Themen:

Onan    > Die Zeugungskraft

Er          > Der Feind

Schela > Die Bitte

Perez   > Der Riß

Serach > Der Glanz



Juda’s Söhne

1 Mose 38


Einleitung

Seine Biografie besteht wie unser eigenes Leben auch aus Höhen und Tiefen. Besondere Tiefpunkte war das Verhalten seiner beiden ältesten Söhne Er und Onan. Wir finden Seiten an ihm, die wir als positiv und negativ einordnen. Mehr über Juda selbst im Kapitel Jakobs Kinder. 

Zuerst nochmals ein Kurzüberblick, d. h. die Eckdaten über Juda. In diesem Artikel schauen wir uns seine eigenen Kinder an. 

1 Mose 29,35; 35,23     Sohn der Lea         

1 Mose 37,26                Anführer seiner Brüder, die Josef verkauft hatten 

1 Mose 38                     Seine beiden ältesten Söhne, die er mit seiner ersten Frau zeugte, starben,                                          weil sie sich weigerten, Kinder zu  zeugen.

    Zeigt sich großherzig, als er unwissentlich seine Schwiegertochter                             schwängerte, die Zwillinge gebar.

1 Mose 44                     setzt sich für Benjamin ein, dem jüngsten Sohn von seinem Vater Jakob

Das Herzeleid, das Rebekka und Isaak mit ihren beiden Söhnen Esau und Jakob erlebt hatten, setzt sich gewissermaßen in den nachfolgenden Generationen fort. Auch dem Juda bleibt dies nicht erspart. Seine ältesten Söhne Er und Onan zeigten sich widerspenstig und unser Vater im Himmel bestraft sie mit dem Tod.

Die Namen seiner Söhne und ihre Namensbedeutung

Er

Onan

Schela

Perez

Serach

PONS S. 251

PONS S. 8

PONS S. 340

PONS S. 269

PONS S. 84

עֵר

אוֹנָן

שֵׁלָה

פֶּרֶץ

זֶרָח

 

Kraft, Zeugungskraft, Vermögen, Reichtum

Bitte

Riß, Lücke

Glanz, Schein

Mit anderer Vokalisation

 

 

 

עָר

אָוֶן

 

 

 

Feind

Übel, Unheil, Unglück, Unrecht, Trug, Lüge, Täuschung, Mühe

 

 

 

Wer schon in meine bisherigen Artikel reingeschaut hat, der weiß, daß auch diese anteilmäßig in uns leben. In unserer inneren Familie gibt es ein Wesen, das sich wie ein Feind verhält, feindlich gegenüber allem und jedem eingestellt ist. 

Als „Kapitelüberschriften“ nehme ich die Namensbedeutungen der 5 Jungs, mit denen es Juda wohl nicht leicht hatte.


Die Zeugungskraft

Wenn wir das Verhalten von Onan uns so anschauen, wir sind da auch nicht besser. Wie Onan vergeuden wir unsere Kraft, die wir sinnvoller einsetzen könnten, sollten. Denn vergeuden bedeutet lt. Internet-Definition „leichtsinnig etwas verbrauchen“. 

Beispiele für die Kraftvergeudung kennt ihr sicherlich selbst zur Genüge. Ihr investiert beispielsweise Zeit und sogar Herzblut in eine bestimmte Sache, ein Projekt, in die Karriere. Doch der entsprechende Lohn bleibt aus. Ihr erntet stattdessen Hohn und Spott, werdet sogar lächerlich  gemacht, belächelt für eure Mühen. Letzteres zieht euch den Boden unter euren Füßen hinweg.

Die fatale Folge: Beide Kräfte liegen dann am Boden, die körperliche und die seelische Kraft. Und es ist ein langer Weg, bis sich Leib und Seele so weit erholt haben, um wieder den Alltag bewältigen zu können. Allerdings kann es sein, daß beide nicht zur gleichen Zeit wieder fit sind. Damit meine ich, daß der Körper erheblich länger braucht. Doch auch umgekehrt ist es möglich, der Körper ist zwar kräftig genug, doch die Seele, unsere Psyche braucht noch Zeit zur Genesung. 

Wie auch immer. Wir geben beiden genügend Zeit zur Erholung. Doch wir sollten nicht zu unseren eigenen Kraftressourcen zurückkehren. Was wahrscheinlich ohnehin nicht funktioniert. Sondern wir wenden uns innerlich hin zu den Kraftquellen unseres Vaters im Himmel zu. Diese ist sogar beständig, ökologisch und umweltfreundlich. Und nicht nur das: Diese Energie bekommen wir umsonst. Diese Energie ist die reine und beständige Liebe unseres Vaters im Himmel.

Wie bekommen wir diese Energie? Indem wir uns ihr öffnen, der Energie seiner Liebe. Und seine Kraft, darauf  können wir uns zu 100% verlassen, ist stets zielgerichtet. Während unsere menschliche Energie oft eher vergeudet wird. Außerdem hat seine Kraft einen weiteren Effekt: Wir werden selbst durch sie gestärkt.

Wir sitzen einer Lüge auf, daß unsere Kraft unbegrenzt ist. Wir täuschen uns selbst. Diese Selbsttäuschung kommt von dem Hochmut. Mit stolz geschwellter Brust glauben wir, alles mit eigenen Kräften bewerkstelligen zu können. Eine Zeitlang geht so etwas gut. Aber ist das, was wir mit eigenen Händen erreicht haben, auch beständig?  

