Themen:

Dina und die Töchter des Landes

Dina in der Welt der Männer



Jakob’s Tochter

1 Mose 34


Einleitung

Wir haben nun einiges über die Kinder Jakobs erfahren und vertieft. Denn so manches findet sich auch in uns selbst wieder. Bei dem einen mehr, bei anderen weniger. Es ist eine Mischung aus allem.

Im Leben einiger Söhne geht’s recht turbulent zu. Doch dabei dürfen wir auch nicht DINA, die wohl einzige Tochter von Jakob vergessen.  Ihr wurde ein ganzes Kapitel gewidmet. Es geht um Sexualität, um den Beischlaf mit dem ersten Mann usw.

Die Herzeleid-Episode für Jakob

im Kurzüberblick:

Zu seinen Söhnen zählt auch noch eine Tochter. Ihr Name Dina. Von ihr lesen wir nur noch in 1 Mose 34

Lexikon zur Bibel S. 244 über Dina

„Rechtsstreit“, Tochter Jakobs von Lea.  Der Hiwiter Sichem, der Sohn Hamors, verführt sie und möchte sie heiraten. Die Jakobssöhne gehen zunächst darauf ein, dann aber betrügen ihre Brüder Simeon und Levi  die Bewohner der Stadt, bringen „alles, was männlich war“ , um und holen ihre Schwester zurück.  Jakob beteiligt sich nicht an ihrem Überfall und tadelt seine Söhne (1 Mose 34); noch am Ende seines Lebens verurteilt er ihren Zorn (1 Mose 49,5-7). Dina bleibt anscheinend unverheiratet und zieht mit Jakob nach Ägypten (1 Mo 46,15).

 

In diesem Fall leidet auch sie. Was unter Leid zu verstehen ist, dazu ein gesonderter Artikel 


Dina

Wer ist sie? Was hat sie mit mir zu tun / mit uns? Eine DINA befindet sich ja auch in uns. 

In ihrer Mutter und ihrer Tante hat sie keine Vorbilder im Umgang mit ihrer Sexualität und ihrem Frauwerden, Frausein gefunden. Wir erinnern uns an den „Zickenkrieg“, dem Kampf der beiden um ihren Vater Jakob.

Zudem war ihre Mutter Lea ungeliebt, ihre Tante Rachel die von Jakob geliebte Ehefrau, was auch nicht hilfreich war. Da ist es nicht verwunderlich, daß sie sich von den Töchtern des Landes angezogen gefühlt hat.

Dina und die Töchter des Landes

Töchter des Landes. Was ist darunter zu verstehen? Wir erinnern uns, daß Jakob mit seiner Familie in Kanaan lebt. Dieses Land gehört noch nicht seinen Nachkommen. Sie sind nach wie vor Fremdlinge.  Die Töchter des Landes sind die jungen Mädchen und Frauen des Volkes, das bereits vor ihm schon lange in diesem Land gewohnt hat.

Warum wollte Dina diese sehen? An der Schönheit kann es nicht liegen. Sicher gab es auch im Hausstand ihres Vaters auch schöne Töchter. Damit meine ich die Töchter von den Mägden, die mit ihm zogen.

Warum wollte Dina diese sehen? Lassen wir sie doch selbst erzählen!

Dina:    

Nun, meine Mutter und meine Tante haben mich so ganz und gar nicht aufgeklärt in Sachen Sexualität und dem zur Frau heranreifen. Die beiden waren ja mit sich selbst und dem Kampf um meinen Vater Jakob beschäftigt. Außerdem hatte ich ja nur meine Brüder um mich.  

Von daher war ich noch recht unsicher, wie sich eine Frau zu verhalten hat, oder wie man als Frau empfindet. Und da wollte ich mir von diesen jungen Mädchen für mich etwas abschauen.

Doch bevor ich überhaupt etwas lernen konnte, da hat mich Sichem, der Sohn von Hamor, dem König des Landes, mich schon einfach genommen und ist in mich eingedrungen, ohne zu fragen, ob ich das überhaupt möchte.

Er hat mir Gewalt angetan. Und er hat in meiner Seele etwas zerstört, was in der Entwicklung begriffen war. Ich war verletzt, nicht nur seelisch, auch körperlich. Denn sein eindringen in mich hat auch Verletzungen im Genitalbereich verursacht. 

Er hat mir etwas geraubt. Er mir die Fähigkeit, einen Mann zu lieben, geraubt. Er hat gemeint, ich gehöre jetzt durch diesen Akt jetzt ihm. Ich wäre sein Besitz, sein Eigentum, weil er in mich gedrungen sei. Das sei seine Art, seinen Besitzanspruch an mich, und überhaupt an Frauen zu deklarieren.

Ich wurde auf schändlichste erniedrigt und gedemütigt. Ich wurde mißbraucht, und mir die kommende wachsende Freude am Frau werden und Frau sein genommen. Seitdem habe ich keinen Mann gefunden. Wie denn auch. Einen meiner Brüder konnte ich ja schlecht zum Manne nehmen, denn das wäre Inzest gewesen.

Zunächst einmal. Wie finden wir zu einer gesunden Beziehung zu uns selbst, zum Frau sein bzw. zum Mann sein (die männlichen Leser betreffend). Zumal es an richtigen Vorbildern generell mangelt. 

