Am Berg Sinai

Die Kundschafter des Königs



4 Mose 13 + 14


Themen:

Unsere Reaktion auf den Bericht

Die Kundschafter in uns

Der Bericht der Kundschafter



 Einleitung

Kundschafter gab es und gibt es zu allen Zeiten. Wir schauen uns dieses Thema unter verschiedenen Gesichtspunkten an. Unter anderem ist da unsere Reaktion auf den Bericht, den die ausgewählten Männer mitbringen.  Wir setzen uns mit den „negativen“  Informationen auseinander; überlegen uns, welche Pflichten Kundschafter haben (sollten). 

Außerdem schlüpfen wir selbst in diese Rolle, und machen dabei selbst unsere eigenen Gedanken auf der Erkundungstour.

Mose bekommt vom Vater im Himmel den Auftrag, Männer auszuwählen und sie in unsere künftige Heimat zu senden.  Doch wozu braucht unser Vater im Himmel denn Kundschafter? Und überhaupt, was macht so ein Kundschafter?

Synonyme sind u.a.:  Ermittler / Spion / Spitzel / Agent / Detektiv

Doch treffen diese Begriffe auf das zu, wozu diese beauftragt sind? Das ist schwierig zu beantworten. Auf jeden Fall haben sie eine heikle Aufgabe, vor allem, da sie aus dem Volk Israel kommen und die künftige Heimat besuchen. Außerdem haben die Kanaaniter schon lange von den Taten unseres Vater im Himmel gehört.

Mit welchem Auftrag werden diese losgesandt? Was sollen sie in Erfahrung bringen?

Das Land – wie es ist, ob es gut oder schlecht

Das Land – wie der Boden ist, fett oder mager, ob es Bäume gibt

Das Volk, das darin wohnt – ob es stark oder schwach, wenig oder viel ist

Das Volk, das darin wohnt – ob es in Zeltdörfern oder Städten wohnt

Das sind alles Aufgaben, um das Land erobern zu können.  So weit so gut. 40 Tage benötigten sie zum Erkunden.  Schauen wir uns an, was sie uns mitbringen und berichten:

Mitbringsel: Eine Rebe mit einer Weintraube, Granatäpfel und Feigen (4 Mo 13,23)
Zustand des Landes: Milch und Honig fließen darin (4 Mo 13,27)
Volk: stark (4 Mo 13,28)
Städte: befestigt und sehr groß (4 Mo 13,28)
Körpergröße der Menschen: Riesen (4 Mo 13,33)

All diese Informationen über das Volk und die Städte sind ja schon beängstigend genug, wäre da nicht dieses „Gerücht“, das von 10 Kundschaftern unter die Israeliten verstreut wurde: „Das Land frißt seine Bewohner“ (4 Mo 13,33). Hier meine Gedanken dazu, die mir durch den Kopf gehen:


Unsere Reaktion auf den Bericht

Fest steht:  Auch hier handelt unser Vater sehr weise. Bei unserem Land handelt es sich letztendlich um unser eigenes Herz, das wir wieder zurückerobern müssen. Was müssen wir denn alles in Erfahrung bringen? Worüber sollen wir denn Kenntnis erlangen?

Unser Land ist unser Herz, unsere Seele. Und die Bewohner? Das sind unsere Verhaltensweisen, unsere Gedanken und unsere Emotionen usw. und die entsprechend ihre Früchte hervorbringen. Doch was berichten die Männer: „sie sind uns zu stark“ , „Das Land frißt seine Bewohner“, „die Leute von großer Länge“ und wir dagegen „wie Heuschrecken“, „ein Volk von Riesen“

Hm, alles Bilder, die unsere Seele widerspiegeln. Was nun? Ein Teil der Bewohner, die ich identifiziert habe, handeln genau so, wie die Männer es beschreiben: Ein Volk von Riesen, das sind unsere Ängste, die können ganz schön ins unermeßliche wachsen, das ist wahr. 

Daß wir uns da recht winzig vorkommen, ist nur logisch.  „sie sind uns zu stark“. Zuweilen können uns die Gedanken übermannen. Und so manche Emotionen  sogar wirklich auffressen. Aber haben diese 10 Kundschafter nichts gelernt aus unseren bisherigen Erlebnissen und Erfahrungen mit dem Vater im Himmel. Wohl kaum.  Die anderen  2 Kundschafter reden positiv und ermutigend. Wir haben also 2 Optionen:

Wem glaube ich denn mehr? Den Pessimisten oder Optimisten?

