Thema:

1. Akt: bei den Bäumen in der Mitte des Gartens

1. Szene: Eva begegnet der Schlange

2.Szene: Adam kommt zu den beiden dazu

3. Szene: Den beiden gehen die Augen auf



Besuch im Garten Eden

1 Mose 3


Einleitung

Wir betreten die Bühne, genauer gesagt, die Weltbühne. Sicherlich hast du schon einmal davon gehört, daß wir im Laufe unseres Lebens verschiedene Rollen spielen.

So auch hier. Ich habe mir überlegt, um diese Geschichte zu verstehen, schlüpfen wir jeweils in die Rolle unserer Protagonisten.

Besetzungsliste                                                 Rolle

·         Adam                                                             Mann   

·         Eva                                                                  Frau

·         Schlange                                                       Verführerin

·         Vater im Himmel                                        Vater von Adam und Eva            

·         Cherubim                                                      Wächter am Weg zum Lebensbaum     


Informationen aus unserem Bibeltext

Schlange

·         Sie ist listiger als alle anderen Tiere auf dem Feld                        1 Mose 3,1

·       Sie hatte wohl                           Beine                                                                             1 Mose 3,14

·        Ihr Zunge tötet                       Hiob 20,13


נָחָשׁ

 

Schlange

נַחַשׁ

Ähnliche Vokalisation:

Zauber, Zeichen

 

Eva

·        Mutter aller die da leben                                                                           1 Mos 3,20

·         Wurde nach dem Mann gemacht                                                                    1 Tim 2,13

·         Gehilfin von Adam                                                                           Tobias 8,8

Adam

·         Aus Erde gemacht                                                                            Tobias 8,8



Kurz zum Inhalt

Es ist einige Zeit vergangen,  Adam und Eva leben nun im Garten Eden und kümmern sich um die Pflanzen, Bäume und um alle Tiere. Während Adam sich gerade in einem anderen Teil des riesigen Gartens befindet, um sich da um ein verletztes Tier zu kümmern, bekommt Eva, die sich zu dieser Zeit in der Nähe der beiden Bäume aufhält, Besuch von einer Schlange.

Eine Schlange an sich ist noch nicht als negativ anzusehen. Sie gehört zu den Geschöpfen des Vaters im Himmel.

Da ist etwas anderes im Spiel. Ein im hebräischen ähnliches Wort wird mit Zauber  übersetzt. Das klingt interessant. Als die Schlange im Garten erscheint, legt sich mit ihr (der Schlange) ein besonderer Zauber um Eva und um die beiden Bäume in der Mitte des Gartens. Diesem Zauber kann Eva sich nicht entziehen und hört wie gebannt zu.


Auf der Bühne – der 1. Akt – 1. Szene

Wir treten in der Rolle der Eva auf die Bühne, und „lassen unsere Gedanken fließen“


Eva begegnet der Schlange

 

Eva: (ganz in Gedanken versunken, vor sich hin träumend) Ach ist das schön hier. So paradiesisch. Nichts, aber auch gar nichts kann mich von hier vertreiben. Ich liebe diesen Garten. Und ich liebe meinen Mann, den Adam. Wo bleibt er denn nur? Er ist schon so lange weg. Vielleicht ist er schon bei den beiden Bäumen in der Mitte des Gartens. Ich will doch gleich mal dort vorbei schauen.

Eva betritt den Gartenteil in der Mitte des Gebietes

während Adam noch immer mit dem verletzten Tier beschäftigt ist, und auch den einen oder anderen Zweig abschneidet,

damit sich kein Tier mehr daran verletzen kann

Eva erschrickt, als sie jemanden sieht, den sie noch nie in diesem Bereich gesehen hat.

Eva:               Huch, wer bist du denn? Ich habe dich noch nie hier gesehen.

 

Schlange (zischelnd und sich windend um den Baum der Erkenntnis): Ich bin die Schlange, die Gott geschickt hat, um dich zu prüfen und zu testen, ob du auch alles richtig verstanden hast, das mit den Bäumen und so.

 

Eva:               Natürlich habe ich das verstanden. Ich weiß gar nicht, was diese Frage jetzt denn soll?

 

Schlange: Bist du Dir denn da auch ganz sicher?

 

Eva: (leicht genervt)   Absolut, dann stell doch deine Frage!

Und die Schlange stellt nun diese Frage:

Schlange:     Ja, sollte Gott gesagt haben:

ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?

Und Eva antwortet:

Eva:          Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten;  aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, daß ihr nicht sterbet!

Einwurf der Zuschauer:         Moment Mal, als gute Bibelkenner wissen wir doch,                                                                                       daß der Papa im Himmel etwas völlig anderes gesagt hat.

Dramaturg:                                Wartet doch ab, laßt uns schauen, wie das Gespräch  nun weitergeht.

Schlange:    Ihr werdet keineswegs des Todes sterben,            

sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esset, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

Eva:     (überlegt in ihrem Herzen)   Hm. Ganz schön verlockend, wie der Vater im Himmel zu sein,                                                                               und gleich zu wissen, was o.k. ist, und was nicht so gut. Und zum                                                                            Papa muß ich dann auch nicht immer rennen, wenn ich etwas wissen will.                                                                Ich kann selbst entscheiden.   Dann werde ich wie eine                                                                                             Erwachsene behandelt und nicht mehr wie ein Kind, dem man etwas                                                                        sagen muß. Warum auch nicht?

Und greift zu der Frucht,

 in unserer aufgezeichneten biblischen Geschichte.