Was versteht die Bibel unter dem Begriff Frau bzw. Mann, weiblich bzw. männlich? Welchen Stellenwert haben Mann und Frau in der Bibel? Was berichtet die Bibel über das Werden zu einer Frau oder zu einem Mann?

Fragen über Fragen. Den ersten Unterschied zwischen Mann und Frau erkennen wir an den äußeren und inneren Geschlechtsmerkmalen.  Männer sind somit die Zeugenden, die Frauen die Gebärenden. Doch darauf kommt es nicht so genau an. Es gibt Partnerschaften, die auf Geschlechtsverkehr verzichten. Es gibt Frauen und Männer, die damit ohne auskommen.

Doch geht es uns um den inneren Mann bzw. die innere Frau. Jeder von uns trägt beide Anteile in sich. Unser Problem ist jedoch, daß wir Frauen wieder mehr unsere innere Frau nach außen strahlen zu lassen, ohne den männlichen Anteil zu unterdrücken. Und ein extrem schwieriges Problem ist die Welt.  Sie sieht vielfach die Frau als Freiwild, mit der man tun und lassen kann, wie der Mann will. 

Wir Frauen werden vermarktet, Magermodels sind die Mode. Die Männer umgeben sich gerne mit Frauen, die äußerlich schön sind.  Wer dem Diktat der Welt nicht mithalten kann, bleibt auf der Strecke.  Die Welt, wie wir sie kennen, lebt recht oberflächlich.  Gerade was das Frau sein und die weibliche Sexualität betrifft.  

Wer von uns Frauen auf der Suche nach erfüllter Sexualität und dem Frau sein ist, geht der Welt auf den Leim. Diese Welt verwechselt Sexualität mit Sex. 

Sexualität ist zunächst mal Geschlechtlichkeit. Darin steckt das Wort Geschlecht. Für uns Frauen ist damit gemeint „das weibliche“ Geschlecht.

Internet-Definition:  die Merkmale, aufgrund derer Lebewesen als männlich oder weiblich bestimmt werden.

Mir geht’s um die Merkmale der inneren Frau. Und für die Männer, was sie innerlich als Mann ausmacht. Dazu teilen wir unsere Seele gedanklich in zwei Hälften. Die eine Hälfte ist weiblich, die andere männlich. Als erstes schauen wir auf unseren inneren weiblichen Anteil. Doch ein dritter Teil gehört ebenso dazu: die kindliche Seele

Und wir kommen nicht daran vorbei, erst einmal zu klären, was die Bibel mit Seele meint. Wie immer schauen wir im Lexikon zur Bibel nach. Hier steht auf S. 1062 (auszugsweise)

Ursprünglich bezeichnet das hebr. Wort näfäsch den Schlund, die Kehle (so nach Jes 5,14), dann aber insbesondere – ähnlich dem Begriff Geist – den Hauch, der hier aber als Kennzeichen des Atemvorganges (Hiob 41,13 LÜ: Odem) und damit dessen, was den Körper lebendig macht, verstanden wird; näfäsch bezieht sich also ursprünglich nicht auf eine Sache, sondern auf einen Zustand bzw. Vorgang.

Von da aus ist mit Seele zunächst diejenige Kraft gemeint, die aus einem Körper ein lebendiges Leben macht und den oben genannten Lebensvorgang bewirkt und erhält.

Daneben kennt das AT  aber auch die Seele als das Organ der Empfindungen im Menschen, wobei das Wort bedeutungsgleich mit Herz oder Gemüt verwandt werden kann. Sie kann von Angst bedrückt sein ( 1 Mose 42,21), Freude empfinden (Ps 84,3; 86,4), sich quälen (Jes 53,11) , sie liebt (1 Mo 34,3), ist des Trostes bedürftig und kann getröstet werden (Ps 77,3; 94,19), begehrt Genüsse (5 Mo 12,20f; Mi 7,1), kann aber auch betrübt und geplagt sein (Hiob 19,2; Ps 42,6) und böse Gefühle beherbergen und zum Ausdruck bringen (Spr 13,2). Sie kann weinen (Ps 119,28), sich in Tränen ergießen (Hiob 30,16) und ausgeschüttet werden.

Ja, sie kann in einigen Fällen sogar als Organ des Denkens (1 Sam  20,4 LÜ: Herz), des Erkennens (Ps 139,14) und des Willenentschlusses (1 Mo 23,2)

Das mit den Empfindungen ist eine Sache für sich. Gerade mit dem richtigen Umgang der selbigen. Das wurde leider nicht von Generation zu Generation weitergegeben.  Jetzt liegt es an dir / an mir selbst, dies in die Hand zu nehmen. Gemeinsam mit dem Vater im Himmel bekommen wir das hin. Da bin ich sehr zuversichtlich.

Wir schauen uns jetzt die Empfindungen an, die im 1 Buch Mose auftauchen. Die ersten erscheinen im 3. Kapitel: begehrenswert die Frucht für ihre Augen. Es ist hinlänglich bekannt, daß unsere Augen die Fenster unserer Seele sind. Anders ausgedrückt in diesem Fall. Jene Frucht ist begehrenswert für die Seele.

Matthäus 6,22 Das Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein.
                      23 Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist,                       wie groß wird dann die Finsternis sein!