Nein, denn im Laufe der Zeit wird vieles brüchig. Selbst der Frieden, den wir Menschen untereinander aushandeln, hält nicht bis in alle Ewigkeit. Nur wenn wir den Vater im Himmel und seine Liebe in die Friedensverhandlungen miteinbeziehen und ihn zum Bündnispartner machen, bekommt das ganze ein sicheres und felsenfestes Fundament. 

Bevor wir sozusagen die Welt verbessern wollen, möchte ich euch sehr dringlich ans Herz legen, bei euch selbst anzufangen. So wie es in eurem Herzen, eurer Seele aussieht, so sieht es auch in der sichtbaren Welt aus. Wir sehen das an der Verschmutzung der Meere. Unsere Seele gleicht einem Meer, einem See. Diese ist genauso verunreinigt. Hier müssen wir ansetzen. Dann gelingt es uns, nach und nach die Meere und alle anderen Umweltsünden zu bereinigen und diesen wunderbaren Planeten wieder zu einem echten Garten Eden zu machen.

Doch das alles gelingt uns nur, wenn wir eng mit dem Vater im Himmel zusammenarbeiten und unsere Seele reinigen lassen. Die Erwärmung der Meere, das Schmelzen der Gletscher. Es ist auch Sinnbild, daß unsere gefrorenen Herzen sich gerade im Auftauen befinden, die Lebensströme in uns wieder zu fließen beginnen. Wir müssen damit aufhören, daran festzuhalten, daß die vor uns liegende Landschaft auf ewig immer das gleiche Gesicht hat. Ich meine damit, daß sie immer gleich aussieht, egal, wann wir diese aufsuchen. 

Das gleiche gilt für unser Herz. Auch das ist immer im Wandel begriffen. Ohne Wandel, ohne Veränderungen sind wir tot. Wandel bedeutet Leben, Wandel gehört zum Leben dazu. Ich weiß es selbst, daß es schwer ist, die eigene Komfortzone zu verlassen und Neues zu wagen. Das Leben in der besagten Komfortzone ist ja so bequem. 

Die Menschheit ist leider nun mal in einer Zeit angekommen, in der immer alles schneller geht, gehen soll. Und wir sind noch lange nicht am Ende der Geschwindigkeitsspirale angekommen. Nein, nicht die Erde dreht sich immer schneller, sondern wir allein sind es, die sich drehen und nach allem springen, was uns die Welt so anbietet. Und kommen kaum noch hinterher, um sich auf jede Veränderung einzustellen.

Auf diese Art und Weise vergeuden wir sehr schnell unsere Kraft. Diesem Geschwindigkeitsrausch können wir nur entkommen, indem wir anfangen, innezuhalten und in jedem Lebensbereich die Prioritätenliste überprüfen. Wenn wir noch dazu dem Vater im Himmel in allen Bereichen den allerersten Platz einräumen, und uns somit an seine Kraft andocken, machen wir uns unabhängig von der weltlichen Verschwendungssucht. Denn sie verbraucht die Güter, weil sie nur auf Profit aus ist.

Unser Vater im Himmel ist im Prinzip auch ein Verschwender: er verschwendet seine Liebe an uns. Doch diese Gut geht nie zu Ende. Der Liebestank ist immer voll, sogar übervoll. Seine Liebe ist unsere Energie, die gleichmäßig fließt.

Du hast es also selbst in der Hand, nicht mehr hinter allem her zu rennen, und überall mit dabei zu sein, um nichts zu verpassen. Das einzige, was du verpassen würdest, ist die Ankunft von Jesus und dem Vater im Himmel.

Und was gerade so in der Welt auf allen Kontinenten geschieht: Fürchtet euch nicht. Unser Vater im Himmel ist ohnehin viel mächtiger und die Macht Satans ist begrenzt. Auch dieser muß sich unter die Hand des Vaters beugen, als sein Werkzeug. > siehe Hiob.  Satan, das ist der gefallene Erzengel Luzifer ist nach wie vor sein Geschöpf, auch wenn sich dieser von seinem Schöpfer losgesagt und eine Rebellion im Himmel angezettelt hat.

Unsere Aufgabe ist nun, uns wie echte Onans zu verhalten, als die Kraft, und zwar die Kraft der Liebe des Vaters im Himmel sinnvoll und zielgerichtet einzusetzen. Was wir tun, hat Bestand und ist gesegnet. Als Awens dagegen kommt das heraus, was der Name bedeutet. Wir mühen uns ab, erliegen großen Täuschungen. 

Menschen können andere Menschen täuschen, enttäuschen. Und wenn wir uns selbst anschauen, brauchen wir uns nichts vormachen. Wir handeln so gegen uns selbst. Wir wollen uns gerne selbst täuschen, weil wir die Realität nicht sehen wollen. 

"Realität?", fragst du mich. "Welche Realität?" Es geht um die Realität, um die Wirklichkeit Gottes, unseres Vaters im Himmel. Er existiert tatsächlich. Die Welt, regiert vom Fürsten dieser Welt, d. h. Luzifer mit seinem Heer, das ihm gefolgt ist, beherrscht alle, die sich nach ihm richten. Durch menschliche Vasallen versucht er zu vermitteln, daß der Vater im Himmel gar nicht existiert, daß der Mensch wie Gott sein kann und ihm alles möglich ist. Das Ergebnis kennen wir. Wir bekommen es über die Medien frei Haus geliefert. Vor allem werden negative Ereignisse in der Welt dermaßen bevorzugt, nur um noch mehr Angst und Schrecken zu verbreiten.