Ich habe zwei Möglichkeiten:

1) Wenn ich den Pessimisten Gehör schenke:

Das negative Reden zieht mich runter, lasse mich anstecken, Ängste kommen wieder hoch. Dabei wollte ich doch dem Papa im Himmel vertrauen, daß er mich sicher ins Gelobte Land bringt. Hätte ich mich bloß nicht erkundigen sollen über das was mich / uns bevorsteht

2) Wenn ich den Optimisten Gehör schenke:

Das positive Reden gefällt mir. Hier sind zwei, die den Mut haben das Land zu erobern, die Bewohner zu überwinden. Was für einen Glauben haben diese beiden. Diesen Glauben will ich auch haben

Den bekommst du, höre ich den Papa im Himmel reden. Weil du glaubst und mir vertraust, führe ich dich ins Gelobte Land. Hättest du auf die Pessimisten gehört, wirst du niemals das Gelobte Land erreichen

Innerlich juble ich. Halleluja. Es bringt was, wenn ich Glaube wage, wenn ich mich entscheide für den Glauben an die Macht, an die Allmacht des Vaters im Himmel.

Doch zur Strafe wegen 10 Lügenbolden müssen wir nun weitere gute 40 Jahre in der Wüste verbringen. Eigentlich wollte der Vater im Himmel uns vernichten. Doch Mose hat sich für uns eingesetzt, um uns eine neue Chance zu geben. 


Die Kundschafter in uns

So haben sich also die Kundschafter verhalten, die Mose im Auftrag unseres Vaters im Himmel nach Kanaan geschickt hat.  Was hat die 10 dazu bewogen, das Volk so in Angst und Schrecken zu versetzen, um so zu verhindern, die künftige Heimat einzunehmen? Im Laufe der bisherigen Wanderschaft hatten sie doch zur Genüge die Güte und Allmacht unseres Vaters im Himmel erfahren.

Übertragen wir dieses Gebaren doch mal auf uns.  Wir schlüpfen in die Rolle der Kundschafter. Ich glaube, da spielt das eigene innere Herz eine wesentliche Rolle. Oder trägt die Namensbedeutung  dazu bei, daß das Volk noch mehr verzagt? Lassen wir es auf einen Versuch ankommen, wie man so schön sagt.

Nr. Kundschafter Sohn von Stamm
 1 Schammua Sakkur Ruben
2 Schafat Hori Simeon
3 Kaleb Jefunne Juda
4 Jigal Josef Issachar
5 Hoschea (Josua) Nun Ephraim
6 Palti Rafu Benjamin
7 Gaddiel Sodi Sebulon
8 Gaddi Susi Josef (Manasse)
9 Ammiel Gemallis Dan
10 Setur Michael Asser
11 Nachbi Wofsi Naftali
12 Geuel Machi Gad 
PONS S. 345 Schammua שַׁמּוּעַ
  Nachricht, Kunde, Bericht, Botschaft, Offenbarung; Gerücht  שְׁמוּעַה
  hören, zuhören, verstehen, hören auf ... שׁמע
PONS S. 351 Schafat

שָׁפָט

  Strafe, Gericht

שֶׁפֶט

  Strafe

 

שְׁפוֹט

  richten; urteilen, ein Urteil fällen שׁפט
PONS S. 143 Kaleb כָּלֵב
  Hund כֶּלֶב
PONS S. 118 Jigal er wird freikaufen יִגְאל
PONS S. 49   lösen, freikaufen, erlösen, loskaufen, retten גאל
PONS S. 72 Hoschea (Joschua) er wird freikaufen הוֹשֵׁעַ
PONS S. 136   helfen, retten, befreien  ישׁע
PONS S. 262 Palti פַּלְטִי
   das Entrinnen, Entkommen פְּלֵטָה
  entrinnen, entkommen פלט
PONS S. 53 Gaddiel Zicklein Gottes גַדִּיאֵל
PONS S. 52    Böckchen, Zicklein גְדִי
PONS S. 15   Gott אֵל
PONS S. 52 Gaddi s. Gaddiel גַּדִּי
PONS S. 245 Ammiel Volk Gottes עַמִּיאֵל
PONS S. 244   Volk עַם
PONS S. 15   Gott אֵל
PONS S. 230 Setur סְתוּר
  sich verbergen, verborgen sein סתר
PONS S. 205 Nachbi נַחְבִּי
PONS S. 85 sich verbergen חבה

 

PONS S. 49 Geuel גְּאוּאֵל
  Loskauf, Einlösung, Auslösung גְאוּלָה
  lösen, auslösen גאל

Zugegeben, einfach ist es nicht. Schauen wir uns die Namen an,  die am ehesten auch ein Verhalten in uns widerspiegeln:

1             Schammua         hören            wir hören. Doch was hören wir? Positive Nachrichten oder                                                                                                                 Gerüchte? Und überhaupt: Was wollen wir denn in Wahrheit hören?                                                                                               Meistens doch nur angenehme Dinge.