Unsere Seele begehrt. Warum eigentlich? Bis dahin hat sie doch wohl augenscheinlich keinen Mangel erlitten. Alles war im Garten Eden vorhanden. Erst der Besuch der Schlange wird sie zu etwas hingeleitet, was der Vater im Himmel für sie nicht vorgesehen hat. Ich meine damit, dieses Wesen in Gestalt einer Schlange versucht durch Halbwahrheiten einen Keil zwischen uns und dem Vater zu treiben. 

Diese Halbwahrheiten finden fruchtbaren Boden, solange unsere Seele noch nicht fest genug ist, um Widerstand zu leisten. Ein Übriges tun jene Gedanken, Worte, die in unsere Seele Eingang finden und sich festsetzen. Die Werbung im Fernsehen, im Netz und auf Plakaten setzt genau auf diese Schiene. Viele Firmen wie die Pharma- und Kosmetikindustrie glauben, sie seien wie Götter und verkaufen Produkte beispielsweise unter dem Aspekt der ewigen Jugend und Schönheit.

Natürlich gibt es heute mehr denn je Produkte, die unser Herz begehren will. Die Industrie und Wirtschaft lebt von Kurzlebigkeit. Daher gibt es die Angebote immer so kurzfristig, daß man gezwungen ist, sich so sofort zu entscheiden. Wir haben so kaum noch Möglichkeit zum Vergleichen und abzuwägen, ob man dieses oder jenes auch tatsächlich braucht. Man könnte ja etwas Wichtiges versäumen.

Die Welt führt uns immer wieder etwas vor Augen. Und genau das hat auch DINA gemacht. Sie hat in ihrem Fall auf die Töchter des Landes gesehen, geschaut. Wohl unter der Frage: Was haben diese Mädchen, was ich nicht habe?

Dina:

Ja, so ist es. Meine Augen waren es, die mich verführt und geführt haben. Heute bereue ich es, doch damals wußte ich es leider nicht anders. Ich habe auf das Äußere geschaut, auf die Oberfläche. Und nicht in das Herz der Mädchen.

Stattdessen hätte ich sie aus der Ferne beobachten können, im Schutz der Familie, dann wäre das mit Sichem und seiner Gewalttat an mir nicht geschehen.

Was haben diese Mädchen, was ich nicht habe? Was besitzt die Welt, was wir nicht haben?

Wenn wir mit dieser Frage auf unsere Umwelt schauen, dann sehen wir erst einmal eine Fassade. Um hinter diese Fassade schauen zu können, müßte / sollte die Welt ihr Herz öffnen, damit wir einen Einblick gewinnen. Doch genau diese Welt hat gar kein Herz. Sie ist gar nicht bereit, ihre Türen und Tore zu öffnen. Denn dazu ist sie nicht bereit. Es ist wirklich nur Fassade, schöner Schein. 

Die Vergewaltigung dient dazu, ihr die Seele, ihr Herz zu rauben, sie seelenlos zu machen. Erst dann darf sie dazu gehören. Sonst halten es beide Seiten nicht miteinander aus. Deshalb hat Hamor auch ihren Vater Jakob um ihre Hand gebeten, wie man so schön sagt.

Ein Leben ohne große und kleine Empfindungen? Ohne Seele? Geht das? Scheinbar schon. Es wird gelebt und gefeiert bis zum Umfallen.  Unsere Seele kann da nicht mithalten. Deshalb sehnt sie sich danach, da irgendwie dazu zugehören. Sie will dazugehören, um nicht als Außenseiterin zu gelten. 

Gelten. Ein Stichwort. Wir wollen in den Augen der Welt etwas wert sein. Denn wir fühlen uns unwert, weil wir doch irgendwie so anders sind. Wir passen nicht ins System. Wir sind wohl weder Fisch noch Fleisch. Und fragen uns selbst: Was machen wir nur falsch? Bin ich falsch?

Dina

Aus Sicht der Welt sind wir wohl falsch. Sie steckt uns in ihre Schubladen. Und da kommen wir nur schwerlich heraus.

Was falsch und richtig ist, das ist wohl eine persönliche Ansichtssache. Wir kommen gegenüber der Welt uns doch recht mickrig vor, gerade als Frau, nicht wahr? Nicht genug damit, daß wir ohnehin verunsichert sind, und wir keine Unterstützung haben. wenn es darum geht, die innere Frau in uns zu voller Blüte zu entwickeln und diesen Stand auch einzunehmen.

In dieser wohl hochsensiblen Phase sind wir sehr angreifbar. Und das muß nicht unbedingt über die körperliche Gewalt geschehen wie bei Dina. Es reichen auch schon emotionale Verletzungen aus, indem wir kritisiert werden über Aussehen, Verhalten u.v.m. 

Trotzdem ist auch hier Heilung möglich. Und es ist noch nicht zu spät, diese innere Entwicklung zur inneren Frau fortzusetzen und zur vollen Blüte zu bringen.

Das erste Stadium ist unser inneres Kind, dem Verletzten. Wir erlauben, daß es gesund werden darf und ebenso erwachsen. Wir kümmern uns liebevoll um dieses Kind. 

Das zweite Stadium ist die verletzte innere Frau in uns, die ja eigentlich bereits in uns existiert.  Wir erlauben ihr, daß sie gesund werden darf und sich voll entwickeln. 

