mit dem Vater im Himmel gekämpft? Gar nicht so einfach. ER ist schließlich um ein vielfaches stärker als wir. Ich bin überzeugt, für Jakob war das garantiert nicht lustig. Zumal er auch nicht damit gerechnet hat, in einen Zwei-Mann-Kampf und das auch noch des Nachts verwickelt zu werden.

Weshalb kommt der Vater im Himmel und kämpft mit uns? Eine gute Frage. Wir schlüpfen in die Rolle des Jakob und lassen unsere Gedanken einfach mal laufen, wie man so schön sagt. Damit ihr eine Ahnung bekommt, was dabei herauskommt, herauskommen kann, lasse ich euch an meinen Gedankengängen teilhaben.

Am Jabbok, spät nachts, so gegen Mitternacht

So, endlich. Meine Familie und mein ganzer Besitz sind in Sicherheit. Wir sind nun alle im Gelobten Land. Jetzt kann ich einmal für einen Moment ausruhen. 

etwas Zeit vergeht:

 

Es ist eigentlich ganz schön hier. Aber morgen früh bei Sonnenaufgang muß ich wieder zu meiner Familie.

Es ist noch etwas mehr Zeit vergangen:

 

So, jetzt ist es an der Zeit, mich ein wenig schlafen zu legen. Ich will ja ausgeruht wieder bei meiner Familie sein.

Jakob wird „überfallen“:

He, was ist denn das? Wer weckt mich da? Ich meine, wer überfällt mich da? Verdammt noch mal. Laß mich in Ruhe! Wirst du wohl….. du bist ja stärker als ich! Wer bist du?

Ich bin der Herr, dein Gott, der Vater und Gott deines Großvaters Abrahams und deines Vaters Isaak. Ich bin mit dir, aber ich, ich will dich zum Vater aller Völker machen. Deine Söhne und die Kinder deiner Söhne werden mir dienen. Ein Volk von Priestern sollen sie sein. Denn sie sollen zwischen mir und den Nationen auf der Erde vermitteln.

Dich aber muß ich überwinden und dir deine eigene Kraft nehmen, die in deinen Hüften steckt. Nur so kann meine Kraft durch dich und deine Nachkommen wirksam werden. Jede menschliche Kraft führt ins Leere, ins Unglück. Alles bricht zusammen, wenn du aus eigener Kraft etwas erreichen willst. Deshalb nehme ich weg deine menschliche Kraft und dein menschliches Streben nach Anerkennung, nach dem Reichtum. Denn nur durch meine Kraft und meinen Geist gibt es Stabilität und Wachstum in deinem und in dem Leben deiner Söhne und deren Nachkommen.

Schließlich Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth. (Sacharja 4,6)

Wenn es denn so ist und sein soll, dann mußt du mich nochmals segnen. 

Ja, das tue ich gerne. Und du bekommst wie mein Sohn Jakob einen neuen Namen. Denn dieser neue Name soll mich auf der Erde durch dich repräsentieren.

Und wie ist dein Name?

Ich habe viele Namen. Es ist nicht wichtig, daß du jeden meiner Namen kennst.

Nun gut.

Du hast trotzdem gewonnen.

Und weshalb?

Weil du mich festgehalten und nicht losgelassen hast. Weil dir unsere Beziehung sehr wichtig ist, und du an deinem Vertrauen zu mir festhältst

Hier bitte ich euch als Aufgabe, selbst eure eigenen Gedanken und euren Kampf mit dem Vater im Himmel aufzuschreiben. 

Zusammenfassend können wir sagen, daß vieles, was wir aus menschlicher Kraft erarbeiten usw.  irgendwann, im Laufe der Zeit, brüchig wird und seine Stabilität verliert. Nur durch seine Kraft und vor allem durch seinen Geist erschaffen wir dauerhaftes, das alle Zeiten, vor allem auch mögliche Krisenzeiten übersteht.