2             Schafat                urteilen        wir fällen oft schnell ein Urteil über das, was wir hören                                                                                                                       oder zu hören glauben ohne es zu prüfen bzw. beim Vater im                                                                      Himmel nachzufragen

3             Kaleb                   Hund             bei Gerüchten, vor allem den angstmachenden ziehen wir wie                                                                                                          der Hund den Schwanz ein

Gut, das ganze ist ein nur Versuch, um diese Geschichte zu verstehen. Wir stellen fest, daß diese Kundschafter gewissermaßen Teil unseres Innenlebens sind.  Die Kapitel 13 + 14 offenbaren ein bestimmtes Verhalten. Das will uns der Vater im Himmel damit verdeutlichen. 

Ihm geht es in Wahrheit nicht darum, daß wir auf Erkundungstour in unserer Seele gehen oder unseren inneren Menschen losschicken. Sein Anliegen ist: ihm, dem Vater und seiner Allmacht zu vertrauen.  Wir halten uns wieder vor Augen, daß wir bereits einiges von seinem Eingreifen in unsere diversen Lebenssituationen miterlebt haben. 

Diese ersten 3 Verhaltensweisen ist nur allzu menschlich.  Die nächsten beiden Namen beziehen sich eher auf das Handeln unseres Vaters:

4             Jigal                       retten                  er wird retten, lösen, freikaufen

5             Hoschea                helfen                 er wird helfen

Das ist schon mal positiv. Der Vater im Himmel hilft

Wir entkommen den Riesen, die noch in uns leben.

6             Palti                       entkommen      

Das Zicklein nimmt Bezug auf Jesus, der das Opferlamm ist. 

7             Gaddiel                Zicklein Gottes

8             Gaddi                   Zicklein

Fassen wir zusammen:

Wir hören am liebsten nur das, was angenehm in unseren Ohren klingt

Wir fällen oft schnell ein Urteil ohne ausreichend zu prüfen bzw. es im Herzen zu bewegen

Trotzdem wird der Vater im Himmel uns retten, wenn uns die Riesen in Bedrängnis bringen

Unser Zicklein ist Jesus, unser Opferlamm

Damit können wir schon eher etwas anfangen.


Der Bericht der Kundschafter

Nach der Rückkehr berichten diese nun alles, was sie gesehen und gehört haben. Doch macht es Sinn, das gleich dem ganzen Volk mitzuteilen. Natürlich ist es wichtig. Damit jeder weiß, was ihn und sie erwartet.

Nur eines sollten sie nicht tun: Weder übertreiben noch untertreiben. Dazu neigen wir ja gerne, oft genug, um sich wichtig zu machen.  Unter uns gibt es einige, die schnell sich davon gefangen nehmen lassen. Deshalb müssen wir lernen, die wahren Fakten mit dem Herzen herauszuhören. Und vor allem das Gehörte zu untersuchen.

Das Land frißt seine Bewohner. Was bedeutet das für uns, wenn wir so etwas zu hören bekommen? Da existiert wohl etwas oder jemand, der uns auffressen will. So gesehen keine schönen Aussichten auf ein neues Leben. Wenn wir schon nicht in der Wüste umkommen, dann erst da. 

Also rufen wir uns in Erinnerung, was wir bereits etliche Kapitel in der Bibel vorher über die Bewohner des Landes erfahren haben . Ebenso rufen wir ins Gedächtnis den Plan unseres Vater im Himmel, was er mit den Völkern vorhat.  Wir sammeln also Fakten. Dann liegt es an uns: Glauben wir den Kundschaftern oder das, was der Vater im Himmel uns schon länger offenbart hat und daß er es ist, der uns ins Gelobte Land führen will.

Das gilt besonders auch für die Nachrichten, die wir so tagtäglich auf gedrucktem Papier oder im Internet lesen. Da kann man viel schreiben. Für uns ist das meistens recht schwer nachzuprüfen, ob es auch tatsächlich wahr ist. 

Wir brauchen etwas Handfestes in der Hand, damit wir nicht in die Fänge von allerlei Nachrichten geraten. Und das hat mit der Suche zu tun.  Wir alle suchen nach etwas oder jemanden. Leider suchen wir außerhalb von uns selbst.  Die Folge: wir werden süchtig in jeglicher Form.

Nach was suchen wir eigentlich? Nach Anerkennung, Liebe, Ruhm u.v.m.  Und wenn wir das nicht bekommen, greifen wir zu Mitteln, die das „Loch“ in uns erst einmal stopfen. Auf Dauer führt das zur Sucht. Dabei ist in uns alles vorhanden, was der Vater im Himmel in uns hineingelegt hat, vor allem sich selbst. 