So können wir selbstbewußt als Frau im Sinne unseres Vaters im Himmel in der Welt leben und stehen. Zunächst bejahen wir, erkennen unsere innere Frau an. Wir bitten sie um Vergebung, daß wir lieblos mit ihr umgegangen sind. Daß wir nicht anders konnten, das ist wohl richtig. Erst wenn die Zeit reif ist und wir innerlich uns weiter entwickelt haben, können wir uns um unsere innere verletzte Frau kümmern.

Damit die Heilung geschehen kann, ist es am besten, mit ihr ins Gespräch zu kommen, sie kennenzulernen. Dazu geben wir ihr entweder einen Namen oder fragen sie danach. 

Die erste Kontaktaufnahme könnte so lauten:

Silke M            Ich bejahe meine innere verletzte Frau. Wie heißt du eigentlich?

ivF                              Soraya

Bedeutung des Vornamens

·         die Plejaden

·         kleine Kostbarkeit

·         Juwel und Morgenstern

·         gute Herrscherin

·         Licht der Sterne

·         Abendstern

Silke M            Dieser Name passt echt gut zu dir.

Soraya    Ja.

Silke M            Es ist Zeit, dir endlich die Heilung zu gewähren, und das Erwachsenwerden bzw. zur vollen Entwicklung heranzureifen.  Außerdem bitte ich dich um Vergebung.

Soraya    Ich danke dir, und ich vergebe dir.

ivF steht für innere verletzte Frau. Wie deine eigene innere verletzte Frau heißt, da mußt du sie schon selbst fragen. Meine jedenfalls heißt Soraya. Silke M, das bin ich, die hier diesen  und alle anderen Artikel verfasst. Damit diese authentisch entstehen können, durchlaufe ich eine nahezu ähnliche Entwicklung wie ihr. Ich stehe ebenfalls vor denselben „Problemen“.  Zumindest innerlich.

Der erste Schritt ist nun getan. Wir haben den Kontakt mit unserer inneren verletzten Frau aufgenommen. Und der Heilungsprozess beginnt nun. Durch weitere Gespräche mit ihr entwickeln wir uns gemeinsam weiter.


Dina in der Welt der Männer

Doch da gibt es noch die andere Seite:  Die innere männliche, in der Gestalt von Sichem und seinem Vater Hamor. Schließlich geht’s darum, unsere innere Zerrissenheit zu überwinden. 

Was wir lesen über Sichem, und das in nur einem Vers:

·         Er sieht sie

·     Er nimmt sie

·     Er legt sich zur ihr

·     Er tut ihr Gewalt an

 

Und es kommt noch schlimmer im zweiten und dritten Vers

·         Er hängt an ihr

·     Er hat sie lieb

·     Er redet freundlich mit ihr

·     Er will sie zur Frau, weil sein Vater für ihn um sie bei ihrem Vater bitten soll

Die weiteren Männer in uns sind Jakob, Simeon und Levi. Jakob schweigt, bleibt ruhig.  In Simeon und Levi dagegen wächst der Zorn. Sie gehen vordergründig auf das Brautwerben ein.

Wenn wir die ganze Geschichte weiterlesen, was dann Hamor und Sichem ihrem Volk mitteilen, da scheint wohl ein ganz perfider Plan dahinter zu stecken.  Damit die Familie Jakobs ihnen zu Willen ist, um an ihren Besitz und Reichtum zu kommen, lassen sie sich auf die Beschneidung ein. In Wirklichkeit „pfeifen“ sie auf deren Bund mit dem Vater im Himmel.

Das ist das Bild, das wir oberflächlich sehen. Ob das Handeln von Simeon und Levi richtig war, lassen wir erst einmal einfach so für sich stehen.

Insgesamt haben wir 5 Männer. Wir klären erst einmal wer für welche Welt steht. Sichem und Hamor sind die Vertreter der Welt ohne Beziehung zu Gott, zum Vater im Himmel. Jakob, Simeon und Levi dagegen sind die Personen, die mit dem Vater im Himmel leben. 

Der Gedanke, das Angebot, daß sie sich gegenseitig jeweils die Töchter zu Ehefrauen nehmen wollen, ähnelt doch sehr mit der Geschichte in 1 Mose 6. Ein Teil der Kinder unseres Vaters im Himmel haben sich durch Heirat mit den Menschen vermischt.

Eine Vermischung der Welt ohne den Vater im Himmel, die weiterhin ohne diesen leben will mit der Welt, die mit ihm eine enge Beziehung führt, das ist in uns selbst vorhanden. Dazu gibt es verschiedene Bibelstellen. Sie münden in das Gebot, daß wir uns, die wir mit dem Vater unterwegs sind, nicht vermischen sollen:

5 Mose 7,3                         und sollst dich mit ihnen nicht verschwägern; eure Töchter sollt ihr nicht geben ihren                                                        Söhnen und ihre Töchter sollt ihr nicht nehmen für eure Söhne.

2 Mose 34,15                    Hüte dich, einen Bund zu schließen mit den Bewohnern des Landes, damit sie, wenn sie                                                      ihren Göttern nachlaufen und ihnen opfern, dich nicht einladen und du von ihrem Opfer                                                    isst 
                                             16 und damit du für deine Söhne ihre Töchter nicht zu Frauen nimmst und diese dann ihren                                              Göttern nachlaufen und machen, dass deine Söhne auch ihren Göttern nachlaufen!