Fragenblock 3 > Kämpfen mit dem Vater im Himmel

·        Kämpfst du gerne mit unserem Vater darum, daß du deinen Willen bekommst?

·    Bist du bereit, auf deine eigenen menschlichen Kräfte zu verzichten und stattdessen auf seine  Kraft und seinen Geist zu bauen?

·    Oder bleibst du lieber weiterhin bei deiner eigenen Kraft?

·    In welchen Bereichen  in deinem Leben wirkt schon die Kraft und der Geist unseres Vater?

·    Welche Bereiche müssen noch auf die Energie des Vaters im Himmel umgestellt werden?


Menschliche Begegnungen

Die Begegnung am Brunnen

Das kommt uns doch bekannt vor, für alle die aufmerksam die einzelnen Kapitel lesen und auf viele Details achten. Denn Jahre zuvor hat seine Mutter Rebekka die Kamele getränkt, die den Knecht Abrahams nach Haran getragen haben. Nur dieses Mal tränkt Jakob die Herden, auch die Herde seines künftigen Schwiegervaters.  Jakob begegnet Rachel, die die Herde ihres Vaters Laban hütet.

Wie ihre Tante damals eilt sie zurück ins Elternhaus und erzählt alles ihrer Familie. Die Freude ist groß, einen der Söhne Rebekkas kennenzulernen. So eben mal kurz einen Verwandtenbesuch zu machen, war nicht möglich. Schließlich war man früher viel länger unterwegs, viele Tagesreisen.

Lexikon zur Bibel S. 201

 

In bildlicher Verwendung bezeichnet der Brunnen bzw. die Quelle lebendigen Wassers den Herrn (Jer 2,13) und das Leben aus Gott (Joh 4,14; Offb 7,17; 21,6).

Brunnen waren sehr wichtig in damaliger Zeit. Im neuen Testament gibt es bei Jesus auch eine Begegnung mit einer Frau am Brunnen. In Johannes 4 geht’s um das lebendige Wasser, das vom Vater kommt. Sein Wasser löscht ein für alle Male unseren Durst nach Leben. Und es hat die Eigenschaft, daß dieses Wasser eine Quelle in uns bildet und im Laufe der Zeit zu einem Strom wird, der ins ewige Leben mündet. Das Wasser, das uns die Welt zu trinken anbietet, löst neuen Durst aus.

3x findet eine Begegnung am Brunnen statt. Der vierte Brunnen, das ist der Brunnen für die Hagar gewesen. Der Vater im Himmel vergißt niemanden.  Bei diesen Treffen war stets jeweils eine Frau anwesend:

·         Hagar                                          Engel

·       Rebekka                                     Knecht Abraham

·       Rachel                                        Jakob

·       Samariterin                              Jesus

Das läßt uns doch aufhorchen. Wir übertragen diese Erkenntnis wieder auf unsere inneren Anteile. Und wir fangen bei Hagar an. 

Wer ist die Hagar in uns? Sie muß niedere Dienste tun, auch wenn ihr das nicht so gefällt und davonläuft, weg von dem Platz, der ihr zugewiesen wurde. Die innere Hagar trifft auf einen Engel, der sie ermutigt, zurückzukehren und ihren Platz  wieder einzunehmen.  Sie nimmt ihre eigentliche Aufgabe wieder wahr, auch wenn es sie viel Kraft und Durchhaltevermögen kostet.

Sie befand sich in der Wüste. Unser Herz liegt zuweilen auch wüst da, ohne Wasser. Da kommt ein Engel doch uns gerade recht. Unser Herz. Daraus schöpfen wir doch so manche Dinge. Im Neuen Testament ist doch die Rede davon, daß was aus dem Herzen kommt, ja unrein macht.

Außerdem. Unser Herz ist die Begegnungsstätte zwischen Jesus, dem Vater im Himmel und mir. Und zwischen uns Menschen doch ohnehin. Sollte es eigentlich sein.