Allerdings müssen wir sehr gut aufpassen, was unser Herz und unser Geist aufnimmt. Wir müssen damit anfangen, uns von den NEGATIV-Schlagzeilen abzugrenzen. Da hilft es, unsere Herzenstüren, durch die diese Zeilen bei uns ankommen und Ängste auslösen, mit einem besonderen Schutzmechanismus auszustatten: mit 2 Doppeltoren hintereinander in einer dicken Mauer, ähnlich wie bei Burgen. So sind wir doppelt abgesichert. Und unser zerrissenes und verwundetes Herz vermag nun besser zu heilen, wenn wir uns immer weniger von der Welt gefangen nehmen lassen.

Wir lernen in diesem Schutzraum, aus der Kraftquelle des Vaters im Himmel zu leben und sie sinnvoll und in seinem Sinne sie da einzusetzen, wo sie zum Ziel kommen soll. Im ersten Schritt bei uns selbst. Denn wir sind selbst der Nächste. Außerdem kann ich nur das weitergeben, was ich selbst erhalten. Nämlich die umfassende Liebe des Vaters im Himmel. Diese versiegt nie, auch wenn ich sie großzügig an mein Umfeld weiter verteile. Seine Liebe vermehrt sich, solange ich in dieser Liebe bleibe. Seine Liebe ist auch nicht an Bedingungen geknüpft. Er liebt uns um unser selbst willen.

Die menschliche Liebe dagegen bindet sich an Bedingungen, die kein Mensch erfüllen kann. Sie ist zudem recht begrenzt, und sehr kraftaufwendig. Menschliche Liebe ist eher mit Sorgen und Ängsten gespickt, weil sie doch nicht so dem anderen vertrauen kann oder vermag. Menschliche Liebe kann in Hass umschlagen, wenn sich der, den ich liebe, sich von mir abwendet, weil ich mich klammere. Ja, menschliche Liebe engt gerne den anderen ein.

Beim Kraft vergeuden, da spielt unser EGO eine große Rolle. Ich nenne ihn jetzt mal EGON. Und Egon will ganz gerne mit seinem Kopf durch die Wand, sich durchsetzen, weil er eines oder einen Blick hat: sich selbst. Würde er sich zurücknehmen und wieder zu einem ICH werden, so käme er in die Lage, die Türe zu sehen. Durch eine Tür hindurch gehen, kostet ihn sehr viel weniger Kraft, als wenn er seine gesamte Energie darauf verwendet, durch die Wand auf die andere Seite zu gelangen.

ONAN hat nur sich gesehen, und seine Zeugungskraft auf den Boden fallen lassen. Möglicherweise hätte er das nicht getan, wenn er zu diesem Zeitpunkt, als sein großer Bruder Er starb, selbst verheiratet gewesen wäre. Das allerdings ist eine reine Mutmaßung meinerseits. Wie auch immer, er hat seine Kraft ganz einfach in eine andere Richtung gelenkt, die nicht zu dem Ziel führt, für die seine Kraft gebraucht wurde. 

Als AWENs würden wir zwar nicht sofort sterben, sondern erleben einen langsamen und schleichenden Tod. Wir powern ohne Ende, gönnen uns kaum noch eine wirkliche Ruhepause. Tagsüber legen wir unsere Energie in unseren Berufsalltag, abends geht’s ins Fitness-Studio oder auf die Lieblingsjogging-Strecke, um sich auszupowern. Anschließend nehmen wir dann wieder Energieriegel und Energiedrinks zu uns, um die verlorene bzw. Energie aufzufüllen, unseren Tank voll zu machen. 

Äußere Mittel helfen da nur begrenzt. Wir benötigen neue Kraft, das stimmt wohl. Doch die wahre Kraft bekommen wir nur von innen her, von unserer Seele. Und diese wiederum muß erfüllt bleiben von der Kraft des Vaters im Himmel, sonst bleibt auch diese auf der Strecke, der Marathon-Strecke. Denn so ähnlich ist es mit unserem Leben. Wir leben hier viele Jahre auf der Erde, und diese Zeit gilt es gut zu nutzen. 

Der Vater im Himmel hat nicht vorgesehen, daß wir unser Leben in einem Hamsterrad verbringen sollen. Er hat uns nicht als Hamster geschaffen, sondern als Menschen. Wobei es dem Hamster sicherlich auch nicht gerade gefällt, daß wir ein Hamsterrad in seinen Käfig stellen. 

Wir entledigen uns zumindest innerlich unseren Awens, so daß der echte ONAN wieder ans Tageslicht kommt. Durch ihn, mit ihm erhält unser Leben wieder die Kraft, die beständig und gleichmäßig in uns fließt.

Das bedeutet allerdings nicht, daß wir in alte Muster zurückfallen und uns immer wieder zu Höchstleistungen antreiben, sondern mit ihr achtsam umgehen, sie bewußt und zielgerichtet einsetzen bzw. einsetzen lassen. Wir sind ja vor allem auch Werkzeug des Vaters im Himmel, wenn es gilt, seinen Auftrag, was auch immer das sein mag, in die Tat umzusetzen. Es ist seine Kraft, die durch uns fließt.

Dennoch müssen wir auf uns achtgeben, die Kraft für Dinge und Aktivitäten nutzen, die nicht einmal ansatzweise uns wieder etwas zurückgeben. Der Apostel Paulus bringt es auf den Punkt:

1 Kor 9,24 Wisst ihr nicht, dass die, die in der Kampfbahn laufen, die laufen alle, aber einer empfängt den Siegespreis?                     Lauft so, dass ihr ihn erlangt.
              25 Jeder aber, der kämpft, enthält sich aller Dinge; jene nun, damit sie einen vergänglichen Kranz                                         empfangen, wir aber einen unvergänglichen.