Matthäus 6,24                 Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und                                              den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern                                                                    verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

Da wir nun mal in diese Welt hineingeboren werden, bleibt die Vermischung nicht aus. Sie macht sich erst dann bemerkbar, wenn wir den geistlich-spirituellen Weg einschlagen, wenn wir uns auf die Suche nach uns selbst machen.  Dann beginnen die inneren Kämpfe. Schließlich neigen wir ja doch sehr dazu, es beiden Seiten recht zu machen. Was auf Dauer wirklich nicht gut geht.

Wie hat sich Sichem ihr bzw. unserer inneren Frau gegenüber verhalten? Zuerst vergewaltigt er sie und dann hat er sie lieb und ist freundlich zu ihr? Wie abartig ist das denn? Ein solches Verhalten verletzt Dina noch mehr. Ihr geht es ja ohnehin seelisch miserabel genug. Er will sie zur Frau, und das um jeden Preis.

Um herauszufinden, wie wir mit unserem inneren Sichem künftig umgehen, lassen wir ihn sprechen.

Sichem:

Was wollt ihr denn, ihr Mädels und Frauen. Ihr Frauen habt uns zu Diensten zu sein. Wenn wir Männer uns zu euch legen wollen, dann tun wir das auch. Ob ihr wollt oder nicht, das ist uns völlig egal.

Wir wollen uns befriedigen, d. h. ihr sollt uns befriedigen, denn dazu seid ihr geschaffen. Zu mehr auch nicht. Und wenn dabei dann noch Kinder herauskommen, dann ist das euer Problem. Die Verhütung ist Frauensache.

Ganz schön heftig, diese Aussage. Das kennen bestimmt einige von euch. Nicht zur Verantwortung stehen, wenn sozusagen etwas schiefgelaufen ist. Doch so ist die Welt, die ohne Gott (ohne den Vater im Himmel) lebt, nun leider mal. Sie will keinerlei Verantwortung tragen und kennt auch kein schlechtes Gewissen. Verantwortung ist demnach ein Fremdwort für sie. Eine solche Welt will nur feiern und leben, während die andere Welt für sie die sogenannte „Drecksarbeit“ machen soll.

Was ist Verantwortung? Lt. Lexikon zur Bibel S. 1205 anfangs ein „Sich-Verantworten“, um es auf unseren Fall hier zu beziehen.  Und das Gewissen?  Das ist (Lexikon zur Bibel S. 414) ein dem Menschen von Gott gegebener Mitwisser (syneidäsis = Gewissen, Mitwissen), der normalerweise unabhängig vom Willen des Menschen seine Gedanken und Werke beurteilt und ihm erkennbar macht, wenn er von der vorgesetzten Ordnung abweicht. Da sich das Gewissen nur beim Verstoß gegen die Ordnung regt, wird es erst nach dem Sündenfall tätig.  ( 1 Mo 3).

Das Gewissen regt sich schon beim Entschluß zur Sünde. Pilatus wurde von seinem Gewissen gemahnt, als er Jesus auf Drängen der Juden zur Kreuzigung übergeben sollte (Mt 27,24). Das Gewissen schlägt im Augenblick der unrechten Tat . ….

Hat der Mensch Unrecht getan, dann verklagt und beißt ihn sein Gewissen (Hiob 27,6 ), …

Von Reue ist bei Sichem keine Spur zu sehen. Er besitzt die Frechheit, sie noch zur Frau nehmen zu wollen. Doch zurück zum Thema Verantwortung und Gewissen.  Wie hat sich Dina dabei gefühlt?

Dina:

Nun, ich war nun völlig durcheinander. Zuerst vergewaltigt er mich, und ist dann hinterher so freundlich, daß er mich um den Finger gewickelt hat. Ich konnte nicht anders als JA zu dieser Ehe zu sagen, obwohl ich so auf schändlichste gedemütigt worden bin. Ich bekam es wirklich mit der Angst zu tun, Angst vor ihm und Angst vor den Männern überhaupt. Ich konnte mich nun ganz und gar nicht mehr meinen Eltern anvertrauen.Ich war völlig auf mich allein gestellt.  Und dann sollten meine Brüder deren Frauen ehelichen? Wo bin ich da hineingeraten?

Ja, wo sind wir da hinein geraten? In eine Welt, in der das weibliche Geschlecht unterdrückt und mißbraucht wird. In eine Welt voller Angst, denn es ist eine Männerwelt. Doch wir Frauen kommen auch da wieder heraus.  Wir gehen Schritt für Schritt vor.

Es ist nun mal geschehen. Das Erlebte ist nicht mehr rückgängig zu machen.  Die seelischen Verletzungen sind da.  Unser gesunder Teil übernimmt die Verantwortung dahingehend, daß es sich bisher nicht um den verletzten inneren Anteil nicht gekümmert hat. Der gesunde innere Erwachsene wendet sich der inneren verletzten Frau zu.  

Allerdings dürfen wir nicht vergessen, daß es Zeit braucht, bis ein Vertrauensverhältnis zwischen beiden gewachsen ist, und unsere innere Dina sich anvertrauen kann. Das einfachste ist für sie, daß wir, d. h. der innere gesunde liebevolle Erwachsene einfach anwesend ist und wartet. Es nützt Dina nichts, wenn sie mit Tipps und Vorwürfen zugetextet wird. Denn sie hat genug damit zu tun, das Erlebte irgendwie auf ihre persönliche Weise das Geschehene zu verarbeiten.