Begegnung im Herzen, das ist die Begegnung am Brunnen des Lebens. Wer Jesus, den Vater im Himmel in seinem Herzen trägt, der trifft sich dort mit Jesus und den Vater im Himmel.

Die Begegnung (sorry für die Anhäufung dieses Wortes) am Brunnen, im Herzen, das ist ein sehr wichtiges Ereignis für die Weiterentwicklung der Geschichte, gerade für unsere persönliche eigene Weiterentwicklung. 

Schauen wir doch nochmals auf die 4 erwähnten Frauen. Hagar bekommt Wasser zu trinken, damit sie neue Kraft zum Durchhalten schöpfen kann. Bei Rebekka und Rachel sprudelt die Liebe hervor. Und wie ist das bei der Samariterin? In Jesus findet sie die Liebe ihres Lebens, ihre Erfüllung, die sie bei den Männern zuvor nicht gefunden hat. 

Fragenblock 4 > Begegnung am Brunnen

·         Was hast du aus dem Brunnen geschöpft?

·     In welchen Lebensbereichen mußt du zur Zeit neue Kraft zum Durchhalten schöpfen?

·     Bist du schon erfüllt?

·     Läßt du dich von Jesus erfüllen, so wie die Samariterin?

·     Gehörst du zu den Frauen wie  Rebekka und Rachel, deren Herz sich für die Liebe öffnet bei der Begegnung und verliebst dich sofort in Jesus?

Jakob tränkt die Herde. Diese Herde sind wir. Jakob stellt das Bild Jesu als Hirte dar, unser Hirte, der sich um seine Schafe kümmert. Er gibt uns Wasser, lebendiges Wasser, uns seiner Herde

Brunnen. Ergänzend hierzu: Wir erinnern uns auch an den Streit um die Brunnen zwischen Isaak und den Philistern. Es mag sein, daß ich ein paar Dinge wiederhole. Wer aufmerksam die Bibel liest, dem ist sicher schon aufgefallen, daß der Vater im Himmel so manches wiederholt. Das hat damit zu tun, daß bestimmte Dinge eben wichtig sind.


Seine Frauen: Rachel und Lea

Das sind die beiden Töchter von seinem Onkel Laban, die Jakob beide zur Frau nimmt. Zwangsläufig, wer sich in der Bibel gut auskennt.

Dieses Mal haben wir es mit 2 Schwestern zu tun, die sich einander nichts schenken. Als erstes erfahren wir vom Aussehen der beiden und wer die Ältere bzw. die Jüngere ist etc.

Lea

Rachel

Ältere

Jüngere

Augen: schwach

Schöne Gestalt

Ungeliebt

Geliebt

Von Anfang an herrschen Spannungen und Streit zwischen Lea und Rachel. Daran ist ihr Vater Laban nicht ganz unschuldig. Statt wie vereinbart liegt Lea im Bett, auf dem Nachtlager in der Hochzeitsnacht.  

Ob Laban gewußt hat, daß Jakob selbst einen Betrug begangen hat, und nun dieses Verhalten auf Jakob zurückfällt. Denn hier kommt doch deutlich das Säen-Ernten-Prinzip zutage. Jakob hat Betrug gesät und erntet dies nun selbst. Vermutlich hat Jakob ihm davon erzählt.

Er ist zwar erbost, läßt sich aber nochmals darauf ein, weitere 7 Jahre zu dienen, damit seine geliebte Rachel zur rechtmäßigen Ehefrau wird.

Nun haben wir die Situation, daß Lea nicht geliebt wird von Jakob. In unserem Leben gibt es auch Anteile, die wir nicht lieben. In der Welt wird ebenso das schöne und makellose bevorzugt. Das zieht sich durch alle Lebensbereiche. Und dennoch. Unser Vater steht zu unserem Teilen, die wir an uns nichts so mögen bzw. die unser Umfeld nicht an uns  mag.