Wir enthalten uns, entrümpeln unser Leben, um die uns zur Verfügung stehende Kraft in die richtigen Bahnen zu lenken, damit wir am Ende reichhaltig ernten können. Unser innerer Onan wendet sich unserer Frau in mir zu, und gibt ihr so seine Kraft, allem voran die Kraft der Liebe, produktiv das Leben zu gestalten. Das berühmte Fass ohne den Boden gibt es dann nicht mehr. 

Fragenblock 1 > Onan / Awen

·      Bist du ein Onan, der die ihm zur Verfügung stehende Kraft zielgerichtet im Sinne des Vaters im Himmel einsetzt bzw. einsetzen läßt?

·    Bist du ein Onan, dessen Zeugungskraft nützlich ist für andere?

·    Bist du ein Onan, der seine Kraft der Frau in mir schenkt?

·    Oder bist du eher ein Awen und leichtfertig mit der Lebensenergie umgeht und diese in Projekte steckt, die ausschließlich deinem EGO dienen?

Wir können hier noch weiter über das Thema Zeugungskraft philosophieren, diskutieren. Dieser Artikel-Abschnitt ist mehr ein Nachdenken über den Umgang mit der Zeugungskraft im übertragenen Sinne. Vielleicht hilft es den Männern, denen Unfruchtbarkeit diagnostiziert wurde, seine innere Zeugungskraft zuerst seiner inneren Frau zu widmen. 

Dazu gehört erst einmal, wie immer, innezuhalten und aufzuschreiben, wie viel ich Energie wohin stecke und was am Ende übrig bleibt für sich selbst. Heutzutage werden die Energien in äußere Projekte gesteckt, nur um von sich selbst abzulenken.

Also, es gilt erst einmal innezuhalten und sich zu hinterfragen, wohin meine Energien fließen. Lieber seine Kraft in ein bis zwei Projekte stecken. Es besteht auch weniger Gefahr, sich zu verzetteln, wenn ich, d.h. ihr, eure Bereiche neu ordnet, organisiert.  Mir hat hier das Bilden von Teams meiner inneren Familie geholfen, die bestimmte Aufgabengebiete haben. Zusätzlich habe ich meine Ängste losgelassen und ihnen die Ausführung der alltäglichen Aufgaben überlassen. 

Das bedeutet, alles geschieht von innen heraus. Insgesamt werdet ihr im Laufe der Zeit immer entspannter. Deiner inneren Familie kannst du bedingungslos vertrauen. Sie sind da, um mit dir zusammenzuarbeiten.

Doch schauen wir uns die anderen Söhne an:


Der Feind

Mit anderer Vokalisation wird „Er“ zum „Ar“. Wie weiter oben steht, ist die Bedeutung von „Ar“ Feind. Was hat der innere Er mit uns zu tun? 

Sehr viel sogar. Wir sind feindlich gestimmt. Nur das fatale ist, wir richten unsere Feindseligkeiten gegen die Menschen, die uns in Wirklichkeit nichts angetan haben. Dieses feindselige Verhalten hat in Wahrheit nur mit uns selbst zu tun. Die feindselige Haltung richten wir gegen uns selbst. Bevor wir das erkennen, übertragen wir das auf unser äußeres Umfeld, weil es für uns einfacher ist, ein Feindbild in der eigenen Hand zu haben.

Warum erklären wir unseren Nachbarn, Kollegen zum Feind? Nur um ein Beispiel zu nennen. Warum führen wir Krieg? Wir lehnen etwas ab. Und das, was wir ablehnen, ist etwas, was zu uns gehört. Was uns am Nachbarn oder sonst jemanden stört, das ist in Wahrheit ein Teil von uns. 

Auch hier gilt es, innezuhalten und mich zu hinterfragen, was die andere Person, meist unbewußt, mir etwas zeigen und mitteilen will. Die weitere Frage ist dann, ist das wirklich so schlimm, was mich da stört? Dann gilt es, diese sogenannte Störung anfangen zu lieben und nicht mehr als Feind zu betrachten. Das hat Jesus gemeint, daß wir unsere Feinde lieben sollen.

Matth5,44   Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen,

Wenn ihr euch verfolgt fühlt, schaut erst einmal in euch hinein, ob es nicht irgendwelche Pappenheimer in euch sind, die euch das Leben schwer machen. Fangt an, sie nach und nach zu integrieren. Und laßt ab davon, das äußere Umfeld zum Feind zu erklären.

Fragenblock 2 > Er /Ar

·         Was stört dich an dem Verhalten anderer Menschen?

·      Könnten diese Störungen nicht doch in dir selbst liegen?

·      Was kann ich tun, daß das, was ich als „Störung“ empfinde und ansehe, nicht mehr als Störung betrachte,       sondern als eine Botschaft meiner Seele?

Die Wahrheit ist: Was wir im äußeren als Störung empfinden und sehen, ist eine Störung der Kommunikation zwischen deiner Seele und dir. 


Die Bitte

„Bitte“ ist die Namensbedeutung des jüngsten Sohnes Schela, der dem Juda von seiner ersten Frau geboren wurde. 