Bei Dina regt sich auf jeden Fall das Gewissen. Sie bereut, den geschützten Raum des Elternhauses verlassen zu haben und so der Welt ausgeliefert zu haben. Ja, im Elternhaus sind wir geschützt, auch wenn nicht alles perfekt ist.

Schlimm für Dina ist auch, daß ihr Vater Jakob zu ihrem Erlebten schweigt. An seiner Stelle ergreifen zwei ihrer Brüder das Wort und Partei für sie. Hatte ihr Vater Jakob sie denn nie geliebt?

Dina

Nein, ich war ja die Tochter seiner ungeliebten Frau Lea. Meine Tante Rachel war ja seine Lieblingsfrau. Wäre ich deren Tochter gewesen, dann hätte mich mein Vater geliebt. Aber als Tochter von Lea? Unmöglich. Denn dazu war er nicht in der Lage, irgendetwas zu empfinden, was nach väterlicher Liebe ausgesehen hätte.

Das Bereuen unsererseits ist ein wichtiger Schritt zur Heilung. Es bewirkt eine Umkehr, eine innere Umkehr zurück zu unserer inneren Mitte. Trotzdem macht es für Dina nicht einfacher, zumal Jakob keinerlei väterliche Gefühle bisher gezeigt hat. 

Und ihre Brüder Simeon und Levi? Sie rächen sie für sie, indem sie nach der geforderten Beschneidung alles, was männlich ist, erschlugen.

Alles, was männlich ist. Wie würden wir handeln? Es geht um das männliche, das ohne Gott, ohne Vaterbeziehung lebt und sich alles nimmt, was ihnen vor die Augen kommt. Die männliche Triebe, die ihm nicht untergeordnet wurden und jetzt zügellos geworden sind. Sie bringen keine Frucht, wie wir der Geschichte Dina’s entnehmen können. Im Gegenteil. Sie rauben die Früchte, das Gute im Menschen.

Was also tun, wenn wir es mit solchen Personen zu tun haben? Sie verhalten sich als Energieräuber. Unsere inneren Vampire können wir ja ganz gut im Laufe der Zeit „eliminieren“. Bei den äußeren in unserem Umfeld wird es schwieriger. Eine Möglichkeit, wenn es sich um das private Umfeld handelt: sich distanzieren, abgrenzen so gut wie möglich. Auch Beziehungen beenden, falls sich keine Änderungen zeigen.

Beruflich wird es da schwieriger. Trotzdem geht es: Einfach NEIN sagen, denn so sagst du JA  zu dir selbst, weil du dann auf dich selber achtest. Das hat nichts mit dem Egoismus zu tun, der so gern zitiert wird. Ein gesundes EGO kümmert sich regelmäßig um sich selbst, ohne allerdings sein Umfeld zu vergessen. Der Egoismus, den die Welt zumeist meint, kümmert sich nur um sich selbst, und denkt gar nicht an seine Mitmenschen.

Wir fangen an bei uns selbst zu bleiben und ernähren aus uns selbst, denn in uns selbst liegt die Quelle, die uns all das gibt, wonach wir bislang im Außen, bei unseren Mitmenschen finden wollten.  Auch das Aufblühen zu einer Frau ist nur aus dem eigenen inneren möglich. 

Dina hat das Elternhaus verlassen, weil sie auch Bestätigung suchte, die Bestätigung, daß sie nun eine Frau ist, erwachsen. In Sichem sah sie wohl die Eigenschaften, die sie so vergeblich bei ihrem Vater Jakob gesucht hat. Was dieser schamlos ausgenutzt hat. Das konnte nur geschehen, weil sie die emotionale Zuwendung von Jakob nicht in dem Maße bekommen hat, wie sie es eigentlich gebraucht hätte.

Simeon und Levi. Sie sind unsere inneren Rächer. So wie Dina emotional tief verletzt wurde in ihrer Seele, so schreit ein Teil in ihr nach Rache. Diese Rolle übernehmen ihre Brüder. Bei uns, unsere inneren männlichen Anteile. Ihr Zorn, d. h. unser Zorn eskaliert. 

Wie also umgehen mit Zorn? 

Jak 1,19                Ihr sollt wissen, meine lieben Brüder: Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören,  langsam zum Reden, langsam zum                                 Zorn.              
          20                
Denn des Menschen Zorn tut nicht, was vor Gott recht ist.

Langsam zum Zorn, das ist nicht einfach. Dazu bedarf es wirklich einiger Übung und Willenskraft. Vor allem die Unterstützung durch unseren Vater im Himmel.

Römer 12,19         Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht                           geschrieben (5.Mose 32,35): »Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.«

Das ist wahr. Wir sollten das wirklich unserem Vater überlassen, auch wenn unser Zorn uns so viel Energie zur Verfügung stellt, um zur Waffe zu greifen. Diesen Zorn, wie wir ihn hier kennenlernen, kennengelernt haben, wurde durch einen großen Vertrauensbruch hervorgerufen. 

Es geht also auch hier um das Vertrauen.  

Sichem hat mit Kalkül Dina geschändet, um sie den damaligen Gepflogenheiten  nach zur Frau nehmen zu können. Auf diesem Weg wollten er und sein Vater sich mit der Familie Jakobs vermischen, um an deren Reichtum zu kommen. 