Jakob steht zwischen zwei Frauen, die einen richtigen Zickenkrieg miteinander führen. Denn nachdem der Vater sich der Lea erbarmt hat und sie zur Mutter macht, gehen die Streitereien erst los. Uns geht es mit Sicherheit auch nicht anders. Beiden Seiten gerecht zu werden, das ist weder für Jakob noch für uns ganz leicht.

Jeder von uns liebt das Schöne, das schön gestaltete. Die Welt fördert das noch durch die Werbung. Dabei ist bestimmt vieles gefaked. Die Fotos von schönen Personen sind mit Sicherheit gut überarbeitet. Folglich wird dir und mir suggeriert, daß wir „hässlich“ sind und bietet Verschönerungsprodukte im großen Stil an. Und selbst wenn wir dem nachkommen, ist es nie genug. Unsere Seele ist dann da bereits angeknackst. Wir fangen an, uns selbst, unsere Seele zu hassen.

Das bringt mich zu der Erkenntnis: Unsere Seele ist das wahre Schöne. Die Welt redet uns ein, daß diese hässlich sei und spiegelt uns etwas vor. Wir bekommen von der Welt ein Trugbild geliefert.  Was also tun? Unsere ungeliebte Anteile annehmen, herausfinden, was ihre Gaben und Fähigkeiten sind. Im Falle von Lea wäre das eine Mutterschaft. Wir sehen das an der Anzahl der Kinder, die sie geboren hat. Mein Schwerpunkt liegt hier an dem Ungeliebt / Geliebt sein.

Fragenblock 5 > Die Ungeliebte

·         Was lehnst du an dir / bei dir ab?

·      Was lehnt dein Umfeld an dir ab, was wiederum dazu führt, daß du dich selbst ablehnst?

·      Welche Anteile in / an dir verleugnest du, die aus der Sicht des Vaters völlig in Ordnung sind und an dir         liebt?

·      Was unternimmst du, um geliebt zu werden?

·      Kannst du deine ungeliebte Teile in / an dir annehmen und bejahen?

·      Wie geht’s dir dann damit, wenn du auf einmal Zuwendung bekommst (in welcher Form auch immer)

Unsere ungeliebten Seiten in / an uns gilt es anzunehmen und zu bejahen. Auch wenn unser Umfeld nach wie vor noch gerne an uns herummäkelt. Doch dafür können wir bei Papa im Himmel geborgen und geliebt fühlen. Er liebt auch das, was andere ablehnen. Er kümmert sich um sie, um Lea und läßt diese Mutter werden, während die Geliebte noch darauf warten muß.

Unsere Geliebte. Dadurch daß, wie eben geschrieben, die Lea Kinder bekommt, fühlt sich die Rachel zurückgesetzt. Das schmerzt. Doch da muß auch sie wohl durch. Wir müssen lernen, zurückzustecken. Und das ist nicht ganz einfach.

Beiden wird Schmerz zugefügt. Warum eigentlich? Wenn der Vater im Himmel uns Menschen doch geschaffen hat, dann hätte er dieses Gefühl nicht zu erschaffen brauchen. Wir erkennen hier eine weibliche Seite des Vaters im Himmel. Unser Vater im Himmel fühlt auch Schmerzen, besonders dann, wenn wir nicht gehorchen und uns mehr dem weltlichen Leben zuwenden. Und da er uns selbst beseelt hat mit seinem Geist, seiner Lebenskraft, mit all seinen persönlichen Gefühlen und Emotionen, dann gehört so sehr es auch weh tut,  der Schmerz / das Schmerzempfinden der Seele mit dazu.