Hier halten wir kurz inne, frieren die Szene sozusagen ein.  Und wir spüren nochmals nach, was da soeben geschehen ist. Wie Eva machen auch wir eine gewisse Veränderung durch.

Was ist mit Eva geschehen? Was ist mit uns innerlich passiert?

Ihre Gier ist geweckt. Ihre Augen blicken lüstern auf das Angebot, vielmehr auf das, was die Schlange gesagt hat.

Aus NEUGIER wurde NEU – GIER, eine neue Gier. Da kommt ein anderes Wesen her und benutzt das ganz natürliche, was in jedem von uns steckt > die NEUGIER <  für seine eigenen Ziele und Zwecke. Schlecht  ist nur, daß Eva das nicht merkt, nicht durchschaut. Dir und geht’s doch genauso, nicht wahr? Wir selber merken das auch oft nicht. Erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Und wie kommen wir aus dieser Geschichte heraus? Sie ist nun mal passiert. Erfahrungen müssen nun mal gemacht werden. Daran kommen wir nicht vorbei.

Ich habe mich entschieden. Du hast dich entschieden. Wir haben eine Entscheidung getroffen. In diesem Hauptwort steckt das SCHEIDUNG drin. Scheidung bedeutet Trennung. Oder anders ausgedrückt, ich bejahe das, was mein Gegenüber behauptet und verneine logischerweise das, was mir der Vater, die Eltern gesagt haben. Und das nur, weil du und ich unbedingt erwachsen sein wollen und selbst entscheiden möchten. Wir sind der Überzeugung, es besser zu wissen.

Höre stets auf den Rat der Alten

(Eltern, Grosseltern),

denn sie haben die größte

Lebenserfahrung

<< mein eigener Spruch >>

Fragenblock 1 > Auf der Bühne  1. Akt – 1. Szene

·       Auf welchen Gebieten deines Lebens läßt du dich noch leider gerne versuchen und verführen?

·    Wie gut kennst du dich schon in der Bibel aus?

·    Wie reagierst du auf Verlockungen?

·    Wie kommt es, daß du dem Zauber verfällst?

·    Bist du wie Eva und möchtest gerne als Erwachsene behandelt werden? Und fällst so auf diverse Angebote herein?

·    Wie stark ist deine Neu-Gier?


Gut, wir haben uns nun mal entschieden. Wir tauen die „eingefrorene“ Szene wieder auf und schauen uns an, was weiter geschieht:


Auf der Bühne – der 1. Akt – 2. Szene


Adam kommt zu den beiden dazu

 

Unterdessen ist nun ADAM  zurückgekommen zum Baum der Erkenntnis und dem Baum des Lebens. Er bekommt gerade noch so mit, was seine geliebte EVA da so tut.

In unserer Geschichte ist nur der Dialog zwischen der Eva und der Schlange festgehalten. Wir übernehmen die Rolle des ADAM und als solcher kommen wir gerade in die Szene, wie EVA sich entscheidet, die Frucht, das Angebot, selbstständig und selbst wie der Vater im Himmel handeln zu wollen, zu nehmen. Ein möglicher Dialog könnte so aussehen:

ADAM           Hallo Eva, was machst du denn da? Oh, wir haben gerade Besuch bekommen.

EVA               Ja, ADAM. Und er hat uns bzw. mir ein lukratives Angebot gemacht.

ADAM          Was für ein Angebot?

EVA              Wir können so sein wie der Vater im Himmel, selbst wissen, was gut und böse ist, und wir werden nicht  sterben.

ADAM          Bist du dir da sicher?

EVA              Absolut. Wir müssen nicht mehr auf Papa’s Versorgung angewiesen sein. Wir können uns um alles selber  kümmern.

ADAM          Hm (etwas zögerlich). Na ja, wenn du meinst.

EVA              Ich meine nicht nur, ich bin mir ganz sicher. Wir brauchen seine Hilfe nicht mehr. Wir sind alt genug.

ADAM          Wirklich?

EVA              Ja! Glaub‘ mir doch. Laß es uns doch ausprobieren.

ADAM          Nun gut. (noch immer zögernd, aber um des lieben Friedens willen) Dann gib mir etwas von  der Frucht.

Streit und Hader waren da noch unbekannt.

Fragenblock 2 > Auf der Bühne  1. Akt – 2. Szene

·     Bist du wie Adam, der seinem Partner / seiner Partnerin nachgibt um der Liebe und um des     

    Friedens willen von

    derselben Frucht ißt?

·   Bist du stark genug, dem Ansinnen deines Partners / Partnerin zu widerstehen?

·   Wie reagierst du auf Verlockungen auf Überredungskünste von deinem Umfeld, bei etwas

     mitzumachen, was eigentlich nicht o.k. ist?


Auf der Bühne – der 1. Akt – 3. Szene


Den beiden gehen die Augen auf

 

1 Mos 3,7                   Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, daß sie nackt waren,                                                und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze

Haben sie denn geschlafen? Sind die beiden blind durch den Garten gegangen? Wir versuchen es jetzt auf diese Weise, indem ich die Bibelstelle umschreibe:

Da wurden uns die Augen aufgetan.

Und wir wurden gewahr, daß wir nackt waren,

und flochten Feigenblätter und machten uns Schurze.

Was ist geschehen? Die beiden erlebten etwas, was sie vorher ganz und gar nicht kannten.

1 Mos 2,25          Und sie waren beide nackt, der Mensch und sein Weib, und schämten sich nicht.