Auf unser innerstes übertragen: Welchen inneren Reichtum besitzen wir denn? Letztendlich die Liebe unseres Vaters im Himmel. Das ist ein kostbarer Schatz und vermehrt sich auch ohne durch unser Zutun.

Nehmen wir mal an, wir würden uns vermischen. Wir würden uns ganz schön verändern. Wir wären nicht mehr dieselbe authentische Person, die wir bisher waren. Es geht etwas wichtiges verloren. Wir gehen  verloren. Unsere Seele mit ihrem Reichtum geht verloren. Denn wir entfernen uns immer mehr aus unserer inneren Mitte.

Und andererseits? Werden die anderen reicher? Nein, denn ihr Leben war bislang hohl gewesen und eine Fassade zum schönen Schein. Und weil nichts dahinter ist, lösen wir uns auf. Wir sind zum Schluß dann nur noch Schatten unserer selbst. 

Es geht dieser Scheinwelt um die Zerstörung der richtigen Welt. Es geht Sichem und Hamor darum, uns vom Vater im Himmel zu trennen, durch den wir das ewige Leben haben.

Wie entscheiden wir uns? Unsere inneren Sichems und Hamors versuchen uns das einzureden, daß Platz für beide ist und gemeinsam unser Leben gestalten. Wenn wir ihre wahren Absichten durchschauen, mithilfe des Heiligen Geistes gelingt dies uns, dann lehnen wir ihr Angebot ab.  Schließlich ist es besser, sich nicht gleichzustellen mit der Welt. Sichem und Hamor wollten dies.

Römer 12,2        Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung  eures Sinnes, damit                               ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene

Gleichstellung, das ist ein Begriff, den wir immer wieder hören in den Nachrichten. Was steckt da aber tatsächlich dahinter? Es gibt dann keine Unterschiede mehr. Noch nicht einmal der Unterschied zwischen Mann und Frau.

Doch unser Vater im Himmel hat sich bewußt für die Unterschiedlichkeit aller Menschen entschieden. Sichtbar sehen wir das an der Herde Jakobs, die er sich zusammengestellt hat mit den punktierten, gestreiften, bunten. Die Welt dagegen will Einheit, quasi grau und grau, alles zu einer homogenen Masse zusammengeworfen. 

In unserer Geschichte haben sich Sichem und Hamor verkalkuliert. Sie bezahlen mit dem Tod. Dasselbe gilt auch für unsere inneren Sichems. 

Matth 16,26       Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner                                    Seele? Oder was kann der Mensch geben, womit er seine Seele  auslöse?

Unsere innere Dina hat bereits Schaden erlitten. Um weiteren Schaden zu vermeiden, greifen ihre Brüder zum Schwert. Für uns ist das das Wort, die Bibel. Wir ziehen die Waffenrüstung Gottes an – siehe Epheser 6 – 

Mit dem Tod bezahlen. Innerlich sterben. Das ist kein angenehmes Gefühl. Und es ist unser alter innerer Mensch, der sterben muß. Dieser alte Mensch, ohne Beziehung zum Vater, die Bibel nennt ihn den natürlichen Menschen.

1 Kor 2,14            Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit und er kann                                 es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden.

Kol 3,5                 So tötet nun die Glieder, die auf Erden sind, Unzucht, Unreinheit, schändliche                                                                     Leidenschaft, böse Begierde und die Habsucht, die Götzendienst ist.

Begierde, Habsucht, diese beiden Dinge sind im Herzen von Sichem und Hamor. Simeon und Levi haben das wohl ganz gut erkannt. Und deshalb haben sie zum Schwert gegriffen. Und dann zugeschlagen, als die Welt nicht mehr so recht bei Sinnen war. Nach der Beschneidung der Vorhaut mußten sie „höllische Schmerzen“  ertragen. Da war es unmöglich sich auf anderes zu konzentrieren.

Kol 3.,6       Um solcher Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams.
7 In dem allen seid auch ihr einst gewandelt, als ihr noch darin lebtet.
8 Nun aber legt alles ab von euch: Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde;
9 belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen
10 und den neuen angezogen, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat.

„Höllische Schmerzen“ , ein interessanter Aspekt. Warum hatten sie die wohl? Sie hatten sich doch freiwillig beschneiden lassen. Das tun wir doch auch, wenn wir unser Herz beschneiden lassen. Nur es tut dann richtig weh, wenn wir an dem festhalten wollen, was uns so immens wichtig war. 

Die Hiwiter waren habgierig, davon wollten sie nicht weg. Sie wollten sich den Reichtum Jakobs einverleiben. Und dafür waren sie bereit, jeden Preis zu lassen. Ja, so ist die Welt, sie zahlt jeden Preis, nur um etwas zu bekommen, was sie augenscheinlich nicht haben. 

Dabei denken sie gar nicht über ihr eigenes bisheriges Verhalten nach. Sie wollen so weiter leben wie bisher auch, fest in ihren Gewohnheiten bleiben. Sie wollen auf Kosten der anderen reich werden. Und dennoch bleiben sie in ihren Herzen arm, weil durch ihre Handlungen der Geist des Vaters nicht bleibt, weil es ihn traurig macht. Der Geist zieht sich wieder zurück bzw. zieht bei solchen Menschen erst gar nicht ein.