Schmerz empfinden, das mag keiner von uns. Hinzu kommen noch Traurigkeit, die Trauer, Verlust- und andere Ängste. Für uns sind das keine schönen Gefühle. Doch die gehören nun mal leider im Leben mit dazu. Unsere Seele, vor allem die Welt um uns herum möchte doch nur das Schöne und Angenehme empfinden und erleben. Wird dieses Gefühl gestört z.B. durch einen Todesfall oder anderes Unglück, dann ist unsere vermeintlich heile Welt aus den Fugen geraten.

Rachel empfindet das so, denn ihre ungeliebte Schwester bekommt Zuwendung, wird mehrfach Mutter, während sie selbst ganz schön zurückstecken muß. Auf einmal bekommt sie das Gefühl des Ungeliebtseins. Es kommt zum Kampf zwischen den beiden Töchtern Labans um die Gunst ihres Jakobs, der zwischen die Fronten gerät.

Um zu verstehen, was im anderen jeweils vor sich geht, gibt es eine gute Möglichkeit: Sich auf den Stuhl des jeweils andern zu setzen. Und dann mit einander darüber zu reden und zu neuen inneren Haltungen zu gelangen

Fragenblock 6 > Die Geliebte

·        Wie geht’s dir damit, wenn du ständig bevorzugt wirst?

·    Wie fühlst dich dann, wenn auf einmal der Ungeliebten mehr Zuwendung bekommt und im Fall Lea Mutter wird (es kann z. B. auch beruflicher Erfolg sein)?

·    Fühlst du dich um die Liebe dann betrogen?

·    Bist du bereit zu lernen, etwas zurückzustecken und deine ungeliebte Teile, die neben dir existieren, anzunehmen und zu bejahen, und anfangen diese zu lieben?

o   Geteiltes Leid ist halbes Leid / Geteilte Freude dagegen verdoppelt sich

Auf dem  Stuhl des anderen

Und wie gehen wir am besten mit diesen Teilen in uns um? Wir setzen uns mit beiden Seiten an einen Tisch und reden miteinander. Durch Rollentausch kann jede Seite erspüren wie sich jeder einzelne entsprechend.

Also, die Geliebte setzt sich auf den Stuhl der Ungeliebten, und umgekehrt. D. h. Lea setzt sich auf den Stuhl der Rachel. Und da wir auch Jakob, ihren Ehemann nicht vergessen dürfen, muß er ebenso mitspielen.

Das ist eine sehr sinnvolle Aufgabe. Zu Beginn setzen sich alle 3 Personen auf ihren eigenen Stuhl. Wenn du das alleine für dich machst, setzt du dich jeweils einmal drauf. Du spürst in dir nach und schreibst alles auf, was dir so einfällt. > 1x Rachel, 1x Lea, 1 Jakob <

Dann wechselt die Rachel auf den Stuhl von Lea, Lea setzt sich auf den Stuhl ihrer Schwester – Jakob bleibt noch auf seinem Stuhl – hier wird auch von allen aufgeschrieben, was da so an Gedanken und Gefühlen kommt.

Anschließend setzt sich die Rachel auf den Stuhl Jakobs, um nachzuspüren, wie es dem Ehemann ergeht in der schwesterlichen Auseinandersetzung. Lea macht dann dasselbe.  Das Ziel dabei ist, Schritt für Schritt mit den Streitereien aufzuhören und sich einander anzunähern und es dem Jakob in uns das Leben nicht mehr schwer zu machen.

Wenn du Freunde hast, die so etwas gerne mitmachen, noch besser. Seid ihr mehr als 3 Personen, so kann der vierte ja der Protokollführer sein. Wenn ihr so viele seid, daß es für jeden einen Schriftführer langt, noch besser.

 

Die gesamte „Anleitung“ habe ich zum Downloaden und Ausdrucken bei den Arbeitsblättern unter o. g. Überschrift eingestellt.

Der gesamte Zickenkrieg zwischen den beiden Frauen steigert sich noch oder gerade, weil Lea begonnen hat, Kinder zu bekommen, während Rachel kinderlos bleibt. Und dann werden auch noch ihre Dienstmägde in diese Eifersüchteleien mit hineingezogen. Auch sie gebären Söhne für Jakob. Damals nicht unüblich. So viel zur biblischen Geschichte.