Wir verlegen die Suche nach innen, und wenden uns ab von den Nachrichten, Informationen, die die Welt uns mitteilt mehr und mehr ab. Was wir tatsächlich brauchen, damit werden wir vom Vater im Himmel versorgt. Unsere Quelle liegt in uns selbst und nicht außerhalb

Die Botschaft der Kundschafter zeigt wieder einmal, wie sehr wir auf das äußere schauen, und schnell dabei sind, alle für bare Münze zu nehmen. Das Ergebnis kennen wir ja. Wie das Volk schreien wir weinen, fühlen uns winzig und klein. Dabei haben wir doch den, der sich für uns einsetzt, uns in das Gelobte Land führen möchte, doch ständig bei uns.

Um Lüge von Wahrheit zu unterscheiden, da brauchen wir einen inneren Sensor, der sofort anschlägt, wenn etwas nicht stimmt. Das ist unsere Nase. Wir brauchen den richtigen Riecher, besonders in heutiger Zeit, da so viele vieles mitteilen und vor allem ins Internet stellen.  

Wir vermögen nicht hinaufzuziehen gegen dies Volk, denn sie sind uns zu stark.  Tolle Botschaft, die uns ebenso hinunterzieht.  Dem gegenüber steht ein Vers vorher: „Laßt uns hinaufziehen, und das Land einnehmen, denn wir können es überwältigen“. 

Aussage gegen Aussage. Als gemeines Volk schwer zu überprüfen, weil wir ja nicht selbst vor Ort waren und es mit eigenen Augen gesehen haben. Wir müssen also auch hier blind vertrauen, was uns die Kundschafter da so mitteilen.  Was das Vertrauen betrifft, ist es am allerbesten, unser Vertrauen auf den Vater im Himmel zu setzen und nicht so sehr auf die Menschen. Denn diese können zuweilen  das in sie gelegte Vertrauen mißbrauchen und uns auf diese Art sehr enttäuschen. 

Wir sahen dort auch Riesen und wir waren in unseren Augen wie Heuschrecken und waren es auch in ihren Augen.  Klar, wenn es um die Körpergröße geht, da kommen wir uns schon klein vor. Doch eigentlich sind die Heuschrecken doch sehr gefräßig.  Natürlich sind wir quasi gefräßig in ihren Augen. Das ist logisch, weil wir ja das Land einnehmen wollen und ihr Hab und Gut dann als Beute nehmen. 

Aber in den eigenen Augen wie Heuschrecken? O.k.  wir sind gierig nach der Milch und dem Honig, das in dem Land fließt. Das sei uns unbenommen.  So weit so gut. Das Volk hat wahrscheinlich nur die Worte „Riesen“ und „Heuschrecken“ gehört und dann beides zusammengeknüpft, wo keine Verknüpfung ist.

Das kommt davon, daß wir nur noch mit dem halben Ohr zuhören. Und wie erwähnt, verschiedenes  miteinander verbinden, alles in einen Topf werfen, also einen Eintopf kreieren, wo eigentlich gar keiner ist.

Wir müssen uns also wirklich Zeit nehmen für das Gehörte. Heutzutage können wir dank moderner Technik auch alles auf Band aufnehmen und abspeichern. Und so haben wir die Möglichkeit, das Gesagte so lange und so oft anzuhören, bis wir es verstanden haben. 

Dasselbe gilt auch für das Wort des Vaters im Himmel. Statt wie bisher es still für mich zu lesen, lese ich es mir selbst laut vor.  Ich bin überzeugt, das zeigt eine völlig andere Wirkung in deinem Herzen. Probiert es einfach aus.

Doch ist das wirklich so? Bleibt es dabei? – Nein, denn mit dem Vater im Himmel können wir alles überwinden.

Röm 12,21 Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.

Diese Bibelwort können wir auch anders ausdrücken: Laß dich nicht von negativen Nachrichten / Gedanken überwinden, sondern überwinde das Negative mit Optimismus und Zuversicht und Vertrauen in die Allmacht des Vaters im Himmel.

So, das war der Teil, wie wir uns als „gemeines“ Volk reagieren, wenn wir eine solche Nachricht bekämen. Was wäre, wenn du und / oder ich einer der Kundschafter wären. Laßt uns diesem Aspekt nachspüren. Die eigenen Gedanken im Herzen tragen da wieder einiges ans Tageslicht.


Fortsetzung

Die Kundschafter des Königs 2 - Als Kundschafter des Königs unterwegs


Copyright:  Silke Maisack