Während meiner eigenen Übersetzung von 1 Mose 34 sind mir folgende Gedanken, vielleicht auch Erkenntnisse gekommen:

 

Dina:               Gemeinde / Braut Jesu

Töchter Kenaans:      Welt ohne Gott

Jakob:            Gemeindeleitung

Chamor: Fürst dieser Welt

Brüder:           Gemeindeälteste

Sichem: der Sohn des Fürsten dieser Welt

Dina = Gemeinde Jesu will Teil der Welt sein, dazu gehören, und nicht mehr als Außenseiter/in gelten

Sichem = Sohn des Fürsten der Welt entehrt sie, hat Geschlechtsverkehr mit ihr gegen ihren Willen

Joh 8,44      Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.

Irgendwie kommt das uns bekannt vor.  Der Fürst dieser Welt ist der Teufel. Die Gemeindeleitung, der Hirte, in diesem Fall Jakob, versagt auf der ganzen Linie. Ein guter Hirte kümmert sich um seine Schafe, seine Herde. Ein guter Hirte kümmert sich um das Verletzte. Jakob hat keinerlei väterliche Gefühle für Dina gezeigt, weil sie wohl die Tochter von Lea, der ungeliebten war.

Jakob beschwert sich dann noch bei Simeon und Levi über ihr eigenmächtiges Handeln . Ihm ist es wichtiger, wie die Bewohner des Landes über ihn denken. Seinen guten Ruf in der Welt setzt er höher als sich um das Wohlergehen von Dina zu kümmern. 

Wir lesen weder davon, daß er sich mit unserem Vater im Himmel getroffen hätte, um zu klären, was er tun solle, noch hat er mit seiner Familie darüber geredet, um dann erst seine Entscheidung mitzuteilen. 

Schweigen, das ist erst einmal sinnvoll, um das Geschehene, wovon ich gehört habe, „in sich sacken“ zu lassen. Das heißt lt. Redensarten-index.de: 

etwas wirken lassen; sich an einen Gedanken gewöhnen; lernen, mit einer Situation umzugehen; sich Zeit zum Nachdenken nehmen.

Leider geht aus dem Kapitel nicht darauf hervor, ob er, Jakob, auch wirklich nachgedacht hat.  Wie gesagt, wir machen es anders als Jakob. Wir schweigen zunächst, denken darüber nach. Doch dabei bleiben wir nicht. Wir sprechen mit dem Vater im Himmel und mit Personen unseres Vertrauens darüber, was wir tun sollen, welche Entscheidung treffen.  Das bedeutet, die Welt muß warten, bis sie eine Antwort von uns bekommt.

Wie es nun gerade aktuell ist, die Welt kann nicht warten, will nicht warten. Sie ist recht schnelllebig geworden. Da mitzuhalten, wird immer schwieriger. Und es sieht gerade so aus, als ob sie immer schneller wird. Der Nachteil dabei, sie sieht nicht mehr das, was rechts und links am Wegrand liegt. Denn das Warten und Innehalten hat sie vollständig verlernt. Sie wird immer ungeduldiger

Ja, sie sollte eigentlich warten und wir die Zeit nehmen können, um in Ruhe für uns eine Entscheidung zu treffen, die in unserem Herzen Frieden auslöst. Simeon und Levi geben da sofort die Antwort, sie lassen sich durch ihren Zorn geradezu dazu hinreißen. Wir verhalten uns da nicht anders. Damit wir von der Welt in Ruhe gelassen werden, antworten wir oft viel zu schnell. Und dann ist meist „das Kind in den Brunnen gefallen“.

An dieser Stelle wiederhole ich

Jak 1,19                Ihr sollt wissen, meine lieben Brüder: Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden,                                    langsam zum Zorn.

Und was machen wir mit dem „guten Ruf“, auf den Jakob so bedacht ist? Das kennen wir doch. Oft genug bekommen wir zu hören „Was sollen die Nachbarn nur von uns denken“? Und wenn wir ehrlich sind, niemand von uns hat seine Nachbarn befragt, was sie von uns denken. 

Laßt uns jetzt einmal nachspüren, was dieser Spruch mit uns macht. Wie geht’s euch damit? Für mich stelle ich fest, daß ich mich steif mache, eine starre Haltung einnehme. Ich mache mich also klein. Und meine Gedanken kreisen nun darum, alles dafür zu tun, um nicht aufzufallen. Über kurz oder lang fallen wir doch wieder auf, weil wir es nicht mehr aushalten in den selbst gesteckten Grenzen. Wir fallen sprichwörtlich aus dem Rahmen.

Schauen wir genauer hin. Wer hat denn Angst um seinen guten Ruf? Unsere Eltern. Sie haben Angst, daß ein schlechtes Urteil über sie gefällt wird. Sie wollen anerkannt sein, geschätzt werden, Ansehen genießen.

Zugegebenermaßen, wir  ja schließlich auch. Wir wollen anerkannt und geschätzt werden, Ansehen. Zuerst einmal von den Eltern, von der Verwandtschaft. Nur wenn dies ausbleibt oder nicht in dem rechten Maß uns zuteil wird, dann verhalten wir uns wie Dina, die sich von den Töchtern des Landes angezogen fühlt und verlassen das Elternhaus.


Fragenblöcke zu Dina, der Tochter von Jakob befinden sich am unteren Ende der zweiten Seite > Jakob's Tochter 2



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