Laßt uns zuvor jedoch nochmals die Reihenfolge seiner Söhne anschauen. Der erste ist ER, mit anderer Vokalisation „Feind“. Dann kommt Onan, statt seine Kraft und Zeugungskraft zu nutzen wird er zu Awen. Da bleibt dem Juda nur noch die stille Bitte an den Vater im Himmel, ihn vor weiterem Herzeleid zu verschonen.

Auf uns übertragen heißt das, wenn wir die beiden ersten gewähren lassen: Wir sind feindlich gesinnt, gegen uns selbst, vor allem gegen den Vater im Himmel und leiten die uns zur Verfügung stehende Kraft in eine Richtung, die ins Leere läuft. Zum Glück haben wir ja den Teil in uns, der mit dem Vater im Bunde steht, und ihm erlaubt, daß seine Kraft / Zeugungskraft zur Entfaltung und zum vorgegebenen Ziel gelangt.

Da ist logischerweise das Bitten angesagt, das Bitten um Befreiung von unseren Pappenheimern, die uns sabotieren wollen. D. h., wir lassen uns nicht gerade befreien, sondern nehmen sie in uns an. Wir setzen uns mit ihnen auseinander, um sie gut zu kennen und ihr „Sabotage-Spiel“ schon in einem frühen Stadium zu durchschauen.

Unsere Bitte ist das Bitten um die Kraft / Zeugungskraft, die wir für die Aufgabe benötigen, die vor uns liegt. Wir bitten um Beistand und um die Gabe der Unterscheidung, wer uns gerade sabotieren will. Und um den richtigen Umgang mit ihnen.

Da hilft das geschriebene Wort, z.B.:

Röm 11,29          Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.

Sirach 43,27     Durch den Herrn findet jeder Weg sein Ziel,
        28      und durch sein Wort besteht alles.

Außerdem ist dem Vater im Himmel nichts unmöglich. Er und seine himmlischen Boten helfen uns gerne in jeder Lebenslage, wenn wir ihn darum bitten.

Bis wir gelernt haben, unsere inneren Saboteure und Feinde frühzeitig zu durchschauen, bis dahin ist es ein langer Weg. Dazu ist es wichtig, auch die Bibel ganz gut zu kennen bzw. sich vom Heiligen Geist zeigen zu lassen, welche Bibelstelle(n) hilfreich ist, um diesen „Jungs“ Einhalt zu gebieten. Und bitte denkt immer daran, daß wir gegen die Mächte der Finsternis kämpfen und nicht gegen die Menschen.

Fragenblock 3 > Schela

·         Wie bist du bisher mit deinen inneren Saboteuren und Feinden umgegangen?

·      Was hast du bisher getan, wenn die inneren Saboteure und Feinde sich in dir geregt haben?

·      Möchtest du künftig den Vater im Himmel um den Geist der Erkenntnis bitten, um zu erkennen, wer hinter   den Feindseligkeiten steckt, wer die Saboteure in deinem Leben sind?

·      Möchtest du künftig den Vater im Himmel bitten, wenn es darum geht, die inneren Feindseligkeiten zu         überwinden, um wieder Frieden zu erlangen?

Und die beiden Söhne von Tamar? Auch sie haben es faustdick hinter den Ohren.


Der Riß

Perez, einen Riß reißen. Was ist denn damit gemeint? Den roten Faden an der Hand seines Bruders Serach hat wohl nicht abgerissen.

Rut 4,12   Und dein Haus werde wie das Haus des Perez, den Tamar dem Juda gebar, durch die Nachkommen, die dir                   der HERR geben wird von dieser jungen Frau.

Dieser Bibelstelle nach sollen die Nachkommen von Rut einen Riß, eine Lücke reißen. Von Jesus wissen wir, daß der Vorhang zerrissen ist, als er verstarb,

Matth 27,51 Und siehe, der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis  unten aus.

und so für uns den Weg freigemacht hat, damit wir wieder ganz nah beim Vater im Himmel sein können.

Das übertragen wir jetzt auf unsere Seele, auf unser Inneres. Auch hier gibt es einen Vorhang zwischen unser Seele und uns selbst. Deshalb haben wir immense Schwierigkeiten, unsere Seele zu verstehen. Deshalb brauchen wir einen Perez in uns. Unser innerer Vorhang muß ebenso zerrissen werden. 

Da wir das nicht alleine schaffen, lassen wir uns dabei von Jesus unterstützen, denn er hat stellvertretend für uns:

Jes 53,4   Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für             den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre.

 

            5    Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen  zerschlagen.                Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.

Kol 2,14   Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war,  und hat ihn weggetan und an das                   Kreuz geheftet.
           15   Er hat die Mächte und Gewalten ihrer Macht entkleidet und sie öffentlich  zur Schau gestellt und hat einen                   Triumph aus ihnen gemacht in Christus.

Wir können nun wieder direkt mit dem Vater im Himmel bzw. mit unserer Seele in Verbindung treten. Bis wir erneut die Botschaften verstehen, die unsere Seele an uns sendet, ist es allerdings ein langer und mühevoller Weg. Doch er lohnt sich. Unsere Seele ist ständig online mit dem Vater im Himmel, während wir uns noch oft genug ausklinken. 

Unsere Seele ist der gelassenere, ruhigere Teil in unserem Leben. Bei meiner inneren Familie erlebe  ich das oft selbst. Während ich mich wegen verschiedensten Dingen, die mich stören / störten aufrege und aggressiv werde, bleibt sie im Zentrum des Sturmes.