Ja, wir haben es nun auch mit Eifersucht zu tun. Und schlimm genug, daß Unbeteiligte mit hineingezogen werden. Wie die beiden Mägde sich gefühlt haben dabei? Rachel ist so eifersüchtig, daß sie sogar mit Selbstmord droht.

Und immer wieder gibt Jakob seinen Frauen nach. Nur damit diese ihren Willen bekommen.

Fragenblock 7 > Der Kampf der Schwestern

·         Gehörst du zu den Menschen, die alles dafür tun, um ihren Willen zu bekommen?

·     Ziehst dafür auch Unbeteiligte mit hinein?

·     Bist du schon selbst zwischen die Fronten geraten?

·     Wie hast du dich dabei gefühlt, so als Unbeteiligter zwischen den Fronten?

Zwischen den Fronten

Auch die beiden Dienstmädchen oder Mägde geraten zwischen die Fronten und müssen für die beiden stellvertretend ebenso Söhne gebären. Das war für die beiden kein schönes Gefühl. Jetzt mal unabhängig vom Kinder gebären, können es auch andere Themen sein. 

Um selbst mal nachzufühlen wie die beiden sich gefühlt haben, erweitern wir unseren Rollentausch um die beiden Dienstmägde. An dieser Stelle sollen nur Rachel und Lea einmal die Position ihrer Mägde einnehmen, damit sie einmal selbst spüren das Gefühl, zwischen den Fronten zu sein und für ihr Verhalten herhalten müssen.

Dem Jakob wurden insgesamt 12 Söhne und eine einzige Tochter geboren. Über seine Söhne gibt es einen eigenen Artikel – siehe Jakob’s Kinder.

Auch das Kapitel über seine Tochter habe ich für euch gründlich untersucht – siehe Jakob’s Tochter


Vielfalt oder Einheitsbrei? – Der gerechte Lohn

Das mit dem Lohn, das ist schon eine besondere Sache.  Das spürt auch unser Jakob. Wie wir wissen, hat Laban diesen mehrfach geändert. Jakob läßt es geschehen und vor allem sich gefallen, denn er weiß, daß der Vater im Himmel mit ihm in allem ist. 2x7 Jahre hat er gedient, um die beiden Frauen zu erwerben. 

Ohne Besitz einer eigenen Herde ist er von seinen Eltern zu Laban gezogen. Er sieht nun die Zeit gekommen, nach Hause ins Land Kenaan zurückzukehren. Doch er will nicht nur mit seiner Familie heim zu den Eltern, sondern auch mit einer eigenen Herde von Ziegen und Schafen. 

So handelt er mit Laban aus, welche Tiere ihm gehören sollten. Er kann mit ruhigem Gewissen seine Herde zusammensuchen. Denn in all den Jahren hat sich Labans Herde durch Jakob vergrößert. Schließlich ist der Vater im Himmel bis dahin mit ihm gewesen.

Daß mit Hilfe eines geschälten Stabes  einer Pappel, eines Mandelbaum, einer Platane diese gestreiften, gesprengelten und bunten Schaf- und Ziegenlämmer gezeugt werden können, ist selbst mir schleierhaft. Die Übersetzung selbst, die etwas schwierig war, hat mich auch nicht wirklich weitergebracht. 

Der Mandelbaum.  Im Lexikon zur Bibel S. 772 steht folgender Hinweis: Der grünende Stab Aarons, durch den ihm Gott sein Priestertum bestätigte, war der Zweig eines Mandelbaums (4 Mo 17,17ff)

Das ist versteckter Hinweis auf den Plan unseres Vaters im Himmel, sich eine Herde, also ein Volk von Priestern zuzulegen.