Was also tun, um dauerhaft im Zentrum zu verbleiben und sich nicht mitreißen lassen von dem, was mich ablenkt, d. h. den äußeren Menschen. Gerade das bewirkt doch eine innere Zerrissenheit. Wir wollen mit unser Lebensquelle in uns verbunden sein und gleichzeitig auch in der Welt, in der wir nun mal leben nichts versäumen und präsent sein. Gerade in heutiger Zeit.

Wie können wir das bewerkstelligen? Indem wir unsere Verbindung zur Seele, zur inneren Familie stärken.

Was könnte da helfen? Oft genug möchten wir ja nicht mit der inneren Familie kuscheln, wenn es uns schlecht geht. Weil wir es einfach nicht mehr gewöhnt sind, und das als Erwachsene ein solches Verhalten ablehnen. Damit meine ich, daß es für Erwachsene nicht gerade angemessen ist, aus der Sicht der Welt, mit seiner Lieblingspuppe oder Lieblingsteddy aus Kindertagen zu kuscheln. Und dennoch können diese die besten Tröster unserer menschlichen Seele sein, auch wenn wir längst erwachsen geworden sind.

Doch was passiert, wenn wir uns unserer Seele zuwenden, es zulassen, daß der Vorhang zerrissen und beseitigt wird? Wir spüren einen großen Schmerz, sehr sehr großen Seelenschmerz. Diesen Seelenschmerz wollen wir nur ungern wahrnehmen und wenden uns der Welt zu. So müssen wir uns damit nicht mehr auseinandersetzen. Aber um gesund zu werden, d. h. wieder ganz, müssen wir uns mit dem Schmerz konfrontieren. Denn er ist beständig da. Es führt kein Weg vorbei. 

Und selbst wenn wir diesen Bereich eine Zeitlang immer wieder umschiffen, so kommen wir eines Tages doch auf den Weg, der uns geradewegs dorthin führt. Also nehmen wir nun unseren ganzen Mut zusammen und stellen uns dem Seelenschmerz. Wir kehren der Welt unseren Rücken zu und schauen dem Schmerz ins Gesicht. Der wiederum trifft unser Herz. 

Und erkennen: Es liegt an uns. Wir haben diesen Schmerz verursacht. Wir allein sind die Übeltäter. Wir haben dem Vater im Himmel übel mitgespielt, indem wir ihn verleugnet, verleumdet, mißachtet, seinen Sohn verraten und ans Kreuz geliefert haben.

Tausendfach haben wir ihn getötet, ans Kreuz genagelt. Seit dem „Sündenfall“ im Garten Eden, als wir uns auf die Verführerischen Reden der Schlange eingelassen haben und uns manipulieren ließen. Denn es ist ja so bequem, wenn andere die Führungsrolle übernehmen. Es ist ja so bequem. Das hat allerdings einen Nachteil: Die Führungsebene trägt eine große Verantwortung. Besonders wenn ein einzelner an höchster Position ist und den Weg vorgibt, diktiert. Doch es kommt der Tag, an dem diese Menschen zusammenbrechen werden unter dieser Last. 

Auch wir müssen aufpassen, wenn ein inneres Familienmitglied ständig den Diktator spielt und die anderen unterdrückt. Die Verantwortung für das eigene Leben tragen wir in erster Linie selbst. Jedoch das Gestalten macht Freude nur in Teamarbeit, wenn alle miteinander sich gegenseitig unterstützen und so einander bereichern.  

Wer seinem inneren Diktator freie Hand läßt, dessen Leben dürfte eigentlich recht mühselig sein. Er glaubt vor allem, daß er beständig von Feinden und Spionen umgeben ist.  Und bespitzelt selbst, um gegen seine Mitmenschen etwas in seiner Hand zu haben, um dieses Wissen als Machtinstrument zu mißbrauchen. 

Es genügt, wenn wir in uns selbst hineinschauen. Und uns nicht mehr so aufregen über die Menschen, die alles daransetzen, alle auszugrenzen, die nicht in ihr Muster passen.

Doch zurück zum Seelenschmerz. Sich dem eigenen Schmerz stellen. Das ist wahrlich nicht einfach. Und sich mit dem eigenen Schmerz zurückziehen, das ist auch keine Option. Der Vorhang, der zerrissen wird, ist vergleichbar mit der Narbe auf der Seele, die geöffnet wird, damit der Eiter, der sich darunter befindet, endgültig abfließen kann.  Wir lassen zu, daß das, was uns bisher geschmerzt hat, der Vergangenheit angehört. 

Und wir fühlen uns ein in den Schmerz unserer Seele. Schließlich haben wir ihr ja weh getan, als wir uns von ihr abgewandt haben, und stattdessen hin zur Welt, die uns vorspiegelt, daß sie uns alles bieten kann. Hier kommt mir das Bild mit dem Spiegelkabinett auf den Jahrmärkten in den Sinn, diese Labyrinthe mit Zerrspiegeln, die unsere Wahrnehmung ganz schön verzerren.