Die Pappel. Das Lexikon zur Bibel weist uns zur Linde auf S. 745 weiter: der hebr. Name (liwnäh = die Weiße) rührt von den weißen Blütentrauben und Blattunterseiten her.

 

Weiß steht für Reinheit und Fleckenlosigkeit. Der Vater im Himmel will ein Volk, das rein und fleckenlos ist.

Die Platane. Sein hebräischer Name „ärmon“ ist abgeleitet von dem Wort für ‚entblößen‘, wohl im Hinblick auf die abblätternde Rinde (Lexikon zur Bibel S. 925)

Entblößen. Was damit gemeint ist, vorerst ein Rätsel im Blick auf das künftige Volk, das dem Vater im Himmel dient. Wenn wir uns entblößen, haben wir in unserem eigenen Leben nichts zu verberben und sind ehrlich gegenüber uns selbst bzw. unserem Vater im Himmel, auch gegenüber der Welt. 

Und dennoch scheint mir das ein wichtiger Aspekt zu sein. Nehmen wir mal an, wir sind die Herde.  Der Vater im Himmel will damit sagen, daß  er ein buntgemischtes Volk haben möchte. Bunt und farbig soll auch unser eigenes Leben sein.  Und ihm macht es nichts aus, wenn wir Flecken in unserem Leben haben. 

Wir, die zu seinem Volk gehören, sind also gefleckt, punktiert und gestreift. Diese Vielfalt stärkt uns auch. Im Gegensatz zur Herde von Laban. Alle sind da einheitlich schwarz oder weiß. Es gibt keinerlei Unterschiede. In einer solchen Herde trottet ein jeder hinter dem anderen her, denn es gibt keine Vorbilder, die uns herausfordern, damit wir selbst kreativ im Leben werden.  Ein Außenstehender kann mich z.B. in Labans Herde nicht finden. Und die bunten, innerhalb dieser Gruppe gibt es noch zusätzlich kleine, winzige Unterschiede. Das wiederum macht jeden einzelnen einzigartig und original.

Sich herausfordern lassen. Wenn ich aus mir herausgehe, habe ich mehr vom Leben, und das macht uns stark. In der breiten Masse gehen wir unter, werden tatsächlich schwach und krank. Auch die täglichen routinierten und vor allem die wiederkehrenden Arbeitsläufe, z.B. bei Akkordarbeiten, machen auf Dauer krank. 

Fragenblock 8 > vielfarbig oder einfarbig

·         Führst du ein buntes Leben, abwechslungsreiches?

·     Unterscheidest du dich von der breiten Masse?

·     Ist dein Leben einfarbig, quasi eintönig?

·     Willst du dein bislang einfarbiges Leben aufgeben und in die Buntheit des Lebens eintauchen?                           > Laß dir von Freunden und vom Vater im Himmel dabei helfen

·     In welchen Bereichen herrscht Eintönigkeit, in welchen bereits Abwechslung vor?

Jakob erwirbt sich also mit List seine eigene Herde, auf die Anweisung unseres Vaters im Himmel, wie wir aus dem Gespräch mit Rachel und Lea erfahren, und  er sie über das Verhalten ihres Vaters Laban informiert.  Damit komme ich wieder auf den Lohn zu sprechen.

In 1 Mose 31,7 steht, Laban habe ihm 10mal seinen Lohn verändert. Ganz schön heftig, diese Zahl.

Auch heute ist es leider üblich, daß unzähligen hart arbeitenden Menschen ihr Lohn vorzuenthalten wird. Bzw. für denselben Lohn müssen sie immer mehr arbeiten. Doch das ist bei unserem Vater im Himmel vollkommen anders. 

Er gibt uns den Lohn, der uns tatsächlich zusteht. Jakob konnte damit ganz gelassen damit umgehen, denn er wußte tief in seinem Herzen, daß der Vater im Himmel an seiner Seite ist und dafür sorgen wird, den rechten Lohn zu erhalten. Unser Vater kennt andere Wege. Statt daß wir ständig zum Arbeitgeber laufen und ihn um die Herausgabe unseres Lohns zu betteln,  wurde eben dieser Trick angewandt, der in der Bibel beschrieben steht. 