Als Spiegelkabinette werden bezeichnet

·         Spiegelsaal: prunkvoll mit Spiegeln dekorierte Räume in Schlössern und Palästen,

·     Spiegellabyrinth: verspiegelte Irrgärten und Jahrmarktsattraktionen,

 

·     Lachkabinett: Belustigungsräume mit verzerrenden Spiegeln

Zerrspiegel sind verformte Spiegel. Durch gewellte Spiegelflächen entstehen vielfache Verzeichnungen. Die teilweise bizarren Effekte wurden früher in Wunderkammern und auf Jahrmärkten zur Belustigung der Betrachter eingesetzt, heute noch findet man solche Spiegel in LachkabinettenKonvexspiegel (Wölbspiegel) und Hohlspiegel wirken verkleinernd bzw. vergrößernd. Teilweise werden in Kleidergeschäften Zerrspiegel verwendet, welche das Abbild schlanker erscheinen lassen: „Der Spiegel lügt. (Wikipedia)

Gerade diese verzerrten Spiegel setzt uns die Welt vor, um uns gefangen zu halten. Dennoch kommen wir aus dem Labyrinth heraus. Wir müssen uns nur nach innen wenden, zu uns selbst hin, zu unserer Seele, zum Vater im Himmel. Unsere Seele kennt den Weg, kennt das Leben, das manchmal auch wie ein Labyrinth ist. Die eigene Seele ist der beste Kompass im Labyrinth deines Lebens.

Trotzdem sind die verzerrten Spiegel immer noch da. Schauen wir da hinein, bekommen wir von der Welt ein häßliches Bild von uns geliefert. Wir empfinden Ekel über das, was wir von uns wahrnehmen. Der Spiegel der eigenen Seele zeigt uns ein anderes Gemälde. 

1 Kor 13,12   Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt                          erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.

Wir erkennen uns selbst. Wir sehen eine Person, deren Körper sich beim Lachen verbiegt. Meine Seele hat mich schon längst erkannt, während ich noch in der Phase des Entdeckens und Kennenlernen bin.

Fragenblock 4 > Perez / Riß

·         Bist du bereit, die Narben wieder öffnen zu lassen, und dich dem Seelenschmerz zu stellen?

 

·      Bist du bereit, deine Seele zu entdecken und kennenzulernen und sie zur besten Freundin zu  machen?

Doch wie lernt man seine Seele am besten kennen und lieben? Auf jeden Fall müssen wir verabschieden von den Vorstellungen, die uns im Kopf herumschwirren. Bei dem Begriff Seele steckt ja das Wort See drin. Also müssen wir uns in den See hinein begeben, wie in einen Raum.

Unsere Seele offenbart sich uns auf verschiedene Weise, immer wieder anders. So wie das Wasser den Meeresboden hin und her bewegt, treten immer wieder neue Geheimisse zutage. Wir wissen also nie, was uns erwartet. Eine Schatzkarte im klassischen Sinne gibt es nicht. Die einzige Alternative für uns ist, uns jedes Mal neu auf unsere Seele einzulassen und uns beschenken zu lassen.

Ja, sie will uns täglich und immerzu beschenken. Schließlich wohnt in ihr die Fülle. Unser Problem ist, wir lassen uns von der Welt von ihr ablenken. Dazu gibt es ja den altbekannten Spruch: „Auf der andern Seite ist das Gras grüner“. Selbst wenn es so ist, schmeckt es dann auch besser? Es ist harte Arbeit, bei sich selbst zu bleiben, wenn wir uns bislang auf dieser anderen Seite aufgehalten haben.

Kein Wunder, daß es der Seele, die ja der eigentliche Garten Eden ist, nicht gerade gut geht. Und im gleichen Maße, im Gegenzug „schlagen wir uns mit Problemen herum“, die wir wohl eher nicht hätten, wären wir auf der Seite unserer Seele geblieben.

Andererseits: hätten wir nicht die Welt kennengelernt mit ihren Systemen, ihren Verführungen, wir wüßten das Gute, das wir nahe am Vaterherzen erleben, nicht zu schätzen. Wer eine Zeitlang ausgewandert war und nun von außen auf sein Heimatland schaut, merkt auf einmal, daß es eben seine positiven Seiten hat, auch wenn nicht alles reibungslos funktioniert.

So ist es mit der Beziehung zu unserer Seele. Es tut also gut, sich selbst immer wieder neu von außen zu betrachten, um sich erneut wertzuschätzen.

Unsere Seele ist wie eine Insel, ein neues Land, ein Gebiet, das es noch zu erforschen gilt. Wir nehmen ein Blatt Papier und zeichnen darauf die Umrisse unserer Seele. Wir teilen sie ein in verschiedene Regionen, mit Gebirgen, Tälern, Seen, Wäldern, usw.  In unserer Seele sind alle Landschaften enthalten, die es auch auf der Erde gibt. Die Tiere sind unsere Freunde. 

Wie deine Seele tatsächlich aussieht, das bleibt dir überlassen. Du kannst dich auch von fiktiven Karten, die in mancherlei Romanen vorkommen, inspirieren lassen. Denke daran, daß deine Seele eine große Welt ist, wie ein unendliches Universum. Wir machen uns auf den Weg wie Forschungsreisende. Unsere Seele erwartet uns schon. Wer mag, kann sich seine eigene Abenteuer- und Entdeckergeschichte schreiben.

Dadurch, daß der Vorhang zerrissen ist, haben wir beide, meine Seele und ich wieder Zugang zueinander. Ich wiederhole: unsere Seele erwartet uns schon. Sie freut sich und ihr Licht wird allmählich immer heller.


Der Glanz

In diesem Fall kommt dann sein Bruder Serach hinzu. Unser Leben bekommt wieder Glanz durch die Freundschaft und intime Beziehung mit unserer Seele.

Und nicht nur das, auch unsere Augen fangen erneut an zu strahlen und bekommen, je länger wir und intensiver mit unserer Seele unterwegs sind, ihre ursprüngliche Schärfe und Sichtweite zurück. Schließlich sind unsere Augen die Spiegel bzw. Fenster unserer Seele.