Nur für uns heute ist das schwerlich anwendbar. Doch auch heute gibt es Mittel und Wege, den rechten Lohn zu erhalten. Indem wir nach dem Willen des Vaters im Himmel fragen, nach seiner Sichtweise zu diesem Thema für das eigene Leben.

Was geschieht, wenn wir anderen den Lohn vorenthalten, das sehen wir bei Laban. Seine Herde besteht aus schwachen Tieren. Wer ein Unternehmen hat und auf Kosten seiner Mitarbeiter lebt / leben will, dessen Firma wird irgendwann in die Insolvenz schlittern, und Tausende von Angestellten stehen auf der Straße, müssen dann wohl oder übel vom Staat aufgefangen werden.

Hier in Deutschland gab es einen Unternehmer, der jetzt selbst auf der Anklagebank sitzt wegen Insolvenzverschleppung und Vermögensunterschlagung. Diese Geschichte ging lange Zeit durch die Presse. Hier hat der Staat bedauerlicherweise nicht mitgeholfen, daß den Mitarbeiterinnen ausreichend Gerechtigkeit  und Hilfe widerfährt. Folge: viele von ihnen sind heute noch verbittert darüber.

Mehr zum Lohn siehe Artikel „Der gerechte Lohn“ unter der Rubrik Tiefgang.

Fragenblock 9 > Lohn

·         Hältst du es wie Laban und veränderst du ständig den vereinbarten Lohn?

·     Oder bist du ein anständiger Arbeitgeber und belohnst gerecht deine Mitarbeiter?

·     Belohnst du dich selbst, wenn dir etwas gelungen ist?

·     Oder enthältst du deiner Seele das, was ihr zusteht?

Derweilst begleiten wir unseren inneren Jakob samt Familie auf seiner Rückkehr. An der Grenze zu Kanaan holt Laban ihn ein, nachdem er von deren „Flucht“ gehört hat.  Sie schließen zum guten Schluß einen Bund miteinander. Dann ziehen beide ihre wieder ihre Wege – Jakob nach Kanaan, Laban zurück zu seinem Wohnort.


Die Vergangenheit

Ja, die Vergangenheit holt uns ein. Auch unseren Jakob. Sein Verhalten gegenüber seinem Bruder Esau steckt ihm nach wie vor in den Knochen. Obwohl er mit einer Familie und einer großen Herde gesegnet worden ist, kommt bei ihm die Angst vor der möglichen Rache seines Bruders hoch. Auch wenn gut 20 Jahre verstrichen sind.  

Ihm rutscht das Herz in die Hose.  Kommt dir / kommt das euch bekannt vor? Ihr habt etwas ausgefressen, und nun holt euch die Vergangenheit wieder ein. Jakob macht es uns vor. Und er will sich versöhnen und seinen Bruder um Vergebung bitten

Ja, das ist sein „Ausweg“:  Versöhnung. Versöhnung mit seinem Bruder. In der Hoffnung, daß dieser darauf eingeht. Und er schickt ihm dazu ein Versöhnungsgeschenk, ein sehr großes sogar. Esau nimmt das Geschenk nach längerem Zureden Jakobs an.  Außerdem nennt er, Jakob,  seinen Bruder Herr.

Fragenblock 10 > Vergangenheit

·        Wie gehst du mit deiner Vergangenheit um?

·    Bist du als innerer Jakob bereit, dich mit deinem inneren Esau auszusöhnen?

·    Nimmst du als innerer Esau das Versöhnungsangebot an?

·    Kannst du das Versöhnungsangebot annehmen, damit die Aussöhnung in dir mit dir selbst geschehen kann?



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