Doch es sind nicht nur unsere Augen, die zum Leuchten gebracht werden. Nach und nach werden wir ganz erfasst vom reinen Licht der Seele. Dieses Licht wird zu unserem neuen Kleid. Trotzdem müssen wir hier Schritt für Schritt vorgehen.

Wie bei der Grundreinigung unserer Wohnung, unseres Hauses oder was auch immer wir besonders gründlich reinigen und polieren, damit es besonders glänzt, putzen wir die Räume unseres Seelenhauses. Der Garten bringen wir auch in Ordnung, indem wir so manche Äste und Zweige herausschneiden, damit die Bäume und Büsche wieder ordentlich aussehen, die Gartenwege begehbar. Dazu kommt noch das Entrümpeln. 

Das Beschneiden ist die Beschneidung des Herzens. In der Bibel werden wir dazu aufgefordert:

5. Mose 10,16  So beschneidet nun eure Herzen und seid hinfort nicht halsstarrig.

 

Jer 4,4   Beschneidet euch für den HERRN und tut weg die Vorhaut eures Herzens, ihr Männer von Juda und ihr Leute von                Jerusalem, auf dass nicht um eurer Bosheit willen mein Grimm ausfahre wie Feuer und brenne, sodass niemand                    löschen kann.

Aber wenn wir da selbst beschneiden, die Heckenschere oder Rebschere benutzen, sind wir überhaupt in der Lage, an der richtigen Stelle den Schnitt zu setzen? Und wann ist der richtige Zeitpunkt? Außerdem steht an einer anderen Stelle in der Bibel:

5 Mose 30,6       Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz beschneiden und das Herz deiner Nachkommen, damit du den                                                HERRN, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, auf dass du am Leben bleibst.

Dazu begeben wir uns aber vertrauensvoll in die chirurgischen Hände von unserem Vater im Himmel. Denn er ist Arzt, er ist Weingärtner, Töpfer u.v.m. und weiß am besten, was zu tun ist.

Unsere Hausreinigung. Das Wasser sind unsere Tränen, die Tränen der Reue und Buße. Weinen ist oftmals hilfreich, wenn sich der „Schmutz unserer Seele sich hartnäckig festgesetzt hat.

Offb 21,4        Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr                          sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist                                                vergangen.

Und nicht nur das:

Offb21,5              Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!

Nach dem Putzen und Gärtnern sind wir selbst verschmutzt und verschwitzt. Wer freut sich da nicht auf eine Badewanne?

Eph 5,26              Er hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort,
Titus 3,5              durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist,

Und das schöne beim Reinigen, Aufräumen und Entrümpeln unseres Herzens ist: Wir entdecken so manche Schätze und Kostbarkeiten, die in Vergessenheit geraten sind. Und der Glanz, der allmählich größer wird, das ist die Freude. Diese ist es, die immer größer wird. Dabei denke ich an einen lachenden Smiley, der durch die  wachsende Freude sich langsam ausdehnt. Nur um sich das bildlich vorstellen zu können.

Im Übrigen: Äußere Ordnung / Entrümpelung wirkt sich auf das Seelenleben aus. D. h. du bist danach auch innerlich wieder aufgeräumter im Alltag unterwegs.

Fragenblock 5 > Serach / Glanz

·       Bist du bereit, dich so zu reinigen und reinigen zu lassen, damit alles in dir strahlt, d. h. deine Seele und deiner innerer Mensch durch und durch hell leuchten?

·    Bist du bereit, dein inneres so zu entrümpeln von altem Ballast, daß dein Leben wieder leicht wird?

·    Bist du bereit, dein Seelengarten wieder in Ordnung zu bringen und dich beschneiden zu lassen?

 

·    Bist du bereit, dich, um dich innerlich aufzuräumen, auch in  deiner Wohnung gründlich auszumisten und Dinge zu entsorgen, die jahrelang nicht mehr gebraucht wurden?

Zum Thema Entrümpeln gibt es von Werner Tiki Küstenmacher nicht nur Bücher wie „simplify your life“. Er ist durch das Internet-Zeitalter auch im Netz aktiv. Einfach mal googeln. 


Zusammenfassung:

Sohn Er:             Wir beenden unsere Feindseligkeiten gegen uns selbst und schließen Frieden mit uns                              selbst

Sohn Onan:        Wir gehen achtsam um mit unserer Kraft / Zeugungskraft, indem wir nicht „auf allen                                     Hochzeiten tanzen“, sondern uns immer  auf eine Sache konzentrieren

Sohn Schela:      Wir bitten um Beistand, Unterstützung etc. bei unserem Tun, möglichst gleich von                                           Anbeginn, bevor wir ein Projekt beginnen

Sohn Perez:        Wir sind dankbar dafür, daß der trennende Vorhang zwischen unserer Seele und uns                                      selbst zerrissen ist. Das ist die Chance für uns, die eigene Seele wieder neu                                                        kennenzulernen, indem wir gemeinsam mit ihr auf Entdeckungsreise gehen.

Sohn Serach:          Um wieder Glanz zu bekommen, aus dem Inneren heraus zu strahlen, reinigen wir  uns bzw. lassen                                       wir  uns reinigen. Wir bringen durch die Beschneidung in den  Seelengarten wieder eine Ordnung                                         hinein.  Durch Tränen der Buße reinigen wir unser  Seelenhaus vom hartnäckigen Schmutz, der sich                                     im Laufe der Zeit angesammelt hat



Copyright:  Silke Maisack